Pakarana

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Pakarana

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Stachelschweinverwandte (Hystricognatha)
Überfamilie: Meerschweinchenartige (Cavioidea)
Familie: Pakaranas (Dinomyidae)
Unterfamilie: Dinomyinae
Gattung: Dinomys
Art: Pakarana
Wissenschaftlicher Name
Dinomys branickii
Peters, 1873

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Die Pakarana (Dinomys branickii), auch unter den Synonymen Dinomys pacarana, Dinomys gigas und Dinomys branickii occidentalis bekannt, zählt innerhalb der Familie der Pakaranas (Dinomyidae) zur Gattung Dinomys. Im Englischen wird die Art pacarana genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Pakarana ist die drittgrößte lebende Nagetierart mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 73,0 bis 79,0 Zentimeter und einer Schwanzlänge von etwa 19,0 Zentimeter (Anderson 1984). Die Pakarana weist auf der Oberseite in der Regel eine dunkelbraune oder schwärzliche Färbung mit zwei diskontinuierlichen weißen Streifen entlang des Rückens und ein paar Reihen weißer Flecken unterhalb jeder Seite (Burton 1987, Anderson 1984) auf. Die Ohren sind relativ kurz und gebogen und die obere Lippe weist eine tiefe Spalte auf. Ferner zeigen sich viele lange grau gefärbte Schnurrhaare. Die Füße sind plantigrade (Sohlengänger) und an jedem Fuss befinden sich vier Zehen, die jeweils mit einer langen und mächtigen Klaue versehen sind (Grzimek 1975 und Weiß 1992).

Lebensweise

In Gefangenschaft sind Pakaranas merklich ruhige, nicht-aggressive und friedliche Tiere (Matthews 1971 Grzimek 1975). Sie scheinen hauptsächlich nachtaktiv zu sein, überwiegend sind sie terrestrisch und gelegentlich klettern sie auch. Pakaranas leben meist einzeln oder manchmal auch paarweise (Parker 1990). Es scheint ein ausgeklügeltes Kommunikationssystem vorhanden zu sein, bestehend aus einer Kombination von Stampfen mit den Vorderpfoten, Knirschen mit den Zähnen, Winseln und Zischen (Weiß 1992 und Anderson 1984). Bei der Nahrungsaufnahme sitzen sie häufig auf den Hinterbeinen und halten die Nahrung zwischen den Vorderpfoten (Parker 1990). Es ist noch sehr wenig über ihr Leben in der freien Wildbahn dokumentiert. Wissenschaftler sind sich nicht sicher, ob die langen Krallen dieser Art vor allem zum Graben oder zum Klettern eingesetzt werden, denn in Gefangenschaft wurde noch keine grabende Tätigkeit beobachtet (Grzimek 1975).

Verbreitung und Lebensraum

Laut der Roten Liste der IUCN kommt die Pakarana in Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru, Brasilien und Bolivien (Woods und Kilpatrick, 2005) vor. In Kolumbien wird die Pakarana in einer Höhe von 300 bis 3.400 Meter (Alberico et al., 2000) gefunden. In den bolivianischen Yungas hält sich die Pakarana in Höhen von 1.000 bis 1.600 Meter auf. Pakaranas bewohnen die Hänge und Täler der Regenwälder in den Anden. Sie sind extrem selten zu beobachten.

Ernährung

Pakaranas ernähren sich hauptsächlich von Früchten, Blättern und Stängeln der Pflanzen (Matthews 1971).

Fortpflanzung

In der Wildnis ist wenig über die reproduktive Eigenschaft dieser Art bekannt. Pakaranas in Gefangenschaft haben eine Tragzeit von 222 bis 283 Tagen, und das Weibchen bringt in der Regel nicht mehr als zwei Junge zur Welt (Grzimek 1975). Jedes Jungtier wiegt etwa 900,0 Gramm und zeigt erhebliche Aktivität und Neugier gegenüber seiner Umgebung innerhalb von nur wenigen Tagen nach der Geburt (Weiß 1992). Entwöhnung und Alter der Geschlechtsreife sind nicht bekannt, aber die Lebensdauer in Gefangenschaft kann über neun Jahre betragen.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Aufgrund des Populationsrückgangs wird die Art laut der Roten Liste der IUCN als gefährdet eingestuft, schätzungsweise mehr als 30 Prozent in den letzten 10 Jahren. Die größten Bedrohungen sind Entwaldung und Verlust von Lebensraum. Ferner wird die Spezies als landwirtschaftlicher Schädling in den bebauten Gebieten gejagt und das Fleisch gegessen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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