Ocrisiona leucocomis

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Ocrisiona leucocomis

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Ocrisiona
Art: Ocrisiona leucocomis
Wissenschaftlicher Name
Ocrisiona leucocomis
(L. Koch, 1879)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:035033]

Die Spinnenart Ocrisiona leucocomis gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Ocrisiona.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Ocrisiona leucocomis erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 8 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 12 Millimeter. Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. Diese Art ist mit ihrem abgeflachten, wurstförmigen Opisthosoma und mit ihrer Musterung unverwechselbar und ermöglicht der Spinne, sich zwischen Ritzen von Gebäuden oder unter loser Baumrinde zu bewegen. Das Prosoma weist eine schwarze Färbung auf und ist mit einigen weißen Härchen besetzt. Auf jeder Seite des Prosoma zeigt sich am unteren Rand jeweils ein schmaler weißer Streifen. Auf dem Prosoma befindet sich in der Mitte ebenfalls ein weißer schmaler Längsstreifen, der sich bis zur Kopfplatte erstreckt. Zusätzlich erkennt man auf der Kopfplatte in der Nähe der Frontalaugen auf jeder Seite neben dem Längsstreifen jeweils zwei kleine weiße Punkte, die eine unterschiedliche Größe aufweisen. Das Opisthosoma weist ebenfalls eine schwarze Färbung auf. Auf dem Opisthosoma zieht sich in der Mitte ein breiter weißer Längsstreifen, der bis zu den Spinndüsen reicht, jedoch verengt sich der Längsstreifen kurz vor den Spinndüsen und am Hinterleibsende verbreitert sich der Längsstreifen wieder. Neben dem weißen Längsstreifen befinden sich auf jeder Seite jeweils drei weiße ovalförmige Flecken. Ferner erkennt man auf dem Opisthosoma noch eine bräunliche Sprenkelung von Flecken und Punkten. Das gesamte Opisthosoma sowie die Beine sind mit feinen weißen Härchen besetzt, so dass diese weiße Behaarung wie Raureif wirkt. Ebenso sind die Pedipalpen dicht mit langen weißen Härchen bedeckt, die eher einer Bürste ähneln. Die Vorderbeine sind ziemlich lang und kräftig ausgeprägt sowie leicht gewinkelt und gleichen somit den Beinen eines Skorpions (Scorpiones). Die übrigen Beinpaare sind etwas kürzer und nicht so kräftig wie die Vorderbeine. Des Weiteren sind die Vorderbeine sehr stark bestachelt und dicht mit weißen Härchen bedeckt. Die restlichen Beine weisen nur eine leichte Bestachelung auf. <2>

Lebensweise

Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen und als Schutz beim Häuten sowie bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst unter loser Rinde von Eukalyptus-Bäumen.

Verbreitung

Ocrisiona leucocomis kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Queensland und Victoria. Sie hält sich vorwiegend unter loser Rinde der Bäume in Eukalyptus-Wäldern auf, wo sie sich in ihr angelegtes Wohngespinst zurückziehen kann. Gelegentlich sucht die Spinne auch Zuflucht unter den Steinen oder in den Büschen. Wie fast alle Springspinnen so hält sich auch diese Art gerne auf sonnenbeschienenen Plätzen auf. <3>

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) und Grillen (Gryllidae), Langfühlerschrecken (Ensifera), Kurzfühlerschrecken (Caelifera), Ameisen (Formicidae) sowie Schmetterlinge (Lepidoptera) und deren Raupen erbeutet.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Dezember 2008 <1>

  • Ocrisiona leucocomis - (L. Koch, 1879)
  • Marptusa leucocomis - L. Koch, 1879a
  • Ocrisiona leucocomis - Simon, 1901a
  • Ocrisiona leucocomis - Prószynski, 1984a
  • Ocrisiona leucocomis - Davies & Zabka, 1989
  • Ocrisiona leucocomis - Zabka, 1990a

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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