Neoscona domiciliorum

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Neoscona domiciliorum

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)
Gattung: Neoscona
Art: Neoscona domiciliorum
Wissenschaftlicher Name
Neoscona domiciliorum
(Hentz, 1847)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:016709]

Die Spinnenart Neoscona domiciliorum zählt innerhalb der Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae) zur Gattung Neoscona.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Neoscona domiciliorum erreicht eine Körperlänge von etwa 8 bis 9 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 7,2 bis 16,2 Millimeter. Die Exemplare in Florida werden in der Regel größer als die Individuen, die weiter nördlich vorkommen. Neoscona domiciliorum ähnelt im Aussehen sehr der Neoscona crucifera. Das Weibchen der Neoscona domiciliorum weist eine rötlichbraune bis braune Grundfärbung und das Männchen eine leichtere braune Tönung auf. Ferner ist der Rückenschild an den Seiten fast schwarz getönt. Die Weibchen, die in nördlichen Gebieten vorkommen, sind gelegentlich auch weiß gefärbt. Des Weiteren zeigt sich bei dem Weibchen der Neoscona domiciliorum eine hell leuchtende weiße oder gelbe Markierung auf dem Hinterleib, zusätzlich befinden sich an jeder Seite des Hinterleibes breite schwarze Streifen. Auf der hinteren Hälfte des Hinterkörpers zeigt sich eine doppelte Reihe von schwarzen Querstreifen, manchmal sind diese aber auch verdeckt. Die Beine sind mit rötlichbraunen und blassgelben Markierungen gebändert. Die Femora (Oberschenkelbeine) sind rötlich gefärbt und die zweite Tibia (Unterschenkelbein) weist drei Reihen Stacheln auf. Die Epigyne (weibliche Geschlechtsöffnung) besitzt ein Paar Ausbuchtungen.

Lebensweise

Neoscona domiciliorum trifft man häufiger in feuchten Wäldern als in trockeneren Wäldern an, und es scheint, dass der Lebensraum eher durch Laubhölzer dominiert. In der juvenilen Phase webt diese Spinnenart vertikale Netze in der Morgendämmerung. Neoscona domiciliorum webt aber in der Regel kleinere Netze als Neoscona crucifera. Im Gegensatz zu den anderen Arten aus der Gattung der Echten Kreuzspinnen (Araneus) ist die Nabe geöffnet und wird nur von ein oder zwei Fäden gekreuzt. Zum Rückzug dient der Spinne nur ein Brückenfaden. Während des Tages zieht sich die Spinne in die mit Seide zusammengerollten Blätter zurück. In der Regel erbeutet sie am Abend und in der Nacht Insekten (Insecta), aber gelegentlich verläßt die Spinne auch während des Tages den Schlupfwinkel und hält sich in der Nähe der Nabe auf, um Insekten (Insecta) zu erbeuten. Dies kann darauf zurückzuführen sein, dass sie den Bedarf an zusätzlicher Nahrung für die Entwicklung der Eier decken muß, da Beutetiere in kühleren Herbstnächten kaum noch zu finden sind. Die Eikokons von Neoscona domiciliorum bestehen ebenfalls aus flauschigen gelben Fäden, die in einem gerollten Blatt befestigt werden.

Neoscona domiciliorum
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Neoscona domiciliorum

Verbreitung

Die Spinne weist eine große geografische Reichweite auf. Das Verbreitungsgebiet ersteckt sich von Süd-Florida nach Norden bis New England, nach Westen bis Minnesota und südwestlich bis Arizona und Zentral-Mexiko. Des Weiteren kommt sie südöstlich von Massachusetts und südwestlich von Texas vor. In den nördlichen Staaten erreichen die Männchen die Geschlechtsreife Ende Juni und die Weibchen im Juli, in Florida erst Ende August. Im Spätsommer und im Frühherbst trifft man vermehrt die Weibchen nach schwerer Hitze des Sommers eingerollt in den verfärbten Blättern der Bäume an. Das Weibchen der Neoscona domiciliorum webt in der Regel kleinere Netze in relativ offenen, schattigen Bereichen, wie zum Beispiel in offenen Wäldern, in Gärten unter Sträuchern und Bäumen und unter überhängenden Dächern der Häuser in bewaldeten Gebieten.

Ernährung

Das Weibchen verläßt oft den Schlupfwinkel am Tage und erbeutet während des Tages Insekten (Insecta). Dies kann darauf zurückzuführen sein, dass das Weibchen den Bedarf an zusätzlicher Nahrung für die Entwicklung der Eier decken muß, da Beutetiere in kühleren Herbstnächten kaum noch zu finden sind. Neoscona domiciliorum ernährt sich hauptsächlich von Geflügelten Insekten (Pterygota), bevorzugte Beutetiere sind Spitzkopfzikaden (Fulgoromorpha) und Rundkopfzikaden (Cicadomorpha).

Fortpflanzung

Nach der Paarung webt das Weibchen einen Eikokon, der aus flauschigen gelben Fäden besteht. Der Eikokon wird in einem gerollten welken Blatt befestigt. Der Eikokon ist etwa 5 bis 12 Millimeter im Durchmesser und umfaßt etwa 1.000 Eier. Die Jungspinnen fallen häufig den Schlammwespen, vor allem der Art Trypoxylon politum zum Opfer. Trypoxylon politum füttert die Larven hauptsächlich mit Jungspinnen, indem die Art mehrere Jungspinnen in das Nest schleppt, dann ein Ei dazu legt und anschließend das Nest mit Lehm verschließt.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Mai 2008 <1>

  • Neoscona domiciliorum - (Hentz, 1847)
  • Epeira domiciliorum - Hentz, 1847
  • Epeira domiciliorum - McCook, 1881
  • Epeira benjamini - Keyserling, 1892
  • Epeira benjamina - McCook, 1894
  • Neoscona benjamina - Cambridge, 1904
  • Araneus benjaminus - Petrunkevitch, 1911
  • Neoscona domiciliorum - Archer, 1940
  • Neoscona benjamina - Muma, 1943
  • Neoscona domiciliorum - Berman & Levi, 1971
  • Neoscona domiciliorum - Kaston, 1977

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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