Ostkanadischer Elch

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Ostkanadischer Elch
Elchbulle

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hirsche (Cervidae)
Gattung: Alces
Art: Elch (Alces alces)
Unterart: Ostkanadischer Elch
Wissenschaftlicher Name
Alces alces americanus
Clinton, 1822

Der Ostkanadische Elch (Alces alces americanus) ist eine Unterart des Elches (Alces alces) und gehört innerhalb der Familie der Hirsche (Cervidae) zur Gattung Alces.

Einige Forscher sehen im Ostkanadischen Elch eine eigene Art und führen ihn als Amerikanischen Elch (Alces americanus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Ostkanadische Elch erreicht eine Gesamtlänge von 250 bis 280 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 200 bis 230 Zentimeter sowie ein Gewicht von bis zu 500 Kilogramm. Der Ostkanadische Elch bleibt damit deutlich kleiner und leichter als der Alaska-Elch (Alces alces gigas). Das Fell ist dicht und lang, die Färbung reicht von braun bis graubraun. Die Haare sind hoch und absorbieren die Sonnenwärme. Dadurch ist der Ostkanadische Elch selbst bei sehr niedrigen Temperaturen gut geschützt. Selten kommen auch weiße Tiere zur Welt, eine sogenannte genetische Variation. Der Kopf ist sehr groß und lang gestreckt. Die Augen sind braun gefärbt und liegen seitlich am Kopf, was eine 360 Grad Rundumsicht ermöglicht. Die Pupillen sind von ovaler Form. Das Sehvermögen ist nicht sonderlich ausgeprägt. Dafür ist der Geruchssinn sehr fein. Die charakteristisch langen Beine enden in Hufe, die jeweils aus 2 Paar langen Schalen bestehen. Die Färbung dieser Schalen ist schwarz bis schwarzbraun. Männliche Tiere verfügen über ein sehr großes Geweih, das eine Spannweite von bis zu 180 Zentimeter und ein Gewicht von bis zu 35 Kilogramm aufweisen kann. Das Geweih wächst zwischen 2 und 2,5 Zentimeter am Tag und wird jährlich nach der Paarungszeit abgeworfen.

Lebensweise

Ostkanadische Elche sind nur wenig gesellig und leben meist einzelgängerisch. Allenfalls die Kühe sieht man in Begleitung ihres Nachwuchses. Die Geschlechter treffen nur während der Paarungszeit aufeinander. Je nach Verbreitungsgebiet beanspruchen die Tiere ein Streifrevier in einer Größe von bis zu 16 Quadratkilometer. Kühe legen in Begleitung ihres Nachwuchses ein ausgesprochen territoriales Verhalten an den Tag. Sie schützen ihre Kälber vehement.

Verbreitung

Elchkuh
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Elchkuh

Das Verbreitungsgebiet des Ostkanadischen Elches erstreckt sich über das östliche Nordamerika. In den USA werden östlich der Appalachen vor allem Massachusetts, South Carolina, North Carolina, Virginia, nordwärts bis nach Vermont und New York besiedelt. In Kanada sind die Tiere in Neubraunschweig, Neuschottland, Québec und Ontario anzutreffen. In einigen Landesteilen wie auf Neufundland wurden sie vom Menschen eingebürgert und gedeihen prächtig. Sumpfgebiete, Seen, Teiche, Moore, lichte Wälder in der Ebene und im Hügelland sowie Feuchtwiesen und ähnliches gehören zu den natürlichen Lebensräumen.

Prädatoren, Parasiten

Zu den natürlichen Fleischfressern der Ostkanadischen Elche gehören vor allem der Wolf (Canis lupus). In deutlich geringerem Umfang fallen den Amerikanischen Schwarzbären (Ursus americanus) oder den Braunbären (Ursus arctos) einzelne Elche zum Opfer. Aber sowohl Wölfe als auch Bären haben es ausschließlich auf Jungtiere oder alte und schwache Tiere abgesehen. Die meisten Ostkanadischen Elche kommen jedoch durch den Einfluss des Menschen ums Leben. Damit ist nicht die Bejagung gemeint: viele Elche kommen in dicht besiedelten Regionen im Nordosten Nordamerikas im Straßenverkehr ums Leben.

Ernährung

Der Ostkanadische Elch ernährt sich hauptsächlich von dünnen Zweigen, Blättern und Knospen von Laubbäumen. Aber auch saftige Gräser und Kräuter, Moose, Flechten und auch Wasserpflanzen stehen weit oben auf der Speisekarte. Insgesamt haben sie ein weites Nahrungsspektrum. Bei der Nahrungssuche orentieren sich Elche mit ihrem hoch entwickelten Geruchssinn. Hauptsächlich suchen sie ihre Nahrung in lichten Mischwäldern, sie sind aber auch an Flüssen, Seen, Feuchtwiesen und in Sumpfgebieten bei der Nahrungssuche anzutreffen. Elche verbringen zwei Drittel ihrer aktiven Zeit mit der Nahrungsaufnahme. Je nach Geschlecht und Jahreszeit frisst ein Ostkanadischer Elch zwischen 10 und 25 Kilogramm Nahrung am Tag. Im Frühjahr nehmen sie die größte Menge Nahrung zu sich.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreichen Ostkanadische Elche mit rund 18 Monaten. Die Paarungszeit beginnt im Herbst und kann sich bis in den frühen Winter erstrecken. Das Geweih der Bullen, das zu Beginn der Brunftzeit ausgewachsen ist, wird mit Ende der Paarungszeit abgestoßen. Der Bulle verbleibt bis zur Paarung beim Weibchen und verlässt sie danach. Um die Aufzucht des Nachwuchses kümmert sich ausschließlich das Weibchen. Der Östrus einer Elchkuh erstreckt sich alle 28 Tage über rund 30 Stunden. Nur während dieser Zeit ist sie empfängnisbereit. Die Tragzeit beträgt zwischen 240 und 246 Tage. Die Kuh bringt ein, selten zwei Kälber an geschützter Stelle im Wald zur Welt. Bereits kurze Zeit nach der Geburt kann das Kalb stehen und der Mutter folgen.

Die Kuh verfügt über vier Zitzen, aus denen das Kalb bis zu 8 mal am Tag die Muttermilch aufnimmt. Während der ersten Wochen nimmt das Kalb rund 1,5 Liter Milch zu sich, später werden es drei Liter am Tag. Das Geburtsgewicht bei Zwillingsgeburten liegt bei etwa 8 bis 10 Kilogramm. Einzelkinder können zwischen 10 und 15 Kilogramm wiegen. Die Geburtsgröße liegt bei 80 Zentimeter, die Länge bei 80 bis 100 Zentimeter. Das Fell der Kälber ist wollig und weist in der Regel eine rötliche Färbung auf. Nach drei Monaten wird das Fell zum ersten Mal gewechselt. Die Jungtiere bleiben bis zum ersten Winter bei der Mutter. Mit acht bis zehn Jahren sind die Tiere ausgewachsen. Die Lebenserwartung liegt bei günstigen Bedingungen bei 25 Jahren. Ein solch hohes Alter ist jedoch nur in Gefangenschaft erreichbar, in Freiheit liegt die Lebenserwartung bei lediglich 16 bis 20 Jahre. Weibchen erreichen im Schnitt ein höheres Alter als Männchen.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Familie der Hirsche (Cervidae)

Literatur und Quellen

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