Neuguinea-Schlafbeutler

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Neuguinea-Schlafbeutler
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Überordnung Australidelphia
Ordnung: Diprotodontia
Familie: Bilchbeutler (Burramyidae)
Gattung: Schlafbeutler (Cercartetus)
Art: Neuguinea-Schlafbeutler
Wissenschaftlicher Name
Cercartetus caudatus
(Milne-Edwards, 1877)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Neuguinea-Schlafbeutler (Cercartetus caudatus) zählt innerhalb der Familie der Bilchbeutler (Burramyidae) zur Gattung der Schlafbeutler (Cercartetus). Im Englischen wird die Art Long-tailed Pygmy Possum genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Neuguinea-Schlafbeutler gehört zu den kleinsten Beuteltieren. Die Art erreicht eine Körperlänge von 10,5 cm und eine Schwanzlänge von 12,8 bis 15,1 (13,5) cm. Der lange Schwanz dient im Geäst von Büschen als Kletterhilfe. Das dichte und weiche Fell weist dorsal eine rötlichbraune Grundfärbung auf, ventral zeigt sich eine weißliche Färbung. Weibchen verfügen über eine nach vorn geöffnete Bruttasche. Die Zehen sind gut entwickelt, die Augen sind aufgrund der nachtaktiven Tätigkeit groß. Die rundlichen und im Vergleich zum Kopf sehr großen Augen sitzen seitlich am Kopf. Im Bereich der Nasenspitze und rund um das Maul zeigen sich lange Tasthaare, die sogenannten Vibrissen. Sie dienen dem Dünnschwanz-Schlafbeutler in der Nacht der Orientierung. Der Schwanz dient den Tieren im Winter als Fettspeicher.

Lebensweise

Aufgrund der nachtaktiven, überwiegend einzelgängerischen und aborealen (baumbewohnend) Lebensweise ist über die Lebensweise und die Ökologie der Neuguinea-Schlafbeutler nur wenig bekannt. Die Tiere bewohnen mehr oder weniger kugelförmige Nester in Bäumen oder Büschen. Wie bei allen Schlafbeutlern (Cercartetus) sind die Sinne, insbesondere der Sehsinn, das Gehör sowie der taktile Sinn gut entwickelt. Während der Paarungszeit spielt wahrscheinlich der Geruchssinn eine große Rolle. Man geht daher von einer Kommunikation über chemische Signale aus.

Verbreitung

Neuguinea-Schlafbeutler kommen auf Neuguinea sowie in kleinen Populationen auch im Nordosten von Queensland/Australien vor. Die Tiere leben ausschließlich in gemäßigten Regenwäldern. Die Lebensräume befinden sich im Wesentlichen in Höhen von oberhalb 300 m über NN.

Ernährung

Neuguinea-Schlafbeutler ernähren sich hauptsächlich von Nektar, Pollen und Insekten (Insecta). Die Zahnmorphologie deutet auf einen erhöhten Anteil an Insekten und anderen Gliederfüßern (Arthropoda) hin. Demzufolge bilden Nektar und Pollen nur einen kleinen Teil am Nahrungsaufkommen. Die Nahrungssuche erfolgt ausschließlich in der Nacht.

Fortpflanzung

Beide Geschlechter der Neuguinea-Schlafbeutler erreichen im Alter von etwa 15 Monaten die Geschlechtsreife. Ein Weibchen bringt bis zu 2-mal im Jahr Nachwuchs zur Welt. Dies ist zwischen Januar und Februar sowie zwischen August und November der Fall. Ein Wurf besteht aus 1 bis 4 Jungtieren, die Bruttasche verfügt über 4 Zitzen. Die Tragzeit ist unbekannt. Nach etwa 45 Tagen wird der Nachwuchs entwöhnt und verlässt die Bruttasche. Zu diesem Zeitpunkt wiegen die juvenilen Tiere zwischen 5 und 7 (6) Gramm. Die Lebenserwartung ist unbekannt.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Neuguinea-Schlafbeutler gehören heute noch nicht zu den gefährdeten Species und werden daher in der Roten Liste der IUCN in der Kategorie LC, als nicht gefährdet (least concern) geführt. Die Art kommt vor allem in den Regenwäldern von Neuguinea häufig vor. Die größte Bedrohung geht heute von der weitflächigen Vernichtung der Regenwälder aus.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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