Nuttallspecht

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Nuttallspecht

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Spechtvögel (Piciformes)
Familie: Spechte (Picidae)
Unterfamilie: Echte Spechte (Picinae)
Gattung: Picoides
Art: Nuttallspecht
Wissenschaftlicher Name
Picoides nuttallii
(Gambel, 1843)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Nuttallspecht (Picoides nuttallii) gehört innerhalb der Familie der Rabenvögel (Corvidae) zur Gattung Picoides. Im Englischen wird der Nuttallspecht Nuttall's Woodpecker genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Der Nuttallspecht kann leicht mit dem Dunenspecht (Picoides pubescens) und dem Texasspecht (Picoides scalaris) verwechselt werden. Der Dunenspecht ist mittig am Rücken und auf der Bauchseite durch die weiße Färbung zu erkennen. Zudem weist er keine weißlichen Streifen im Bereich des Oberkopfes auf. Der Texasspecht ist insgesamt blasser gefärbt als der Nuttalspecht und sein Gesicht ist durch ausgedehnte weiße Streifen gekennzeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der eher kleine Nuttallspecht erreicht eine Körperlänge von 16 bis 18 Zentimeter und ein Gewicht von 30 bis 45 Gramm. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Die Geschlechter sind ähnlich gefärbt, jedoch sind die Männchen leicht an der roten Kappe zu erkennen. Diese ist beim Weibchen schwarz gefärbt. Juvenile Vögel ähneln den adulten Vögeln, wobei beide Geschlechter eine rote Kappe tragen, die jedoch weniger imposant auffällt als beim adulten Männchen. Das Gefieder beider Geschlechter ist im Wesentlichen schwarzweiß gefärbt. Der Hals, die Kehle, die Brust und der Bauch sind weißlich gefärbt, wobei eine hellgraue Schraffierung zu erkennen ist. Der Rücken und die Flügel sind schwarz gefärbt sind mit weißen bis hellgrauen, leicht abgestuften Streifen durchzogen. Im Gesichtsfeld ist eine schwarze Augenbinde erkennbar, die vom Schnabelansatz über die Augen bis zu den Halsseiten verläuft. Die äußeren Schwanzfedern sind weiß und weisen schwarze Flecken auf. Die Extremitäten sind gräulich gefärbt, zwei Zehen der Füße weisen jeweils nach vorne und nach hinten. Die Zehen enden in kräftige Krallen.

Lebensweise

Nuttallspechte gelten im gesamten Verbreitungsgebiet als Standvögel, dies trifft auch auf die Regionen im nördlichen Kalifornien zu. Es kommt im Herbst und Winter allenfalls zu regionalen kurzen Wanderungen. Nuttallspechte legen ein ausgesprochen territoriales Verhalten an den Tag. Neben diversen Drohgebärden wie das Aufstellen der Schopffedern, wildes Schlagen mit den Flügeln und Trommeln mit dem Schnabel auf Holz kommen auch eine Reihe von Lauten bei Bedrohung zum Tragen. Der Nuttallspecht gilt als ein ausgezeichneter Baumeister von Baumhöhlen. Mit dem sehr kräftigen und meißelartigen Schnabel hämmern Nuttallspechte unermüdlich gegen Holz und lassen so nach und nach eine Baumhöhle entstehen. Gleiches gilt auch für die Nahrungssuche unter der Rinde. Am Bau einer Nisthöhle sind im Wesentlichen beide Geschlechter beteiligt, jedoch kommt dem Männchen die Hauptaufgabe zu. Beim Hämmern gegen Holz kommt es nicht zu Verletzungen des Gehirns, da zwischen dem Schnabelansatz und den Schädelknochen eine weiche Schicht sitzt, die die Schläge deutlich abdämpft. Nuttallspechte leben außerhalb der Paarungszeit einzelgängerisch. Die Geschlechter treffen nur während der Brutzeit aufeinander und führen während dieser Zeit eine monogame Saisonehe.

Verbreitung

Der Nuttallspecht ist in Kalifornien und im äußersten Norden von Baja California, Mexiko, endemisch. Die Vögel sind zwar Standvogel, jedoch kann es durchaus zu kleineren Wanderungen kommen. Nuttallspechte kommen in der Ebene der Küste sowie in Höhenlagen bis in Höhen von annähernd 2.000 Meter über NN vor. Sie besiedeln ausschließlich lichte Eichenwälder. Die Wälder sind mit verschiedenen Eichen (Quercus) gekennzeichnet. Hier sind insbesondere Küsteneichen (Quercus agrifolia) Kalifornische Schwarzeichen (Quercus kelloggii) und Blau-Eichen (Quercus douglasii) zu nennen. Andere Waldtypen wie Nadel- oder Mischwälder werden nicht besiedelt oder der Nuttallspecht ist hier nur als Vagabund oder während der Nahrungssuche zu beobachten.

Ernährung

Nuttallspechte leben zwar in Eichenwäldern, Eicheln werden hingegen nicht gefressen. Zur bevorzugten Nahrung der Vögel gehören vor allem Insekten (Insecta), Insektenlarven und andere Gliederfüßer (Arthropoda). Gefressen werden insbesondere Käfer (Coleoptera), Ameisen (Formicoidea) und Termiten (Isoptera) sowie die Raupen von Schmetterlingen (Lepidoptera). Zu einem deutlich geringeren Teil wird auch pflanzliche Kost wie beispielsweise Sämereien von Koniferen (Pinales) und Beeren gefressen. Die Beutetiere werden im morschen Holz erstochert oder von Blättern und Rinde aufgelesen. Die Nahrungssuche erfolgt üblicherweise an Baumstämmen, selten auch im Geäst der Bäume. Am Boden erfolgt für gewöhnlich keine Nahrungssuche.

Fortpflanzung

Nuttallspechte erreichen die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres. In der Regel erfolgt die erste Brut jedoch erst im Alter von gut 2 Jahren. Die Paarungszeit der Nuttallspechte beginnt je nach Verbreitungsgebiet meist Ende bereits im zeitigen Januar, in nördlichen Regionen des Verbreitungsgebietes im Verlaufe des Februar. Streng territorial besetzt jedes Pärchen ein eigenes Revier. Die Bruthabitate befinden sich zumeist in lichten Eichenwäldern mit altem Baumbestand oder entlang von bewaldeten Flussläufen, jedoch auch hier mit altem Baumbestand. Der Nuttallspecht ist wie alle Spechte ein Höhlenbrüter. Die Bruthöhle wird meist im Totholz oder in morschen Bäumen gezimmert. Mit dem kräftigen, meißelartigen Schnabel kann der Nuttallspecht problemlos auch Höhlen bis in Tiefen von bis zu 40 Zentimeter meißeln. In der Regel handelt es sich um Weichholzarten wie Weiden und ähnliches. Gelegentlich übernimmt der Nuttallspecht aber auch bestehende Höhlen und baut sie nur aus. Die Höhlen werden meist in mittleren Höhen angelegt. Das Zimmern der Höhle dauert je nach Holzart rund zwei bis vier Wochen. Höhlen in Kakteen entstehen meist über einen Zeitraum von gut zwei Wochen. Hauptsächlich wird die Höhle vom Männchen bearbeitet. Die Eiablage beginnt frühestens im März, spätestens jedoch bis Mitte Mai. Das Weibchen legt 3 bis 6 (4-5) weißliche und oval geformte Eier, die über einen Zeitraum von rund 14 Tagen gewärmt werden. Die Eier weisen eine Länge von 2,2 Zentimeter und eine Breite von 1,6 Zentimeter auf. Sie werden im Abstand von einem Tag gelegt. Das Wärmen der Eier beginnt mit Ablage des letztes Eies. Beide Elternteile wärmen die Eier, wobei das Männchen meist in der Nacht aktiv ist. Bei Gelegeverlust kann es durchaus zu Nachgelegen kommen. Die geschlüpften Küken sind nackt, blind und ausgesprochen hilflos. Die Nestlingszeit endet meist im Alter von 15 bis 20, spätestens jedoch mit 30 Tagen. Während dieser Zeit werden die Jungvögel von beiden Elternteilen mit Insekten (Insecta), Larven, Spinnentiere (Arachnida) und ähnlichem gefüttert. Die Lebenserwartung der Nuttallspechte ist nicht bekannt.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Das Verbreitungsgebiet der Nuttallspechte erstreckt sich in Kalifornien über etwa 180.000 km². In diesem eher kleinen Areal wird der Bestand auf etwas 100.000 bis 200.000 Individuen geschätzt. Damit gehören Nuttallspechte noch nicht zu den bedrohten Arten. Eine genaue Bestandsanalyse wurde jedoch nicht durchgeführt. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Die größte Bedrohung geht heute von der Vernichtung durch Abholzung der natürlichen Lebensräume, insbesondere in der Eichenwälder aus.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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