Nigma walckenaeri

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Nigma walckenaeri
Männchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Dictynoidea
Familie: Kräuselspinnen (Dictynidae)
Gattung: Nigma
Art: Nigma walckenaeri
Wissenschaftlicher Name
Nigma walckenaeri
(Roewer, 1951)

Nigma walckenaeri gehört innerhalb der Familie der Kräuselspinnen (Dictynidae) zur Gattung Nigma. Die Art ist auch unter dem Synonym Dictyna viridissima bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Nigma walckenaeri ist ausnahmsweise eine Vertreterin der Kräuselspinnen (Dictynidae), die leicht zu erkennen ist. Mit einer Körperlänge von 3,5 bis 5 Millimeter die größte heimische Art der Familie. Die Spinne besitzt als Weibchen ein gelbliches oder als Männchen ein rotbraunes Prosoma und ein leuchtend grünes Opisthosoma. Die Beine sind gelb bis grün gefärbt. Über den ganzen Körper verteilt finden sich kleine Gruppen weißer Haare. Auf dem Opisthosoma erkennt man ein Muster. Dieses Muster ist aus vielen kleinen, leicht zerbrechlichen Härchen zusammengesetzt. Durch Abrieb der feinen Härchen, erscheint das Muster leicht verwischt oder ist kaum noch zu erkennen. Das Männchen weist eine deutlich erhöhte Kopfregion auf. Das Cribellum ist im Unterschied gegenüber der Gattung Dictyna durch eine Längsbrücke zweigeteilt. Die vorderen Mittelaugen sind auffällig klein und punktförmig. Die reifen Tiere sind von August bis Oktober und in Gebäuden noch im Dezember anzutreffen.

Lebensweise

Die Spinne findet man regelmäßig in Gärten auf großblättrigen Sträuchern wie zum Beispiel auf Flieder (Syringa) sowie an mit Wildem Wein, wie zum Beispiel Dreispitzige Jungfernrebe (Parthenocissus tricuspidata), bewachsenen südexponierten Hausfassaden, aber auch im Innern von Gebäuden ist die Spinne zu finden. Im grünen Laub ist diese Art fast unsichtbar. Sie spinnt auf der Oberseite seitlich hochgewölbter Blätter, meist dicht neben der Spreitenbasis, einen zeltdachartigen, durchscheinenden Schlupfwinkel. Von dessen zur Blattspitze weisenden Öffnung gehen zickzackförmig auf der Blattspreite liegende, cribellate Fangfäden aus. Selbst Insekten (Insecta), die deutlich größer als die Spinne sind, zum Beispiel mittelgroße Fliegen (Brachycera), werden von diesen Kräuselfäden sicher festgehalten.

Verbreitung

Diese Art lebt besonders in Gärten und an Hauswänden, auch im Innern von Gebäuden kommt sie vor. Daneben hält sich die Spinne auch in warmen Gegenden an Waldrändern auf. Ursprünglich war die Art in Südeuropa weit verbreitet, doch im Siedlungsbereich ist sie auch in Norddeutschland zu finden.

Ernährung

Vor der zur Blattspitze weisenden Öffnung spannt die Spinne über einigen geraden Wegfäden zickzackförmig verlaufende, cribellate Fangfäden. In diesem unscheinbaren Netz fängt Nigma walckenaeri oft recht große Beutetiere. Zu den Beutetieren zählen hauptsächlich Insekten (Insecta), wie zum Beispiel mittelgroße Fliegen (Brachycera), die von diesen Kräuselfäden des Netzes festgehalten werden.

Fortpflanzung

Die Spinne ist vom August bis Oktober reif. Zur Paarung geht das Männchen auf das Weibchen zu und läßt seine Cheliceren durch die des Weibchens umgreifen und führt nacheinander die beiden Taster in die Epigyne (Geschlechtsöffnung) des Weibchens ein. Sonst ist es bei den Spinnen eher umgekehrt der Fall, dass das Männchen die Cheliceren des Weibchens ergreift. Der linsenförmige, 6 bis 7 Millimeter große, weiße Eikokon wird von dem Weibchen nicht im Schlupfwinkel, sondern weiter entfernt an einer versteckten Stelle untergebracht. Das Männchen stirbt kurze Zeit nach der Paarung. Die Lebenserwartung eines Männchens ist nach der Reifehäutung demnach sehr gering.

Galerie

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006 ISBN 3440107469
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
  • Dick Jones, Der Kosmos-Spinnenführer, Frankh, 1990 ISBN 3440061418
  • Heiko Bellmann, Spinnen. Beobachten - Bestimmen, Naturbuch-Verlag, 1992 Weltbild Verlag GmbH, Augsburg ISBN 3-89440-064-1
  • Stefan Heimer, Wunderbare Welt der Spinnen, Landbuch-Verlag, 1988, Landbuch-Verlag GmbH, Hannover, 1988 ISBN 3-7842-0382-0
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