Neoscona arabesca

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Neoscona arabesca

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)
Gattung: Neoscona
Art: Neoscona arabesca
Wissenschaftlicher Name
Neoscona arabesca
(Walckenaer, 1842)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:016694]

Die Spinnenart Neoscona arabesca zählt innerhalb der Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae) zur Gattung Neoscona. Im Englischen wird die Spinne Arabesken orbweaver genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Neoscona arabesca erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 8 Millimeter. Die Spinne weist im Allgemeinen drei Paar dunkle Markierungen auf dem Hinterkörper, die breiteste Markierung befindet sich in der Nähe der Mittellinie. Die Markierungen erstecken sich bis zu den Seiten und bis zum Kopfende. Des Weiteren zeigen sich auf dem Hinterkörper vier Flecken, die zusammen ein Trapez bilden und an den seitlichen Rändern blaß abgegrenzt sind. Der Hinterkörper weist eine quadratische umrissene Markierung an den Seiten auf, die mit einer blassgelben Färbung versehen ist. Das dunkle Zentrum, das sich auf der gesamten hinteren Kante und dem zentralen Viertel der vorderen Kante hinzieht, hat die Form einer Vase mit einem schmalen vorderen Hals, einem breiten Zentrum und einer breiten hinteren Basis. Die quadratische umrissene Markierung ist bei den meisten Spinnen aus der Gattung Neoscona typisch, aber die Form der dunklen zentralen Markierung ist von Art zu Art verschieden. Einige Autoren weisen darauf hin, dass dieselbe Zeichnung auch bei den Arten aus der Gattung der Echten Kreuzspinnen (Araneus) vorhanden ist, obwohl es bei der Art Araneus bicentenarius nicht eindeutig ist, so kann man doch die anatomischen Unterschiede zwischen der Gattung Neoscona und der Gattung der Echten Kreuzspinnen (Araneus) anhand der Quer- und Längs-Nut feststellen. Denn die Arten aus der Gattung der Echten Kreuzspinnen (Araneus) weisen auf dem Thorax eine Quer-Nut und die Arten aus der Gattung Neoscona eine Längs-Nut auf. Meist wird dieses Merkmal durch die Härchen verdeckt. Die acht Augen der Neoscona arabesca gleichen in Größe und Form einer Ellipse, die sich abgeflacht vertikal und horizontal erstreckt. Die Augen sind paarweise angeordnet und bestehen aus zwei Tagaugen und sechs Nachtaugen. Die Augen befinden sich auf einem Augenhügel vorn in der Mitte auf dem Prosoma. Die beiden Vorder-/Mittelaugen sind als Tagaugen ausgebildet und sind nach vorn gerichtet. Die übrigen Nebenaugen sind Nachtaugen, die das Licht reflektieren und so eine weißliche Färbung annehmen. Bei den Tagaugen ist die mit den lichtempfindlichen Stäbchen besetzt Netzhaut zusätzlich mit schwarz pigmentierten Zellen besetzt, die die Sehschärfe erhöhen. Die dunklen Zellen befinden sich vor den lichtempfindlichen Stäbchen und so erscheinen diese Augen dunkel. Die Haupt- und Nebenaugen sind mit starren Linsen versehen und somit ist eine Fokussierung nicht möglich.

Lebensweise

Neoscona arabesca webt ein großes Netz und bessert oder ersetzt häufig die Fäden des Netzes. Das senkrechte Netz wird in Bäumen, Sträuchern, Büschen, Pflanzen sowie an Gebäuden angebracht. Im Gegensatz zu den anderen Arten aus der Gattung der Echten Kreuzspinnen (Araneus) ist die Nabe geöffnet und wird nur von ein oder zwei Fäden gekreuzt. Zum Rückzug dient der Spinne nur ein Brückenfaden. Die Spinne ist nächtlich aktiv und während der Sommerzeit ruht die Spinne in ihrem Schlupfwinkel. Am Abend und in der Nacht wird sie aktiv und hält sich in der Nähe der Nabe auf. Das Weibchen webt aus flauschigen gelben Fäden einen Eikokon, den das Weibchen in einem gerollten Blatt dann befestigt.

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Neoscona arabesca

Verbreitung

Neoscona arabesca ist ebenfalls im gesamten Osten der Vereinigten Staaten von Amerika verbreitet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Massachusetts, weit bis ins südliche Ontario, Minnesota bis nach Florida, Texas und bis nach Zentral-Mexiko. Des Weiteren kommt sie auch in New Mexiko, Arizona und in Kalifornien sowie in Fayetteville, Arkansas, vor. Im Spätsommer und im Frühherbst trifft man vermehrt die Weibchen nach schwerer Hitze des Sommers eingerollt in den verfärbten Blättern der Bäume. Die Weibchen weben große Netze, oft mit mehr als 20 Radien oder Speichen, in relativ offenen, schattigen Bereichen, wie zum Beispiel in offenen Wäldern, in Gärten unter Sträuchern und Bäumen und unter überhängenden Dächern der Häuser in bewaldeten Gebieten. Die Spinne webt die Netze an unterschiedlichen Plätzen wie Balsam-Tanne (Abies balsamea), Spiersträucher (Spiraea), Schwarz-Fichte (Picea mariana), Rispengräser, Himbeere (Rubus idaeus), Erlen (Alnus), Schmalblättriges Weidenröschen (Epilobium angustifolium) sowie Weymouths-Kiefer (Pinus strobus).

Ernährung

Das Weibchen verläßt oft den Schlupfwinkel am Tage und erbeutet während des Tages Insekten (Insecta). Dies kann darauf zurückzuführen sein, dass das Weibchen den Bedarf an zusätzlicher Nahrung für die Entwicklung der Eier decken muß, da Beutetiere in kühleren Herbstnächten kaum noch zu finden sind. Neoscona arabesca ernährt sich hauptsächlich von Geflügelten Insekten (Pterygota), bevorzugte Beutetiere sind Spitzkopfzikaden (Fulgoromorpha) und Rundkopfzikaden (Cicadomorpha). Gelegentlich werden auch Hautflügler (Hymenoptera) wie Wespen (Vespoidea), Ameisen (Formicoidea) und Bienen (Apidae) sowie Käfer (Coleoptera) erbeutet.

Fortpflanzung

Nach der Paarung webt das Weibchen einen Eikokon, der aus flauschigen gelben Fäden besteht. Der Eikokon wird in einem gerollten welken Blatt befestigt. Der Eikokon ist etwa 5 bis 12 Millimeter im Durchmesser und umfaßt etwa 1.000 Eier. Die Jungspinnen fallen häufig den Schlammwespen, vor allem der Art Trypoxylon politum zum Opfer. Trypoxylon politum füttert die Larven hauptsächlich mit Jungspinnen, indem die Art mehrere Jungspinnen in das Nest schleppt, dann ein Ei dazu legt und anschließend das Nest mit Lehm verschließt.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

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Update 31. Mai 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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