Nebelparder

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Nebelparder

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mamalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Großkatzen (Pantherinae)
Gattung: Neofelis
Art: Nebelparder
Wissenschaftlicher Name
Neofelis nebulosa
Griffith, 1821

IUCN-Status
Vulnerable (VU) - IUCN

Der Nebelparder (Neofelis nebulosa) zählt innerhalb der Familie der Katzen (Felidae) zur Gattung Neofelis. Die Unterart Neofelis nebulosa diardii, die auf Sumatra und Borneo lebt, wird seit Anfang 2007 als eine eigene Art geführt. Die neue Bezeichnung lautet: Borneo-Nebelparder (Neofelis diardii). Mehr zum Thema im Kapitel "Unterarten".

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Nebelparder erreicht eine Körperlänge von 90 bis 100 cm, der sehr lange Schwanz erreicht annähernd die gleiche Länge. Das Gewicht beträgt zwischen 18 und 22 kg. Das Fell weist eine graubräunliche Grundfärbung auf und ist mit großen marmorierten Flecken überzogen. Die Flecken sind an den Kanten schwarz bis braun und werden zur Mitte hin heller. Im Reich der Katzen hat der Nebelparder im Verhältnis zur Körpergröße die längsten Eckzähne. Sie ragen teilweise aus dem Maul heraus. Die Ohren sind klein und abgerundet. Kopf und Hals wirken insgesamt sehr kompakt. Die kurzen Beine enden in kräftigen und langen Krallen. Mit ihnen kann er sich als sehr guter Kletterer auszeichnen. Die meiste Zeit des Tages verbringt er zudem im Geäst der Bäume. Der Nebelparder lebt einzelgängerisch. Die Geschlechter finden nur zur Paarungszeit zueinander.

Vor allem wegen der Wilderei ist er mittlerweile eine bedrohte Art und wird in der Roten Liste des IUCN als solche geführt. Das Washingtoner Artschutzübereinkommen stellt ihn unter weltweiten Schutz. Wilderer haben es insbesondere auf das schöne Fell und seine Knochen abgesehen, die in China hoch gehandelt werden. Auch das Fleisch gilt in China als "Delikatesse". Auch die Zerstörung der Lebensräume haben zum Rückgang beigetragen.

Unterarten


Neofelis nebulosa diardii hat seit Anfang 2007 einen Artstatus. Genetische Untersuchungen durch englische Wissenschaftler haben ergeben, dass es sich bei Neofelis nebulosa diardii um eine eigene Art handelt. Nach Angaben der beteiligten Wissenschaftler, sollen die genetischen Unterschiede zwischen Neofelis nebulosa und Neofelis diardii ähnlich groß sein, wie zwischen Löwe und Tiger. Die Population lebt seit rund 1,4 Millionen Jahren auf Sumatra und Borneo und konnte sich in dieser Zeit deutlich vom "Festland"-Nebelparder absetzen. Der Borneo-Nebelparder verfügt über dunklere Musterungen und ist auch sonst dunkler gefärbt. Insgesamt unterscheidet sich die DNA beider Arten in rund 40 Details. Die Gesamtpopulation des Borneo-Nebelparder soll sich auf 8.000 bis 18.000 Tiere belaufen. An den Untersuchungen, die im Jahre 2006 durchgeführt wurden, waren die englischen Forscher Andrew C. Kitchener, Mark A. Beaumont und Douglas Richardson beteiligt.

Verbreitung

Nebelparder
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Nebelparder

Der Nebelparder lebt in tropischen Regenwäldern, insbesondere auf Sumatra und Borneo. Auch in China, Indonesien, Burma und Vietnam sind sie zu Hause. Im Nordosten von Indien gibt es ebenfalls eine kleine Population.

Nahrung

Als dämmerungsaktiver Jäger jagt er vorzugsweise in den Baumkronen nach Vögeln, Affen und anderen Kleinsäugern. Selten jagt er auf dem Waldboden Schweine und Säuger in ähnlicher Größe.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife tritt mit rund zwei Jahren ein. Männchen erreichen die Fortpflanzungsfähigkeit etwa sechs Monate später. Nach einer Tragezeit von 85 bis 100 Tagen bringt das Weibchen zwischen zwei und drei, selten mehr Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere öffnen nach etwa zwei Wochen erstmals ihre Augen und weisen eine gelbliche Färbung auf. Das charakteristische marmorierte Muster bildet sich im Laufe des ersten Lebensjahres aus. Die Jungtiere werden etwa für 100 Tage gesäugt und verlassen mit sechs bis neun Monaten die Mutter. Nebelparder können ein Alter von 12 Jahren erreichen, in Gefangenschaft durchaus auch bis zu 17 Jahren.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Familie der Katzen (Felidae)

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

Links

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