Neoscona crucifera

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Neoscona crucifera

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)
Gattung: Neoscona
Art: Neoscona crucifera
Wissenschaftlicher Name
Neoscona crucifera
(Lucas, 1838)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:016706]

Die Spinnenart Neoscona crucifera zählt innerhalb der Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae) zur Gattung Neoscona.

Diese Art führte wegen der Interpretationen und Beschreibungen von verschiedenen Autoren zu vielen Kontroversen. In unveröffentlichen Manuskripten und Zeichnungen wurde diese Art unter der Bezeichnung Epeira benjamina geführt. Berman & Levi (1971) überprüften die Beschreibungen und beschlossen der Spinne den Namen Neoscona hentzii als Nachfolger von Neoscona benjamina zu geben. Neoscona hentzii war die älteste Bezeichnung mit einer angemessenen Beschreibung und mit bestimmten Auslegungen. Neoscona hentzii wurde dann mit Neoscona crucifera synonymiert Grasshoff (1986).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Neoscona crucifera erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 15 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 19,7 Millimeter. Beide Geschlechter ähneln sich in Färbung und Muster. Die Längsnut auf dem Rückenschild unterscheidet die Spinne von allen anderen Arten aus der Gattung Neoscona und aus der Gattung der Echten Kreuzspinnen (Araneus). Der Rückenschild ist gelblich bis orange gefärbt und mit weißen Härchen besetzt. Die Oberfläche des dreieckförmigen Hinterleibes ist ebenfalls gelblich bis orange getönt und ist vereinzelt mit weißlichen und graubraunen Härchen bedeckt. Das Muster ist von einer dunklen Färbung und besteht aus unregelmäßigen und undeutlichen querverlaufenden Dreiecken. Die Femora (Oberschenkelbeine) sind orangebraun getönt und die Tibiae (Unterschenkelbeine) sind dunkelbraun und mit weißen Stacheln besetzt. Die Unterseite des Hinterleibes ist zentral schwarz gefärbt. Ferner befinden sich an beiden Seiten schwarze Flecken und an der Basis erkennt man ein Paar gelbliche Linien. Neoscona crucifera ähnelt sehr der anderen bekannten Art Neoscona arabesca. Allerdings ist die letztgenannte Spinne viel kleiner und weist einen subovalen Hinterleib sowie unterschiedlich schwarze Markierungen in einem Winkel auf.

Lebensweise

Neoscona crucifera webt ein großes Netz und bessert oder ersetzt häufig die Fäden des Netzes. Das senkrechte Netz wird in Bäumen und Sträuchern sowie an Gebäuden angebracht. Im Gegensatz zu den anderen Arten aus der Gattung der Echten Kreuzspinnen (Araneus) ist die Nabe geöffnet und wird nur von ein oder zwei Fäden gekreuzt. Zum Rückzug dient der Spinne nur ein Brückenfaden. Die Spinne ist nächtlich aktiv und während der Sommerzeit ruht die Spinne in ihrem Schlupfwinkel. Am Abend und in der Nacht wird sie aktiv und hält sich in der Nähe der Nabe auf. Das Weibchen webt aus flauschigen gelben Fäden einen Eikokon, den das Weibchen in einem gerollten Blatt dann befestigt.

Verbreitung

Neoscona crucifera ist im gesamten Osten der Vereinigten Staaten von Amerika verbreitet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Massachusetts, weit bis ins südliche Ontario, Minnesota bis nach Florida, Texas und bis nach Zentral-Mexiko. Des Weiteren kommt sie auch in New Mexiko, Arizona und in Kalifornien sowie in Fayetteville, Arkansas, vor. In jüngster Zeit wurde diese Art auch auf den Kanarischen Inseln und auf Porto Santo, Afrika, gesichtet. Wahrscheinlich wurde die Spinne aus Amerika nach Afrika eingeführt. Im Spätsommer und im Frühherbst trifft man vermehrt die Weibchen im Ozark-Plateau (Hochlandregion in den zentralen Vereinigten Staaten) nach schwerer Hitze des Sommers eingerollt in den verfärbten Blättern der Bäume. Die Weibchen weben große Netze, oft mit mehr als 20 Radien oder Speichen, in relativ offenen, schattigen Bereichen, wie zum Beispiel in offenen Wäldern, in Gärten unter Sträuchern und Bäumen und unter überhängenden Dächern der Häuser in bewaldeten Gebieten.

Ernährung

Das Weibchen verläßt oft den Schlupfwinkel am Tage und erbeutet während des Tages Insekten (Insecta). Dies kann darauf zurückzuführen sein, dass das Weibchen den Bedarf an zusätzlicher Nahrung für die Entwicklung der Eier decken muß, da Beutetiere in kühleren Herbstnächten kaum noch zu finden sind. Neoscona crucifera ernährt sich hauptsächlich von Geflügelten Insekten (Pterygota), bevorzugte Beutetiere sind Spitzkopfzikaden (Fulgoromorpha) und Rundkopfzikaden (Cicadomorpha).

Fortpflanzung

Nach der Paarung webt das Weibchen einen Eikokon, der aus flauschigen gelben Fäden besteht. Der Eikokon wird in einem gerollten welken Blatt befestigt. Der Eikokon ist etwa 5 bis 12 Millimeter im Durchmesser und umfaßt etwa 1.000 Eier. Die Jungspinnen fallen häufig den Schlammwespen, vor allem der Art Trypoxylon politum zum Opfer. Trypoxylon politum füttert die Larven hauptsächlich mit Jungspinnen, indem die Art mehrere Jungspinnen in das Nest schleppt, dann ein Ei dazu legt und anschließend das Nest mit Lehm verschließt.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Neoscona crucifera
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Neoscona crucifera

Update 31. Mai 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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