Orangebein-Vogelspinne

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Orangebein-Vogelspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Gattung: Brachypelma
Art: Orangebein-Vogelspinne
Wissenschaftlicher Name
Brachypelma emilia
(White, 1856)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:001859]

Die Orangebein-Vogelspinne (Brachypelma emilia) zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Brachypelma. Im Englischen wird die Orangebein-Vogelspinne mexican redleg tarantula genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Orangebein-Vogelspinne erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Zentimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 6 bis 7 Zentimeter. Die Grundfärbung des Körpers ist ein Mahagonibraun. Das Prosoma weist eine hellbeige bis orangefarbene Tönung auf, das mit einem dunkelbraunen bis schwarzen Dreieck versehen ist. Das Dreieck beginnt bei den Augen und verläuft nach hinten spitz zu. Die Augen selbst liegen eng aneinander. Das Opisthosoma weist eine schwarze Färbung auf und ist vereinzelt mit rotbraunen Härchen bedeckt. Der mittlere Teil der Beine ist je nach Exemplar hellbeige, gelb bis hellorange gefärbt. Die übrigen Beinglieder weisen eine schwarze Tönung auf. Die Orangebein-Vogelspinne gehört zu den langsam wachsenden Arten und ist etwa mit 4 bis 6 Jahren geschlechtsreif. Beide Geschlechter ähneln sich in Größe und Färbung, jedoch ist das Männchen etwas dunkler gefärbt und weist zusätzlich einen metallischen Glanz auf. Des Weiteren besitzt das Männchen Tibialhaken für die Paarung, die sich unter dem vorderen Beinpaar befinden. Dies ist ein Zeichen, dass sich das Männchen endgültig gehäutet hat und somit geschlechtsreif ist. Die meisten männlichen Vogelspinnen sterben innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten nach der letzten Häutung.

Lebensweise

Die Orangebein-Vogelspinne lebt wie fast alle Vogelspinnen einzelgängerisch. Sie zählt zu den sogenannten Bombadierspinnen. Bei Gefahr kann sie ihre Brennhaare, die sich auf dem Opisthosoma (Hinterleib) befinden, einsetzen. Die Brennhaare können ein Jucken und Brennen der Haut und der Atemwege verursachen. Allerdings zieht die Spinne es vor zu flüchten, bevor sie ihre Brennhaare abstößt. Ansonsten ist sie eine zurückhaltende und friedliche Vogelspinne und beißt selten zu. Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Giftbiss selbst ist nicht so gefährlich wie die Infektion durch Bakterien. Die Rotbeinvogelspinne ist eine dämmerungsaktive Lauerjägerin, die sich am Tage in der Höhle aufhält und erst gegen Abend aktiv wird. Am Höhleneingang lauert die Rotbeinvogelspinne auf Insekten (Insecta) oder auf andere Kleintiere.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Orangebein-Vogelspinne befindet sich im nordwestlichen Mexiko sowie in Costa Rica und Panama. Ihre Lebensräume sind insbesondere Trockenwälder, Palmenwälder, Savannen, tropische feuchtere Inlandswälder bis hin zu höher gelegenen und kühleren Eichenwälder und Kiefernwälder. Die Orangebein-Vogelspinne hält sich in dorningem Dickicht oder dichtem Laub auf und kommt in kargen sowie in bewaldeten Regionen vor. Sie baut bis zu einem Meter tiefe Wohnröhren, insbesondere legt sie die Wohnhöhlen gerne unter Steinen an. Die Temperaturen betragen tagsüber etwa 24 bis 25 Grad Celsius und in der Nacht etwa 20 bis 22 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 60 und 70 Prozent.

Ernährung

Die Orangebein-Vogelspinne ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Insekten (Insecta) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor).

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft die Orangebein-Vogelspinne mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Wohngespinstes und webt mit Seide innerhalb des Wohngespinstes einen Eikokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie etwa 100 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Während dieser Zeit betreibt das Weibchen Brutpflege. Im Innern des Eikokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Eikokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Beinspannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

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Update 4. November 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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