Nyala

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Nyala

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Waldböcke (Tragelaphinae)
Gattung: Kudus (Tragelaphus)
Art: Nyala
Wissenschaftlicher Name
Tragelaphus angasi
Gray , 1849

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Nyala (Tragelaphus angasi), auch Flachlandnyala genannt, zählt innerhalb der Familie der Hornträger (Bovidae) zur Gattung der Kudus (Tragelaphus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Nyala erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 135 bis 190 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 80 bis 120 Zentimeter, eine Schwanzlänge von bis zu 60 Zentimeter sowie ein Gewicht von 60 bis 140 Kilogramm. Weibchen bleiben dabei deutlich kleiner und leichter als Männchen. Zudem weisen die Geschlechter einen deutlichen Geschlechtsdismorphismus auf. Weibchen haben ein kastanienbraunes Fell und ähnelt dem Fell der nicht geschlechtsreifen Jungtiere. Lateral ist ihr Körper durch etwa zehn schmale weißliche Querstreifen gekennzeichnet. Die hinteren Oberschenkel, der Kehlbereich und das Gesicht zeigen unterschiedlich große weißliche Punkte und Flecken. Männchen weisen ein dunkelbraunes Fell auf. Nicht selten zeigt sich dabei ein leicht bläulicher Schimmer im Fell. Das Fell ist zudem deutlich länger als bei den Weibchen. Dadurch sind die lateralen Streifen nur undeutlich erkennbar. Dorsal zeichnet sich ein hellgrauer Haarkamm ab, der vom Nacken bis zum Schwanzansatz reicht. Das Fell auf der Unterseite des Schwanzes ist bei beiden Geschlechter weißlich bis cremefarben. Männchen verfügen im Gegensatz zu dem Weibchen über imposante, leicht nach innen gedrehte Hörner, die eine Länge von bis zu 80 Zentimeter aufweisen können.

Lebensweise

Nyalas leben sowohl in eingeschlechtlichen als auch in gemischtgeschlechtlichen Gruppen von bis zu zehn Tieren. Ältere Bullen leben dabei meist einzelgängerisch und stoßen nur während der Paarungszeit zu den Weibchen. Aktiv sind die Nyalas hauptsächlich in den frühen Morgen- und den späteren Abendstunden. Wahrend des heissen Tages ruhen sie an geschützten Plätzen. Zu ihren Hauptfeinden zählen insbedondere Löwen und Leoparden.

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Nyalas erstreckt sich heute nur noch über den Süden von Malawi, Mosambik, Zimbabwe und über das östliche Südafrika. In Südafrika beschränkt sich das Vorkommen auf die Provinz von KwaZulu-Natal. Nyalas leben in dichten Tieflandwäldern mit reichlich viel Unterholz und Dickicht. Offene Flächen werden nur selten betreten. Und wenn, dann nur um eine Wasserstelle aufzusuchen. Bei der kleinsten Störung flüchten sie dabei in den Wald.

Ernährung

Nyalas leben ausschließlich vegetarisch. Neben Gras und Kräutern fressen sie auch junge Triebe, Laub, Wurzelwerk, und Früchte. Ihren Durst stillen sie an Gewässern in ihrem Lebensraum. Sie gehen hauptsächlich in den frühen Morgen- und späten Abendstunden auf Nahrungssuche. Tagsüber verbergen sie sich im Unterholz ihres Lebensraumes.

Fortpflanzung

Die Weibchen der Nyalas erreichen die Geschlechtsreife mit rund zwölf Monaten. Männchen erreichen sie zwar mit etwa 18 Monaten, jedoch kommt ein Bulle meist nicht vor dem fünften Lebensjahr zu einer Paarung, da er erst dann kräftig genug ist, einen Kampf um ein Weibchen zu gewinnen. Die Paarungszeit erstreckt sich vom Frühjar bis in den Herbst. Während der Paarungszeit kommt es unter den Bullen zu ritualisierten Kämpfen, die aber selten mit Verletzungen enden. Nach einer Tragezeit von 210 bis 220 Tagern bringt das Weibchen ein Jungtier an einem geschützten Platz zur Welt. Anfangs ist das Kalb noch zu schwach, um der Mutter zu folgen. Daher bleibt es die ersten drei Wochen im hohen Gras verborgen. Die Mutter kommt während dieser Zeit nur zum Säugem zu ihrem Nachwuchs. Die Säugezeit beträgt in etwa sechs Monate. Die Lebenserwartung liegt in Freiheit bei etwa 16 Jahren, in Gefangenschaft können die Tiere durchaus über 20 Jahre alt werden.

Galerie

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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