Neuguinea-Filander

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Neuguinea-Filander

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Ordnung: Diprotodontia
Familie: Kängurus (Macropodidae)
Gattung: Filander (Thylogale)
Art: Neuguinea-Filander
Wissenschaftlicher Name
Thylogale brunii
Schreber, 1778

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Der Neuguinea-Filander (Thylogale brunii) zählt innerhalb der Familie der Kängurus (Macropodidae) zur Gattung der Filander (Thylogale). Im Englischen wird die Art Dusky Pademelon oder Dusky Wallaby genannt (IUCN, 2014).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

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Neuguinea-Filander
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Neuguinea-Filander

Das weiche und dicke Fell ist an der Oberseite typischer Weise braun bis schokoladenbraun gefärbt. Ein deutlich dunkel wirkenden Backenstreifen reicht von hinter den Augen bis hin zum Mund. Über diesem Streifen ist das Fell weiß. Ventral ist das Fell deutlich heller gefasst. Der Schanz ist relativ kurz und dick und mit nur wenigen Haaren besetzt. Die Ohren sind dunkel, rund und fleischig. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 29 bis 67 cm, die Schwanzlänge 25 bis 51 cm. Das Gewicht ist bei Männchen mit 11 bis 18 kg deutlich höher als bei den Weibchen (nur 5 bis 9 kg). In Anpassung an ihren dichten Lebensraum sind die Schenkel kurz und der Körper recht kompakt.

Verhalten

Die Tiere leben auf dem Boden. Von Natur aus sind die Tiere eher einzelgängerisch veranlagt, lassen sich in Zoos aber auch in Gruppen halten. Während der Morgenstunden bis zum Abend legen sie lange Strecken zurück um Nahrung zu finden. Während der wärmeren Mittagsstunden ziehen sich die Tiere in die kühleren Grasebenen zurück Es werden sogenannte "Runways" angelegt, die den Tieren zur Orientierung dienen. Bei Gefahr trommeln sie mit den Füßen auf den Boden.

Verbreitung

Die Tiere sind auf Neuguinea endemisch. Man findet sie auf der Insek Kai, den Aru-Inseln, (Maluku, Indonesien), während eine Population die Grasländer des Digul-Rivers östlich des Mt. Karimu und die andere die rundum des POrt Moresby im Südosten Der Zentralprovinz besiedeln.

Ernährung

Im Zoo Pilsen (Tschechien) werden Neuguinea-Filander regelmäßig nachgezüchtet
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Im Zoo Pilsen (Tschechien) werden Neuguinea-Filander regelmäßig nachgezüchtet

Auf Nahrungssuche gehen Neuguinea-Filander in der Dämmerung oder in der Dunkelheit. Beim Grasen bewegen sie sich in gebückter Haltung auf allen Vieren fort. Neuguinea-Filander sind reine Pflanzenfresser, die sich von verschiedenen Gräsern und Kräutern, Blättern, jungen Trieben und gelegentlich Rinde ernähren. Die schwer verdauliche Nahrung wird mit Hilfe von Mikroorganismen in ihrem Magen und Verdauungstrakt in Energie umgesetzt. Ihren Wasserbedarf stillen sie hauptsächlich aus der Nahrung. Sie können längere Zeit ohne Wasser auskommen.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet im gesamten Jahr statt. Nach einer Tragzeit von 30 Tagen wird ein einzelnes Jungtier geboren, welches bis zu 12 Monaten gesäugt wird und mit 14 bis 15 Monaten selbständig wird. Die Tiere erreichen in Gefangenschaft ein Höchstalter von bis zu 10 Jahren, während sie in der Wildnis nur 5 bis 6 Jahre alt werden.

Erforschungsgeschichte

T. brunii war eines der ersten Kängurus welches einen wissenschaftlichen Namen erhielt (1778 als Didelphis brunii). Die wissenschaftliche Beschreibung der Art im Jahre 1778 basiert auf einem Bericht des Jahres 1711 und einer Illustration von de Bruin, dem sogenannten "Aru-Kaninchen".

Gefährdung

Raubtiere wie Füchse stellen die größte Gefahr für das Neuguinea-Filander dar. Weitere Prädatoren sind Dingos, Eulen, wilde Katzen, Tasmanische Teufen und Quolls. Straßenunfälle sorgen außerdem für die Dezimierung der Art.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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