Ostchinesischer Schopfhirsch

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Schopfhirsch

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hirsche (Cervidae)
Unterfamilie: Muntjaks (Muntiacinae)
Gattung: Elaphodus
Art: Schopfhirsch Elaphodus cephalophus
Unterart: Ostchinesischer Schopfhirsch
Wissenschaftlicher Name
Elaphodus cephalophus michianus
Swinhoe, 1874

Verbreitungsgebiet

Der Ostchinesische Schopfhirsch (Elaphodus cephalophus michianus) ist eine Unterart des Schopfhirsch (Elaphodus cephalophus) zählt innerhalb der Familie der Hirsche (Cervidae) zur Gattung Elaphodus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Der Ostchinesische Schopfhirsch erreicht eine Körperlänge von 110 bis 160 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 50 bis 70 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 8 bis 15 Zentimeter sowie ein Gewicht von 20 bis 50 Kilogramm. Weibchen bleiben kleiner und leichter als Männchen. Er unterscheidet sich nur wenig von der Nominalform des Schopfhirsches. Das grobe Fell ist überwiegend dunkelgrau bis graubraun gefärbt. Der Kopf und die Schnauze ist überwiegend gräulich gefärbt. Ventral ist das Fell fast weiß gefärbt. Gleiches gilt auch für die Unterseite des Schwanzes. Auch der Bereich um die Schnauze und die äußeren Ränder der Ohren sind weißlich gefärbt. Unter den Augen befindet sich an jeder Kopfseite ein schmaler weißer Streifen. Namensgebend war der schopfartige Haarbüschel auf dem Oberkopf und der Stirn des Ostchinesischen Schopfhirsches. In diesem Bereich befinden auch die kleinen Geweihe der Männchen, die recht klein sind und teilweise durch den Schopf verdeckt sein können. Weibchen verfügen über keine Geweihe. Markantes Merkmal aller Arten der Muntjaks sind die charakteristischen Eckzähne im Oberkiefer, die seitlich aus dem Maul herausschauen und eine Länge von bis zu 25 Millimeter erreichen können.

Verhalten

Ostchinesische Schopfhirsche leben hauptsächlich einzelgängerisch, nur gelegentlich sind sie paarweise anzutreffen. Bei Gefahr oder zur Reviermarkierung geben die Tiere bellende Laute von sich. Ostchinesische Schopfhirsche gelten als territorial. Nicht selten kommt es vor allem unter den Männchen zu Kommentkämpfen um Reviere und Weibchen. Als Waffe werden insbesondere die Eckzähne und das kurze Geweih eingesetzt. Die Eckzähne stellen allerdings die deutlich gefährlichere Waffe dar. Mit ihnen können Ostchinesische Schopfhirsche einem Konkurrenten durchaus schmerzhafte Verletzungen zufügen. Die Tiere sind sehr scheu und überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. In ihren natürlichen Lebensräumen gelten vor allem der Chinesische Leopard (Panthera pardus japonensis), der Indochinesische Tiger (Panthera tigris corbetti) sowie der Rothund (Cuon alpinus) als Hauptfeinde.

Verbreitung

Der Ostchinesische Schopfhirsch ist endemisch in der Provinz Zhejiang im südöstlichen China. Zhejiang liegt an der Küste zum Ostchinesischen Meer im Südosten Chinas. Drei Viertel der Provinz Zhejiang besteht aus Gebirge. Demzufolge lebt der Ostchinesische Schopfhirsch überwiegend in Höhenlagen von bis zu 1.900 Metern über NN. In Tallagen und in der Ebene ist er eher selten anzutreffen. Die Tiere leben in subtropischen Bergwäldern. Offene Bereiche werden strikt gemieden. Man findet den Ostchinesischen Schopfhirsch immer in der Nähe eines Gewässers.

Ernährung

Der Ostchinesische Schopfhirsch ernährt sich von Blattwerk, Sämereien, jungen Trieben, Rinde, Gräsern und Kräutern sowie von reifen Früchten. Mit ihrem Maul greifen sie nach Nahrung und streifen sie mit den Zähnen im Unterkiefer und der verhornten Schneide im Oberkiefer ab. Auf Nahrungssuche gehen die Tiere mit Beginn der Dämmerung am späten Abend oder am frühen Morgen.

Fortpflanzung

Der Ostchinesische Schopfhirsch erreicht die Geschlechtsreife mit etwa 18 bis 24 Monaten. Die Tiere leben polygam, das heißt ein Hirsch paart sich in der Regel mit mehreren Weibchen. Die Paarungszeit beginnt bereits im auslaufenden Winter, so dass die Geburten in das Frühsommer fallen. Die Tragezeit erstreckt sich dabei über einen Zeitraum von 180 Tagen. Das Weibchen bringt zumeist ein, selten auch zwei Jungtiere zur Welt. Kurz nach der Geburt können die Jungen bereits stehen und der Mutter folgen. Die Jungtiere werden vier bis sechs Monate gesäugt. Die Unabhängigkeit erreichen die Jungtiere mit etwa sechs Monaten. Das Männchen hat mit der Aufzucht des Nachwuchses nichts zu tun. Die Lebenserwartung liegt in Gefangenschaft bei 15 Jahren, das erreichbare Alter in Freiheit ist unbekannt, dürfte aber deutlich darunterliegen.

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