Sunda-Plumplori

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Sunda-Plumplori

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Feuchtnasenaffen (Strepsirhini)
Familie: Loris (Loridae)
Gattung: Plumploris (Nycticebus)
Art: Sunda-Plumplori
Wissenschaftlicher Name
Nycticebus coucang
Boddaert, 1785

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Der Sunda-Plumplori (Nycticebus coucang) zählt innerhalb der Familie der Loris (Loridae) zur Gattung der Plumploris (Nycticebus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Der Sunda-Plumplori erreicht eine Körperlänge von 30 bis 40 Zentimeter sowie ein Gewicht von rund 1.000 Gramm. Einzelne Exemplare können auch noch leicht schwerer werden. Der Schwanz ist nur rudimentär verhanden, er hat sich im Laufe der Evolution fast vollständig zurückgebildet. Das kurze Fell ist sehr dicht und weist eine bräunliche bis hellbraune Färbung auf. Stellenweise weist das Fell auch einen rötlichen Schimmer auf. Die Bauchseite ist mit cremefarben deutlich heller. Um die Augen und die Stirn hat der Sunda-Plumplori ein dunkelbraunes Fell. Die Augen sind sehr groß und deutlich nach vorne gerichtet. So hat er lediglich ein Sichtfeld von gut 180 Grad. Die großen Augen lassen zudem auf seine Nachtaktivität schließen. Pupillen und Iris sind braun bis dunkelbraun. Die Daumen der Hände sind deutlich stärker entwickelt als die Finger. So kann sich der Sunda-Plumplori sich an Ästen sehr gut festhalten. Die kleinen und abgerundeten Ohren sind kaum sichtbar, sie liegen meist im dichten Fell verborgen. Die Wirbelsäule umfasst mehr Wirbel als bei anderen Säugetieren. Dadurch ist der Rücken deutlich biegsamer und dient insbesondere dem Klettern.

Verhalten

Sunda-Plumploris leben einzelgängerisch oder in kleinen Familiengruppen, die aus einem Pärchen sowie Nachwuchs mehrerer Generationen bestehen. Die Tiere leben ausschließlich hoch oben in den Bäumen. Sie sind ausgesprochen reviertreu und markieren ihre Reviere mit Urin und einem Sekret aus Unterarmdrüsen. sie urinieren auf ihre Hände und Füße und sezten so Duftmarken bei ihrer Bewegung durch ihren Lebensraum im Revier ab. Sunda-Plumploris sind nachtaktiv und ruhen am Tage in hohlen Baumstämmen oder an ähnlich geschützten Stellen.

Unterarten

Verbreitung

Der Sunda-Plumplori ist in Südostasien weit verbreitet. Er ist insbesondere in Bangladesh, Brunei, Kambotscha, China, Indien, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, auf den Philippinen, in Singapur, Thailand und in Vietnam anzutreffen. In weiten Teilen seiner Verbreitungsgebiet ist er heute allerdings nur noch selten zu sehen. Die Tiere leben in tropischen Regenwäldern. Hier bewohnen sie die Baumkronen hoher Bäume. Den Erdboden betreten sie so gut wie nie.

Bedrohung, Schutz

Der Sunda-Plumplori steht aufgrund des Washingtoner Artenschutzabkommens, Anhang II, unter weltweitem Schutz. Der Handel mit Tieren und Produkten aus ihnen ist untersagt. In der Roten Liste des IUCN wird der Sunda-Plumplori bisher nur als gering gefährdet geführt. Das mag daran liegen, dass die Art noch nicht ausgiebig erforscht ist. Sunda-Plumploris besiedeln ein weites Verbreitungsgebiet. Allerdings sind Sunda-Plumploris heute in vielen Bereichen bereits ausgestorben oder sehr selten anzutreffen. Hauptgründe dürften die Vernichtung der natürlichen Lebensräume durch Umwandlung in Plantagen, Rodung und Brandrodung sein. Auch die Nahrungskonkurrenz zu anderen Primaten setzt den Tieren stark zu. Detailiierte Beobachtungen liegen von dieser Art nur wenige vor. Es handelt sich um nachtaktive Primaten, die zudem noch sehr scheu sind.

Nahrung

Sunda-Plumplori ist ein Allesfresser. Zu der bevorzugten Nahrung gehören Insekten aller Art, junge Vögel und Vogeleier. Gelegentlich werden auch kleinere Wirbeltiere erbeutet. Aber auch junge Triebe, Blätter und reife Früchte werden gerne gefressen. An Beutetiere schleichen Sunda-Plumploris langsam heran, da sie keine schnellen Jäger sind. Getötet wird die Beute mit den kräftigen Hinter- oder Vorderbeine. Als nachtaktive Primaten gehen sie nur in der Nacht auf Nahrungssuche.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht der Sunda-Plumplori mit rund 18 Monaten. Die Paarungszeit erstreckt sich in den tropischen Verbreitungsgebieten über das ganze Jahr. Meist kommt es in einem Jahr zu zwei Geburten. Sunda-Plumplori leben monogam in kleinen Familiengruppen. Während der Paarungszeit verteidigt das Männchen sein Revier und seine Familie energisch gegenüber Artgenossen. Nach einer Tragezeit von rund 90 Tagen bringt das Weibchen ein Jungtier zur Welt. Die erste Zeit klammert sich das Jungtier an den Bauch der Mutter, später klettert es auch auf den Rücken. Das Geburtsgewicht liegt bei etwa 60 bis 70 Gramm. Die Säugezeit erstreckt sich in der Regel über sechs bis sieben Monate. Während der Aufzucht kümmern sich auch der Vater um seinen Nachwuchs. Wenn die Geschlechtsreife erreicht wird, werden Jungtiere von Vater fort gejagt. Die Lebenserwartung in Freiheit liegt bei bis zu 20 Jahren. In Gefangenschaft kann ein Sunda-Plumplori durchaus auch ein Alter von bis zu 25 Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Thomas Geissmann: Vergleichende Primatologie. Springer Verlag, 2003, ISBN 3540436456
  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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