Nephila plumipes

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Nephila plumipes
Weibchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Entelegynae
Familie: Seidenspinnen (Nephilidae)
Gattung: Seidenspinnen (Nephila)
Art: Nephila plumipes
Wissenschaftlicher Name
Nephila plumipes
(Latreille, 1804)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:013971]

Diese Spinnenart Nephila plumipes gehört innerhalb der Familie der Seidenspinnen (Nephilidae) zur Gattung der Seidenspinnen (Nephila). Im Englischen wird die Art Mangrove Golden Orb-Web-Spider genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Beide Geschlechter zeigen in Größe und Färbung einen deutlichen Dimorphismus. Diese Art zählt ebenfalls zu den großen Seidenspinnen und erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 4 bis 6 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 18 bis 25 Millimeter. Der Körper des Weibchens ist braun bis dunkelbraun gefärbt. Die sehr langen Beine sind mit dichten Borsten besetzt, die eher einem Pinsel ähneln. Das dritte Beinpaar ist das kürzeste und weist keine Borsten auf. Das Opisthosoma ist lang und oval geformt und ist von einer gelblichen Färbung. Ferner zeigt sich auf dem Opisthosoma eine graubraune Musterung. Der Kopf und das Prosoma sind mit silberfarbenen Härchen besetzt. Nephila plumipes besitzt ein charakteristisches Tuberkel, das sich in der Nähe des Sternum befindet. Das Männchen ist im Gegensatz zum Weibchen ziemlich unauffällig gefärbt. Der Körper des Männchens weist eine orangebraune Tönung auf. Bei den juvenilen weiblichen und männlichen Exemplaren ist die Farbmusterung sehr variabel.

Lebensweise

Das Netz kann einen Durchmesser von etwa 1 Meter erreichen und ist asymmetrisch mit einer offenen Nabe im Zentrum gewebt. Das Netz wird durch viele Fäden mit umliegendem Laub unterstützt und ist oft auf einer oder auf beiden Seiten durch eine einfache, aber starke "Barriere" geschützt. Die radialen Stützfäden weisen eine weißliche Färbung auf und die oberen Fäden, die sogenannten Spiralen haben eine goldgelbe Tönung, diese Spiralen stabilisieren zusätzlich das Netz. Nach jeder Beschädigung werden die Netzfäden repariert.
Nephila plumipes - Weibchen
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Nephila plumipes - Weibchen
Die zerstörten Fäden werden von der Spinne verspeist. Dieser Recycling-Prozess dient als wertvolle Quelle von Proteinen und die Spinndrüsen können wieder neue Seide produzieren. Bei dieser Art lebt das Männchen meist mit dem noch nicht geschlechtsreifen Weibchen im Netz zusammen. In der Regel hält sich das Männchen auf der Spitze des Netzes auf und das Weibchen sitzt auf der Nabe mit dem Kopf nach unten wartend auf Insekten (Insecta), die sich im Netz verfangen. Sobald die Beute sich im Netz verheddert hat, nähert sich die Spinne vorsichtig der Beute, umhüllt das Opfer mit Seide und macht es damit unbeweglich. Das Beutetier wird mit einer Injektion Gift getötet, dabei werden Verdauungsenzyme freigesetzt. Die Beute wird dann in die Mitte des Netzes verbracht, wo sie entweder verspeist oder gelagert wird.

Verbreitung

Nephila plumipes kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Indonesien, Neuguinea, Australien, Neukaledonien, Vanuatu, Salomonen Inseln, Neu-Irland. Die Spinne hält sich überwiegend, wie die englische Bezeichnung schon andeutet, in Mangrovenwäldern auf. Das große Netz ist meist zwischen Ästen aufgereiht, das manchmal sich bis zum Boden erstreckt. Im Gegensatz zu einigen anderen Seidenspinnen webt diese Art während des Tages das Netz.

Ernährung

Nephila plumipes ist ein opportunistischer Räuber und verspeist alles, was sich im Netz verfängt. Die Spinne ist beim Beutefang am Tage und in der Nacht aktiv. Die größte Gruppe von gefangener Beute bilden Schmetterlinge (Lepidoptera), dazu gehören auch die Motten, ferner werden auch in großen Mengen Fliegen (Brachycera), Grillen (Gryllidae), Bienen (Apiformes), Wespen (Vespinae) und Käfer (Coleoptera) von der Spinne nicht verschmäht. Das Netz der Nephila plumipes enthält in der Regel eine Reihe von Unrat sowie Überbleibsel von Insekten, die die Spinne verspeist hat, was auch selten unter den Seidenspinnen ist.

Nephila plumipes - Weibchen
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Nephila plumipes - Weibchen

Fortpflanzung

Die Paarung bei Nephila plumipes steht in engem Zusammenhang mit der Ernährung. Das Männchen beginnt mit der Paarung, wenn das Weibchen ein Beutetier verspeist. Die Paarungsansätze bei dem Männchen sind sehr langsam. Wenn das Männchen die Nähe des Weibchens erreicht hat, hält das Männchen in seinen Bewegungen inne, manchmal berührt das Männchen zaghaft die Beine des Weibchens. Dann krabbelt das Männchen unter den Bauch des Weibchens und führt seine Bulben abwechselnd in die Epigyne (äußeres weibliches Geschlechtsorgan) des Weibchens ein und injiziert das Sperma. Wird das Männchen bei der Kopulation gestört, dann eilt das Männchen schnell auf die gegenüberliegende Seite bis zur Spitze des Netzes. Die Dauer der Paarung ist sehr unterschiedlich. Kleinere Männchen begatten in der Regel länger als größere Männchen. Nach der Paarung produziert das Weibchen nur einen flauschig gelblich gefärbten Eikokon pro Saison mit einem Durchschnitt von 400 bis 1.500 Eiern mit einem Gewicht von insgesamt 1,2 Gramm. Dieser Eikokon wird nur in der Nacht an einen Stamm eines Baumes oder an die Unterseite eines Blattes befestigt. Die Entwicklungszeit (Ei und embryonale Periode) ist ziemlich lang, oft dauert die Entwicklungsphase mehrere Wochen.

Ökologie

Diese Art nimmt eine wichtige Rolle im biologischen Pflanzenschutz ein, da sie eine Vielzahl an schädlichen Insekten (Insecta) vertilgt. Ferner ist sie in der Lage, wenn wenig Insekten (Insecta) vorhanden sind, mehrere Hungerperioden zu überleben. Feldexperimente haben in den letzten 35 Jahren gezeigt, dass die Spinne eine größere Populationsdichte an schädlichen Insekten (Insecta), die erhebliche Ernteschäden verursachen, vertilgen kann. Trotz ihrer Allgegenwärtigkeit und hoher Dichte, verdient die Spinne kaum Anerkennung, die sie braucht, um voll ausgelastet als biologisches Bekämpfungsmittel eingesetzt zu werden. Heute wird allerdings mehr auf chemisch-synthetische Pestizide zur Bekämpfung von Schädlingen vertraut. Die Pestizide haben sich als extrem giftig erwiesen und haben zu einer Reihe von Nebenwirkungen geführt, wie Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit, giftige Rückstände in Lebensmitteln und Störung der lokalen Ökosysteme. Des Weiteren entwickelten die Schädlinge im Laufe der Jahre eine gewisse Resistenz gegen Pestizide. Es werden auch weiterhin verschiedene giftige Chemikalien, die oft als Schädlingsbekämpfungsmittel in den Haushalten und Kulturen empfohlen werden, verwendet. Dies hat dazu geführt, dass die natürlichen Feinde, wie die Spinnen, gleich mit vernichtet wurden, die normalerweise die Schädlinge im Gleichgewicht halten.

Gefährdung und Schutz

Viele Spinnenarten, die weltweit als sehr selten oder gefährdet gelten, werden in drei verschiedenen Listen geführt. Endangered Species Act von 1973 (USC, Band 7, § 136, 16 USC § 1531 ff.) oder auch kurz ESA genannt, umfaßt mehrere weitreichende Umwelt-Gesetze. Sie wurde 1970 gegründet, um Schutz, Sorge und Erhaltung kritisch gefährdeter und vom Aussterben bedrohter Arten als "Folge des wirtschaftlichen Wachstums" zu gewährleisten.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 25. November 2008 <1>

Nephila plumipes - Weibchen
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Nephila plumipes - Weibchen

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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