Westafrikanischer Rosenkäfer

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Westafrikanischer Rosenkäfer

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Polyphaga
Teilordnung: Scarabeiformia
Überfamilie: Blatthornkäfer (Scarabaeoidea)
Familie: Blatthornkäfer (Scarabaeidae)
Unterfamilie: Rosenkäfer (Cetoniinae)
Gattung: Pachnoda
Art: Westafrikanischer Rosenkäfer
Wissenschaftlicher Name
Pachnoda butana
(Bijnen, 1996)

Der Westafrikanische Rosenkäfer (Pachnoda butana) zählt innerhalb der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) zur Gattung der Pachnoda. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Westafrikanische Rosenkäfer erreicht eine Körperlänge von gut 25 Millimeter sowie eine Breite von 15 Millimeter. Die gelbbraune Oberseite wird in der Mitte durch ein schwarzes fischähnliches Gebilde unterbrochen. Die Rückenoberseite ist braun. Die Unterseite ist rötlich bis gelblich. Die Geschlechter weisen einen kleinen Geschlechtsdimorphismus auf, an der Unterseite kann man an einer Längsfurche das Männchen erkennen. An der Außenseite der Unterschenkel der Vorderbeine weisen weibliche Tiere drei, männliche Tiere jedoch nur zwei Dornen auf.

Lebensweise

Die flugfähigen Käfer lieben als "Sonnenanbeter" ausgesprochen sonnige Plätze. Die natürlichen Feinde des Westafrikanischen Rosenkäfers und dessen Larven sind Insekten, Pilze, Affen, Fledermäuse, Mäuse, Vögel, Reptilien, Amphibien, Ameisen, Skorpione und Spinnen.

Verbreitung

Diese Käferart lebt in tropischen und subtropischen Lebensräumen in Zentral- und Westafrika, insbesondere in Nigeria, dem Senegal und Kongo. Sie bevorzugt Habitate mit Strauch- und Baumvegetation. Der Westafrikanische Rosenkäfer lebt sowohl am Boden als auch in niedriger Strauchvegetation.

Ernährung

Der Westafrikanische Rosenkäfer ist ein reiner Vegetarier und ernährt sich von reifen bis überreifen Früchten. Dazu gehören Früchte der Kokos- und Ölpalme, aber auch Blüten und Früchte des Hibiskus. Auch Nektar zählt zu seiner bevorzugten Nahrung, dabei fliegt er die blütentragenden Pflanzen an und trinkt den Nektar und frißt zum Teil auch Blütenbestandteile. Hat er eine ergiebige Nahrungsquelle gefunden, so ist er durchaus auch längere Zeit standorttreu.

Fortpflanzung

Die Metarmorphose zum Käfer ist beendet, wenn die Imagines den Erdboden verlassen. Kurze Zeit danach paaren sich die ersten Westafrikanischen Rosenkäfer. Das Männchen verankert den ausstülpbaren Geschlechtsapparat in die Öffnung vom Hinterleib des Weibchens. Die Korpulation kann einige Minuten bis zu einer Stunde andauern. Das Männchen übergibt dem Weibchen eine Spermatophore (Eipaket), welches das Weibchen über Monate in der Samenblase (Receptaculum seminis) lagern kann, um die Eier, zum gegebenen Zeitpunkt zu befruchten. Das Weibchen legt nach kurzer Zeit bis zu dreißig Eier einzeln in den Boden. Die Eier nehmen Feuchtigkeit auf und vergrößern dadurch ihr Volumen um ein Vielfaches. Im Laufe von rund fünf Monaten durchlaufen die Eier drei Stadien. Nach etwa drei bis vier Wochen schlüpfen die Larven, die gleich mit dem Fressen anfangen. Ausgewachsene Larven erreichen eine Länge von 25 bis 30 Millimeter. Sie verzehren dabei Pflanzenbestandteile und reife Früchte. Nach drei Monaten verpuppt sich die Larve in einem Kokon, um dort nach weiteren zwei Monaten als fertiger Käfer zu schlüpfen. Die Lebensdauer adulter Käfer liegt bei fünf bis sieben Monaten.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Insekten (ohne Schmetterlinge). Erkennen und Bestimmen. 2002 by Mosaik Verlag in der Verlagsgruppe FALKEN/Mosaik, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH, 81673 München / 5 4 3 2 1. ISBN 3-576-11476-9
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
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