Löffelhund

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Löffelhund

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Hunde (Canidae)
Tribus: Echte Füchse (Vulpini)
Gattung: Otocyon
Art: Löffelhund
Wissenschaftlicher Name
Otocyon megalotis
Desmarest, 1822

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Löffelhund (Otocyon megalotis) gehört innerhalb der Familie der Hunde (Canidae) zur Gattung Otocyon.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Der Löffel erreicht eine Körperlänge von 46 bis 66 Zentimeter sowie ein Gewicht von 3.000 bis 5.300 Gramm. Weibchen bleiben dabei kleiner und leichter als Männchen. Das Fell weist eine gelblichbraune Grundfärbung auf. Die Bauchseite und der Kehlbereich sind deutlich heller gefärbt. Die Schwanzspitze sowie die Füße weisen eine schwarze Färbung auf. Markantes Merkmal der Löffelhunde sind ihre übergroßen Ohren, die durchaus eine Länge von bis zu 13 Zentimeter aufweisen können. Die Beine sind ausgesprochen kurz.
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Das hilft aber bei der Nahrungssuche, da sie ihre Nahrung in Bodennähe suchen. Ihr Gebiss verfügt über 46 bis 50 Zähne, das ist im Reich der Säugetiere einzigartig. Diese Tatsache stellt eine Anpassung an die bevorzugten Beutetiere dar.

Verhalten

Der Löffelhund ist überwiegend nachtaktiv. Nur selten geht er auch am Tage auf die Jagd. Das Verhältis zwischen Tag- und Nachaktivität kann regional allerdings unterschiedlich sein. Löffelhunde leben in kleinen, monogamen Familienverbänden, die aus einem Pärchen sowie deren Nachwuchs bestehen. Es wird ein kleines Revier beansprucht, das eine Größe von ein bis zwei Quadratmeter aufweisen kann. Die Markierung der Reviergrenzen erfolgen mittels Urin. Die Gruppen machen augenscheinlich einen sehr harmonischen Eindruck. So gehören Fellpflege und Spielen zum Alltag der Löffelhunde. In ihrem Revier nennen die Löffelhunde meist zwei oder drei Bauten ihr Eigen. Je nach Gebiet, wo sie gerade fressen wechseln sie ihren Bau. Auf den Beutezügen werden die Jungtiere in der Regel mitgenommen und lernen so für ihr späteres Leben. Zu den natürlichen Hauptfeinden zählen insbesondere größere Raubtiere und große Greifvögel.

Verbreitung

Präparat Senckenberg-Museum
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Präparat Senckenberg-Museum

Das Verbreitungsgebiet der Löffelhunde erstreckt sich über Ost- und Südostafrika. Dabei kommen sie insbesondere in Angola, Botswana, Äthiopien, Kenia, Mosambique, Namibia, Somalia, Südafrika, Sudan, Tansania, Sambia und Zimbabwe vor. Die Tier leben überwiegend in relativ trockenen Savannen und Baumsteppen. Die Begrasung ist in diesen Habitaten relativ kurz. Insekten lassen sich so leicht aufstöbern. Als Rückzugspunkt dienen den Löffelhunden verlassene Erdbauten anderer Tiere oder selbstgegrabene Bauten. Die Erdhöhlen verfügen dabei immer über mehrere Ein- und Ausgänge. Ein Familienverband unterhält meist meherere Höhlensysteme in ihrem Revier.

Nahrung

Löffelhunde ernähren sich hauptsächlich von Insekten und Gliederfüssern. Eher selten fressen sie aber auch kleinere Nagetiere, Eidechsen und die Brut von Vögeln. Zur bevorzugten Hauptnahrung zählen allerdings Termiten der Gattung Hodotermes sowie Käfer der Familie Scarabidae.
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Auf ihren Fresswanderungen ziehen sie den Herden großer Huftiere hinterher. Auf ihrem Dung versammeln sich regelmäßig viele Käfer, auf die es Löffelhunde abgesehen haben. Lokalisiert werden Beutetiere über das hoch entwickelte Gehör.

Fortpflanzung

Der Löffelhund erreicht die Geschlechtsreife mit etwa einem Jahr. Er lebt in der Regel in einer monogamen Paarbeziehung, die meist lebenslang hält. Pro Jahr kommt es zu einem Wurf. Das Weibchen bringt nach einer Tragezeit von gut 60 Tagen in einem Erdbau drei bis vier, selten bis sechs Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere sind zunächst noch nackt und blind. Nach neun Tagen öffnen sie erstmals ihre Augen, ab der dritten Lebenswoche kommen sie erstmals vor den Bau. Das Fell der Jungtiere ist überwiegend grau gefärbt. Die adulte Fellfärbung stellt sich ab der fünften Lebenswoche ein. Die Säugezeit brträgt rund 15 bis 16 Wochen. Die Selbständigkeit erreichen die Jungtiere mit sechs Monaten. Mit Erreichen der Geschlechtsreife verlassen Männchen den Familienverband, Weibchen hingegen verbleiben meist in der Geburtsgruppe. Insgesamt zeigt sich ein harmonisches Familienbild, in dem auch die Männchen involviert sind. Die Lebenserwartung in Freiheit liegt bei fünf Jahren, in Gefangenschaft können Löffelhunde gut und gerne ein Alter von 13 Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Hunde (Canidae)
  • Die Ordnung der Raubtiere (Carnivora)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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