Naturschutzgebiet Mähried

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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Teichneuanlage
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Teichneuanlage

Bei einem Mähried handelt es sich um Wiesen, die regelmäßig überflutet werden und ständig durch grasende Kulturtiere oder Mähmaschinen kurz gehalten werden. Dies ermöglicht vielen Pflanzen und Vogelarten die Wiederansiedlung in diesem Gebiet. Wichtig ist, dass auf die verschiedenen Bedürfnisse der Wiesenvögel eingegangen wird. So benötigen einige Bodenbrüter nasse Rinderweiden, andere benötigen Ansitze in form von Weidepfosten. Weiterhin müssen Altgrasstreifen stehen bleiben um beispielsweise der Grauammer Nistmöglichkeiten zu bieten. Da Wiesenvögel die nähe zu Bäumen meiden, muss dafür gesorgt werden, dass sich diese in dem Gebieht nicht ansiedeln. Das Gebieht soll ein Zusammenschluss von langsam fließendem Gewässer, Flachwasser Teichen, nass und feuchtwiesen beinhalten.

Das Mähried ist an den Niddaradweg angeschlossen, bei dem man von Florstadt nach Bad Vilbel an der Nidda entlang Radwandern kann. Dieser wird in naher Zukunft vom Land Hessen und den angrenzenden Gemeinden ausgebaut. Beispielsweise soll das Mähried mit einer Aussichtsplattform und detailreicher Infotafeln über die Fauna und Flora versehen werden.

Ein großes Problem stellt der Flughafen Reichelsheim dar, denn dieser grenzt direkt an das Naturschutzgebiet. Täglich überfliegen Hubschrauber sowie ein- und zweimotorige Flugzeuge dieses Gebiet. Der Verkehrslandeplatz Reichelsheim erhält im Jahr 2007 eine neue Landebahn um den EU-Sicherheitsrichtlinien gerecht zu werden. Südlich der Landebahn wurden entlang der Nidda einige Pappeln gefällt, die zwischenzeitlich zu groß geworden waren und ein erhebliches Sicherheitsrisiko für anfliegende und startende Flugzeuge darstellten. Diese Entwicklung wird von Naturschützern nicht begrüßt.

Das Fällen der Hybridpappeln hat aber noch einen anderen Hintergrund: Die Horloff, die durch das Mähried bei Reichelsheim fließt, erhielt bei einer Flubereinigung ein genormtes Gewässerbett ("Trapezprofil"). Die gras- und krautbewachsenen Uferböschungen wurden beweidet oder gemäht. Auf die Böschungskronen pflanzte man in regelmäßiger Reihung raschwüchsige Hybridpappeln. Seit den 1970er Jahren tritt der Gedanke des Natur- und Umweltschutzes stärker in den Vordergrund. Man erhöhte die ökologische Vielfalt durch die Anpflanzung einheimischer, standortgerechter Straucharten (Hasel, Roter Hartriegel, Weißdorn, Strauchweiden, Pfaffenhütchen u.a.). Außerdem legte man einen Schwarzerlensaum zur biologischen Ufersicherung an. Das gegenwärtige Pflege- und Entwicklungskonzept sieht die sukzessive Entnahme der Hybridpappeln vor. Durch selektives Auslichten des Erlenbestandes, einzelne Nachpflanzungen und natürliche Entwicklung wird das Aufwachsen eines naturnahem Gehölzufersaumes gefördert. Dabei ist ein Wechsel von gehölzbestandenen und gehölzfreien Bereichen erwünscht. Dies erhöht die Biotopvielfalt und eröffnet dem Besucher Einblicke in den landschaftlichen Reiz der weiten Horloff-Aue.

Geschichtliches

In den vergangenen Jahren wurden diese Gebiete, wie überall in der Wetterau, trockengelegt, um die Grünlandnutzung zu intensivieren. Dies hatte zur Folge, dass viele Tierarten und Pflanzenarten verschwanden. Durch die Renaturierung des Naturschutzgebietes Mähried seit 1985, erstmals durch den Naturschutzbund (NABU) Florstadt in Eigeninitiative und später ab 1990 auch durch die Gemeinde Florstadt, wurden 112 Hektar der Natur zurückgegeben. Etwa vierzig neu angelegte Teiche und einige Feuchtflächen bestehen bereits und weitere sind gerade neu entstanden. All diese Aktivitäten gehen aber nur so weit, dass der Grundstock gelegt ist, die Ansiedlung von Pflanzen wird der Natur überlassen.

Besonderheit

Infotafel Brutvögel
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Infotafel Brutvögel

In diesem, wie in einem weiteren Mähried wird zum Schutz der seltenen Bodenbrüter, in der Zeit vom 1. März bis 15. Juli ein grundsätzliches Betretungsverbot erlassen. Dieses wird mit Hinweisschildern gekennzeichnet. Für die Einhaltung dieser Schutzmassnahme ist die Amtliche Naturschutzwacht Wetterau im Einsatz. Zuwiderhandlungen von Spaziergängern oder Radfahren und besonders Hundebesitzern, deren Hunde nicht angeleint sind, werden zunächst freundlich auf ihr Fehlverhalten hingewiesen. Sollte dies nicht fruchten, kann dies mit einem Ordnungsgeld von bis zu 500 Euro geahndet werden. Der gut ausgebaute Feldweg, entlang des Naturschutzgebiehtes ermöglicht einen guten Einblick in das ganze Gelände. Dadurch sollte es keine Veranlassung geben diesen Weg zu verlassen und die sehr störempfindlichen Vögel bei ihrem Brutgeschäft zu verunsichern.

Fauna

Mähwiesen-Infotafel
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Mähwiesen-Infotafel

Tiere, die sich in diesem Gebiet wieder eingefunden haben:

  • Säugetiere

Rotfuchs - Braunbrustigel - Wühlmaus

  • Vögel

Bachstelze - Bekassine - Blaumeise - Kohlmeise - Weidenmeise - Buchfink - Grünfink - Fasan - Rebhuhn - Haussperling - Mehlschwalbe - Rauchschwalbe - Rotkehlchen - Schilfrohrsänger - Star - Stieglitz - Stockente - Weidenlaubsänger - Weißstorch - Wachtel - Wachtelkönig - Kiebitz - Uferschnepfe - Großer Brachvogel - Wiesenpieper - Schafstelze

  • Hier brütende Vögel

Amsel - Dorngrasmücke - Feldsperling - Goldammer - Heckenbraunelle - Zaunkönig

  • Bedeutende Vögel

Grauammer - Braunkehlchen - Brachvogel - Uferschnepfe - Schwarzkehlchen - Blaukehlchen - Rohrweihe - Tüpfelsumpfhuhn - Knäkente

  • Reptilien

Waldeidechse - Zauneidechse

  • Amphibien

Bergmolch - Teichmolch - Erdkröte - Grasfrosch - Teichfrosch - Wasserfrosch

  • Insekten

Dunkle Erdhummel - Steinhummel - Gartenlaufkäfer - Gelbrandkäfer - Blutrote Heidelibelle - Große Heidelibelle - Gemeine Heidelibelle - Köcherfliegen - Nashornkäfer - Gebänderter Pinselkäfer - Gemeiner Rosenkäfer - Kupfer-Rosenkäfer - Admiral - Aurorafalter - Bläuling - Distelfalter - Kohlweisling - Schwalbenschwanz - Tagpfauenauge - Taubenschwänzchen - Zitronenfalter

Galerie

Links

  • Gemeinde Florstadt
  • AlexanderHitz.de Bilder und Informationen über die Horloffaue und den dortigen Flugplatz sind auf der Homepage von Alexander Hitz unter "Reichelsheim" zu finden
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