Nilwaran

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Nilwaran

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Autarchoglossa
Familie: Warane (Varanidae)
Gattung: Warane (Varanus)
Art: Nilwaran
Wissenschaftlicher Name
Varanus niloticus
Linnaeus, 1802

Der Nilwaran (Varanus niloticus) gehört innerhalb der Familie Warane (Varanidae) zur Gattung der Warane (Varanus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Nilwaran erreicht eine Gesamtlänge von 200 bis 230 cm. Davon entfällt rund die Hälfte auf den Schwanz. Die Grundfärbung ist dunkelgrau bis schwarz. Gelbe Punkte und Musterungen verteilen sich über die gesamte Körperoberfläche. Der Bauch ist gelblich und mit dunken Sprenkeln überzogen. Der Nilwaran lebt in der Regel einzelgängerisch und wohnt in Erdbauten, die er entweder selber gegraben oder von anderen Tieren übernommen hat. Er ist ein sehr guter Schimmer, der seinen Schwanz als Ruder und Antrieb nutzt. Gegenüber Artgenossen und Feinden setzt er seinen Schwanz als Waffe ein. Jungtiere gelten auch als gute Kletterer, die mühelos Bäume erklimmen können. Auf dem Erdboden zeichnen sie sich durch hohe Laufgeschwindigkeiten aus. Der Nilwaran ist heute vom Aussterben bedroht. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt ihn in Anhang II unter Schutz.

Unterarten

Verbreitung

Süd- und Ostafrika gelten als Hauptverbreitungsgebiete des Nilwaran. Sie sind südlich und östlich der Sahara verbreitet. Neben offenen Steppengebieten und Halbwüsten. Der Regenwald-Nilwaran ist in tropischen Regenwälder zu Hause. Der Steppenwaran lebt ausschließlich in offenem Gelände und Steppengebieten.

Ernährung

Neben Fisch und Weichtiere gehören insbesondere die Eier von Krokodilen und Vögeln zu seiner bevorzugten Nahrung. Darüber hinaus nehmen sie auch Aas und andere Beutetiere an. Die lange gespaltene Zunge dient zum Aufspüren von Nahrung. Die Gerüche werden dabei zum Jacobsonschen-Organ weiter geleitet und führen ihn letztlich zu Beute.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreichen Nilwarane mit etwa 3 Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich über die warmen Monate im Jahr. Das Weibchen reißt mit ihren kräftigen Krallen Termitenbauten auf und legt bis zu 60 Eier hinein. In diesen Termitenhügeln erfahren die Eier die optimale Bruttemperatur. Das aufgerissene Loch wird schnell durch die Termiten geschlossen. Je nach Verbreitungsgebiet schlüpfen die Jungechsen nach 120 bis 210 Tagen. Sie befreien sich selbständig aus dem Termitenhügel, da die Mütter keine Brutpflege betreiben. Nilwarane haben eine Lebenserwartung von 15 Jahren.

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Warane (Varanidae)

Literatur und Quellen

  • Kurt Deckert, Gisela Deckert, Günther E. Freytag: Urania Tierreich, 7 Bde., Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania, Freiburg (1991) ISBN 3332003763
  • Manfred Rogner: Echsen, Bd.2, Warane, Skinke und andere Echsen sowie Brückenechsen und Krokodile. Ulmer (Eugen) (1994). ISBN 3800172534
  • Daniel Bennett: Warane der Welt. Chimaira (1996) ISBN 3930612054
  • Bernd Eidenmüller: Warane. Lebensweise - Pflege - Zucht. Herpeton, Auflage 2 (2003) ISBN 3936180032

Links

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