Ohrenscharbe

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Ohrenscharbe

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Ruderfüßer (Pelecaniformes)
Familie: Kormorane (Phalacrocoracidae)
Gattung: Kormorane (Phalacrocorax)
Art: Ohrenscharbe
Wissenschaftlicher Name
Phalacrocorax auritus
Lesson, 1831

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Ohrenscharbe (Phalacrocorax auritus) zählt innerhalb der Familie der Kormorane (Phalacrocoracidae) zur Gattung der Kormorane (Phalacrocorax).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Ohrenscharbe erreicht eine Körperlänge von 70 bis 90 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 120 bis 135 Zentimeter sowie ein Gewicht von 1.500 bis 2.500 Gramm. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Das Gefieder ist fast ausschließlich schwarz oder dunkelbraun und schimmert bei Lichteinfall metallisch. Markantes Merkmal ist ihr fast sieben Zentimeter langer Schnabel, der über eine hakenförmige Spitze verfügt und dunkelgrau oder gelblich gefärbt ist. Der Kehl- und Wangenbereich weist eine gelblichorangene Färbung auf. Von den Augen verläuft bis zum oberen Schnabelansatz ein gelblichorangener Streifen. Der Hals ist insgesamt lang und sehr dünn. Die Extremitäten weisen eine schwarze Färbung auf. Während der Paarungszeit hat die Ohrenscharbe auf dem Kopf einen schwarzen Kamm, der nach der Paarungszeit wieder abgestoßen wird. Zudem sind die Augenlider während der Paarungszeit bläulich gefärbt.

Zwischen den Zehen hat die Ohrenscharbe Schwimmhäute, die sie zu einer hervorragenden Taucherin machen. Schwimmt die Ohrenscharbe an der Wasseroberfläche, so ist in der Regel nur ihr Hals zu sehen. Der Körper befindet sich knapp unter der Wasseroberfläche. Das Gefieder saugt sich bei Kontakt mit Wasser voll und hält den Körper unter Wasser. Die Ohrenscharbe verfügt über keine Bürzeldrüse, mit der andere Wasservögel ihr Gefieder einfetten und mehr oder weniger wasserdicht machen. Nach einem Tauchgang kann man Ohrenscharben an Land mit ausgebreiteten Flügeln beobachten. Meist wedeln sie dabei mit ihren Flügeln, um den Trocknungsprozess zu beschleunigen.

Ohrenscharben leben überaus gesellig. Dies gilt auch für die Paarungszeit. Brutkolonien von mehreren Tausend Brutpaaren sind dabei keine Seltenheit. In den Winterquartieren leben sie für gewöhnlich in kleineren Gruppen. Ohrenscharben sind tagaktiv und gehen auch am Tage auf Nahrungssuche. Dabei starten sie von einer Ansitzwarte aus ihre Raubzüge im Wasser. Die Kommunikation untereinander erfolgt visuell und akustisch. Ohrenscharben verfügen über ein weites Spektrum an Lautäußerungen.

Unterarten

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Verbreitung

Die Ohrenscharbe ist vor allem im nördlichen Nordamerika, vor allem in Alaska und im westlichen Kanada verbreitet. Die Winterquartiere liegen in den südlichen USA-Bundesstaaten und in Mexiko. Die Ohrenscharbe ist sowohl an den Küsten als auch im Hinterland an großen, fischreichen Seen und Flüssen zu finden. Dabei ist es der Ohrenscharbe egal, ob es sich bei dem Gewässer um Süß-, Brack- oder Salzwasser handelt.

Gefährdung, Schutz

Aufgrund der Konkurrenz zu Fischern, Anglern, Jägern und anderen Randgruppen der Gesellschaft, die aus Spaß Tiere töten, ist die Ohrenscharbe lange Zeit stark bejagt worden. In weiten Teilen ihrer ursprünglichen Verbreitungsgebiete galt die Ohrenscharbe bereits als gefährdet. Heute, wo sich die Bestände wieder ein wenig erholt haben, schreien einige Unverbesserliche wieder nach Abschuss und Verfolgung. Bleibt zu hoffen, dass die Lobby der Ohrenscharben stärker ist.

Prädatoren

Zu den natürlichen Fressfeinden der Ohrenscharben gehören insbesondere Füchse (Vulpini), Raben und Krähen (Corvus), Möwen (Laridae), Eulen (Strigiformes), Greifvögel (Falconiformes), der Kojote (Canis latrans) und auch Waschbären (Procyon). Räuber haben es entweder auf die adulten Vögel, das Gelege oder die Küken abgesehen. Adulte Ohrencharben können aufgrund ihrer Größe nur von größeren Greifvögeln erbeutet werden. Auch der Mensch ist ein Feind der Ohrenscharbe, da sie in Nahrungskonkurrenz zum Menschen steht.

Ernährung

Ohrenscharben ernähren sich fast ausschließlich von Fisch. Nur selten werden auch Amphibien Krebstiere und Insekten gefressen. Pro Tag brauchen diese großen Vögel etwa 300 bis 500 Gramm an Nahrung. Auf Beutezug gehen sie unter Wasser. Sie sind ausgezeichnete Taucher, die durchschnittlich in Tiefen von fünf bis acht Metern jagen. Es wurden aber auch schon Tauchtiefen von bis zu 20 Metern registriert. Dabei können sie bis zu 90 Sekunden unter Wasser verbleiben. Die durchschnittliche Tauchzeit liegt bei rund 45 Sekunden. Bei ihren Tauchgängen setzen sie ihre kräftigen Füße als Antrieb ein und nutzen ihren Schwanz zum Steuern.

Fortpflanzung

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Ohrenscharben erreichen die Geschlechtsreife mit rund zwei bis drei Jahren. Die Brutzeit beginnt je nach Verbreitungsgebiet im späten März oder im April und zieht sich meist bis in den Juli oder August. Sie leben in einer monogamen Einehe, sind aber Kolonienbrüter, die ihre Nester in hohen Bäumen oder in Felsnischen errichten. Der Nistplatz wird vom Mänchen gewählt. Die Nester, die von beiden Geschlechtern gebaut werden, bestehen hauptsächlich aus Zweigen und anderen pflanzlichen Bestandteilen wie Schilf und Wasserpflanzen. Beim Nestbau herrscht ein Hauen und Stechen, da jeder vom anderen Nistmaterial zu stehlen versucht.

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Eine imaginärer Umkreis von gut einem Meter gilt als Revier und wird von der Ohrenscharbe erbittert verteidigt. Das Weibchen legt in der Regel zwischen drei und fünf, selten bis sechs Eier. Die Eier werden im Abstand von ein bis zwei Tagen gelegt und über einen Zeitraum von rund 26 bis 28 Tagen bebrütet. Beide Elternteile sind am Brüten beteiligt. Bei Gelegeverlust sind Nachgelege durchaus die Regel. Die Nesthocker verbleiben für 30 bis 35 Tage im Nest und werden von den Eltern gefüttert. Die Flugfähigkeit wird zwar schon recht früh erreicht, die Jungvögel verbleiben aber bis zu zehn Wochen bei den Eltern. Ihr Gefieder ist überwiegend bräunlich, an der Unterseite hellbraun. Nach der ersten Mauser weisen die Jungvögel das gleiche Gefieder wie adulte Vögel auf. Ein Ohrenscharbe kann ein Alter von acht bis bis zehn Jahren erreichen, in Gefangenschaft auch durchaus über 15 Jahre.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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