Nephila inaurata

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Nephila inaurata
Weibchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Entelegynae
Familie: Seidenspinnen (Nephilidae)
Gattung: Seidenspinnen (Nephila)
Art: Nephila inaurata
Wissenschaftlicher Name
Nephila inaurata
(Walckenaer, 1842)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:013953]

Diese Spinnenart Nephila inaurata gehört innerhalb der Familie der Seidenspinnen (Nephilidae) zur Gattung der Seidenspinnen (Nephila). Im Englischen wird diese Art red-legged golden orb-web spider genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Beide Geschlechter zeigen in Größe und Färbung einen deutlichen Dimorphismus. Diese Art zählt ebenfalls zu den großen Seidenspinnen und erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Millimeter bei einer Beinspannweite von etwa 10 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 30 bis 50 Millimeter bei einer Beinspannweite von etwa 200 Millimeter. Das Weibchen weist lange, schlanke rötlich gefärbte Beine und ein längliches, silberfarbenes und schwarzes Abdomen mit prominenten gelben Markierungen auf. An dem hinteren Beinpaar zeigt sich eine dichte lange Beborstung, die allerdings zu den Tarsen hin etwas spärlicher und kleiner wirkt. Das Weibchen kann das 20ig-fache an Körperlänge als das Männchen erreichen, das im Gegensatz zum Weibchen ein gerundetes Abdomen mit dunklen, schwarzen und roten Markierungen aufweist. Die Unterart Nephila inaurata madagascariensis kommt nur auf Madagaskar vor und ist somit endemisch. Aufgrund des schwarzen Abdomens behaupten einige Quellen, dass es sich um eine andere Art handelt und wird fälschlicherweise auch als Nephila nigra Vinson, 1863 bezeichnet. Diese Bezeichnung wird aber eher als Synonym für Nephila inaurata verwendet. Siehe auch weiter unten im Abschnitt: Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Lebensweise

Das Netz kann einen Durchmesser von etwa 1 Meter erreichen und ist asymmetrisch mit einer offenen Nabe im Zentrum gewebt. Das Netz wird durch viele Fäden mit umliegendem Laub unterstützt und ist oft auf einer oder auf beiden Seiten durch eine einfache, aber starke "Barriere" geschützt. Die radialen Stützfäden weisen eine weißliche Färbung auf und die oberen Fäden, die sogenannten Spiralen haben eine goldgelbe Tönung, diese Spiralen stabilisieren zusätzlich das Netz. Nach jeder Beschädigung werden die Netzfäden repariert. Die zerstörten Fäden werden von der Spinne verspeist. Dieser Recycling-Prozess dient als wertvolle Quelle von Proteinen und die Spinndrüsen können wieder neue Seide produzieren. Bei dieser Art lebt das Männchen meist mit dem noch nicht geschlechtsreifen Weibchen im Netz zusammen. In der Regel hält sich das Männchen auf der Spitze des Netzes auf und das Weibchen sitzt auf der Nabe mit dem Kopf nach unten wartend auf Insekten (Insecta), die sich im Netz verfangen. Sobald die Beute sich im Netz verheddert hat, nähert sich die Spinne vorsichtig der Beute, umhüllt das Opfer mit Seide und macht es damit unbeweglich. Das Beutetier wird mit einer Injektion Gift getötet, dabei werden Verdauungsenzyme freigesetzt. Die Beute wird dann in die Mitte des Netzes verbracht, wo sie entweder verspeist oder gelagert wird.

Unterarten

Verbreitung

Nephila inaurata kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Südliches Afrika und auf einigen Inseln im Indischen Ozean wie Seychellen, La Réunion, Mauritius und Rodrigues. Das Netz der Spinne befindet sich meist an feuchten Plätzen etwa 6 Meter über dem Boden. Die Spinne hält sich im Blattwerk großer Bäume und in Gebieten auf, wo keine Autos Zugang haben. In der Regel werden mehrere Netze aneinander zu enormen "Häusern" gewebt, so dass eine riesige Netzoberfläche entsteht.

Nephila inaurata - Weibchen
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Nephila inaurata - Weibchen

Ernährung

Nephila inaurata ist ein opportunistischer Räuber und verspeist alles, was sich im Netz verfängt. Die Spinne ist beim Beutefang am Tage und in der Nacht aktiv. Die größte Gruppe von gefangener Beute bilden Schmetterlinge (Lepidoptera), dazu gehören auch die Motten, ferner werden auch in großen Mengen Fliegen (Brachycera), Grillen (Gryllidae), Bienen (Apiformes), Wespen (Vespinae) und Käfer (Coleoptera) von der Spinne nicht verschmäht.

Fortpflanzung

Die Paarung bei Nephila inaurata steht in engem Zusammenhang mit der Ernährung. Das Männchen beginnt mit der Paarung, wenn das Weibchen ein Beutetier verspeist. Die Paarungsansätze bei dem Männchen sind sehr langsam. Wenn das Männchen die Nähe des Weibchens erreicht hat, hält das Männchen in seinen Bewegungen inne, manchmal berührt das Männchen zaghaft die Beine des Weibchens. Dann krabbelt das Männchen unter den Bauch des Weibchens und führt seine Bulben abwechselnd in die Epigyne (äußeres weibliches Geschlechtsorgan) des Weibchens ein und injiziert das Sperma. Wird das Männchen bei der Kopulation gestört, dann eilt das Männchen schnell auf die gegenüberliegende Seite bis zur Spitze des Netzes. Die Dauer der Paarung ist sehr unterschiedlich. Kleinere Männchen begatten in der Regel länger als größere Männchen. Nach der Paarung produziert das Weibchen nur einen flauschig gelblich gefärbten Eikokon pro Saison mit einem Durchschnitt von 400 bis 1.500 Eiern mit einem Gewicht von insgesamt 1,2 Gramm. Dieser Eikokon wird nur in der Nacht an einen Stamm eines Baumes oder an die Unterseite eines Blattes befestigt. Die Entwicklungszeit (Ei und embryonale Periode) ist ziemlich lang, oft dauert die Entwicklungsphase mehrere Wochen.

Ökologie

Diese Art nimmt eine wichtige Rolle im biologischen Pflanzenschutz ein, da sie eine Vielzahl an schädlichen Insekten (Insecta) vertilgt. Ferner ist sie in der Lage, wenn wenig Insekten (Insecta) vorhanden sind, mehrere Hungerperioden zu überleben. Feldexperimente haben in den letzten 35 Jahren gezeigt, dass die Spinne eine größere Populationsdichte an schädlichen Insekten (Insecta), die erhebliche Ernteschäden verursachen, vertilgen kann. Trotz ihrer Allgegenwärtigkeit und hoher Dichte, verdient die Spinne kaum Anerkennung, die sie braucht, um voll ausgelastet als biologisches Bekämpfungsmittel eingesetzt zu werden. Heute wird allerdings mehr auf chemisch-synthetische Pestizide zur Bekämpfung von Schädlingen vertraut. Die Pestizide haben sich als extrem giftig erwiesen und haben zu einer Reihe von Nebenwirkungen geführt, wie Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit, giftige Rückstände in Lebensmitteln und Störung der lokalen Ökosysteme. Des Weiteren entwickelten die Schädlinge im Laufe der Jahre eine gewisse Resistenz gegen Pestizide. Es werden auch weiterhin verschiedene giftige Chemikalien, die oft als Schädlingsbekämpfungsmittel in den Haushalten und Kulturen empfohlen werden, verwendet. Dies hat dazu geführt, dass die natürlichen Feinde, wie die Spinnen, gleich mit vernichtet wurden, die normalerweise die Schädlinge im Gleichgewicht halten.

Gefährdung und Schutz

Viele Spinnenarten, die weltweit als sehr selten oder gefährdet gelten, werden in drei verschiedenen Listen geführt. Endangered Species Act von 1973 (USC, Band 7, § 136, 16 USC § 1531 ff.) oder auch kurz ESA genannt, umfaßt mehrere weitreichende Umwelt-Gesetze. Sie wurde 1970 gegründet, um Schutz, Sorge und Erhaltung kritisch gefährdeter und vom Aussterben bedrohter Arten als "Folge des wirtschaftlichen Wachstums" zu gewährleisten.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 25. November 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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