Palawan-Stinkdachs

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Palawan-Stinkdachs
Foto/Zeichnung folgt

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Skunks (Mephitidae)
Gattung: Stinkdachse (Mydaus)
Art: Palawan-Stinkdachs
Wissenschaftlicher Name
Mydaus marchei
(Huet, 1887)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Palawan-Stinkdachs (Mydaus marchei) zählt innerhalb der Familie der Skunks (Mephitidae) zur Gattung der Stinkdachse (Mydaus). Im Englischen wird die Art Palawan Stink Badger genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Der Palawan-Stinkdachs und der Sunda-Stinkdachs (Mydaus javanensis) sind die einzigen Vertreter in der Gattung der Stinkdachse (Mydaus). Der Palawan-Stinkdachs ist kleiner und leichter als der Sunda-Stinkdachs. Die Zähne sind hingegen beim Palawan-Stinkdachs länger (Hwang & Larivifère, 2004).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Palawan-Stinkdachs erreicht eine Gesamtlänge von durchschnittlich 336 mm, eine Schwanzlänge von 25 mm, eine Hinterfußlänge von 59 mm, eine Vorderfußbreite von 32 mm, eine Schädellänge von 70,9 mm, eine Jochbeinbreite von 35,2 mm sowie ein Gewicht von rund 900 Gramm. Es sind jedoch auch Exemplare mit einem Gewicht von 2.490 Gramm bekannt. Die Gliedmaßen sind kurz und kräftig ausgebildet. Die Füße enden in nach hinten gebogenen Krallen. Die Augen und Ohren sind relativ klein. In der Analregion zeigen sich gut entwickelte Drüsen, über die ein übelriechendes Sekret abgegeben wird. Das lange und weiche Fell weist dorsal eine bräunliche bis schwarzbraune Färbung auf, ventral zeigt sich eine bräunliche Färbung. Weibchen verfügen zum Säugen des Nachwuchses über 3 Par Zitzen. Das kräftige Gebiss besteht aus 34 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i3/3, c1/1, p¾, m1/1 (Hwang & Larivifère, 2004).

Lebensweise

Palawan-Stinkdachse sind überwiegend nachtaktive Tiere, die sich tagsüber in Erdbauten aufhalten. Eher selten sind sie auch am Tage auf Nahrungssuche zu beobachten. Ihre Bauten graben die Tiere selbst, dazu dienen ihre überaus kräftigen Grabwerkzeuge. Der Bau der Palawan-Stinkdachse ist ein komplexer Bau, der aus mehreren Kammern mit unterschiedlicher Funktion sowie aus mehreren Ein- und Ausgängen, Fluchttunneln und Belüftungsgängen besteht. Der Wohnkessel, der auch als Geburtsstätte dient, ist mit Moosen, Gräsern und anderen weichen Pflanzenteilen ausgepolstert. Palawan-Stinkdachse leben gesellig in kleinen Familienverbänden. Angeführt wird eine Familie von einem dominanten Pärchen, das in monogamer Einehe lebt. Geschlechtsreife Männchen ohne eigene Familie leben einzelgängerisch. Weiblicher Nachwuchs bleibt meist in der Familie. Männchen hingegen verlassen den Bau gegen Ende des ersten Lebensjahres. Palawan-Stinkdachse werden als nicht aggressiv beschrieben. Die Tiere suchen ihr Heil eher in der Flucht. Bei Bedrohung setzen sie ein Sekret zur Abwehr ein (Hwang & Larivifère, 2004; Novak, 1999).

Verbreitung

vergrößern

Palawan-Stinkdachse sind auf wenigen Inseln im westlichen Pazifik endemisch. Dies sind Palawan, Busuanga und Calauit. Die Art ist sowohl im Grasland, in Auwäldern, in lichten Wäldern als auch an Reisfelder und anderen Feuchtgebieten anzutreffen. Offene Lebensräume werden bevorzugt besiedelt. In der Nähe des Menschen kommt der Palawan-Stinkdachs auch in ländlichen und städtischen Lebensräumen vor. Die Art kommt im Flachland und in Höhenlagen bis in Höhen von gut 300 Metern über NN vor (Hwang & Larivifère, 2004).

Prädatoren und Parasiten

In den natürlichen Lebensräumen haben Palawan-Stinkdachse nur wenige natürliche Feinde. Gelegentlich werden die Tiere von Fleckenmusangs (Paradoxurus hermaphroditus), Bengalkatze (Prionailurus bengalensis) oder Tangalungas (Vivetta tangalunga) gerissen. Meist fallen jedoch nur juvenile Tiere einem Feind zum Opfer. Palawan-Stinkdachse sind jedoch wehrhafte Tiere, die insbesondere ihre Krallen und ein übelriechendes Sekret aus ihren analen Drüsen zur Verteidigung einsetzen. Die Tiere heben ihren Schwanz und verspritzen das Sekret in Richtung eines Angreifers. Ekto- und Endoparasiten wurden bislang nur wenige nachgewiesen. Erwähnenswert ist hier lediglich Fadenwürmer (Nematoda) aus der Gattung Blattophila (Hwang & Larivifère, 2004).

Ernährung

Der Palawan-Stinkdachs ist ein Fleischfresser. Er ernährt sich hauptsächlich von am Boden lebenden Gliederfüßern (Arthropoda), Krebstieren (Crustacea), Eiern und Würmern. Mit den kräftigen Vorderfüssen gräbt der Palawan-Stinkdachs mühelos Beutetiere aus dem Boden aus. Die Tiere suchen ihre Nahrung bevorzugt an Gewässerrändern und haben es hier vor allem auf im Süßwasser lebenden Krebstieren abgesehen. Nahrung wird über den hochentwickelten Geruchssinn lokalisiert. Die Nahrungssuche erfolgt ausschließlich in der Nacht.

Fortpflanzung

Palawan-Stinkdachse erreichen die Geschlechtsreife im Alter von 1,5 Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich in den tropischen Verbreitungsgebieten meist über das ganze Jahr, wobei es zur Regenzeit verstärkt zu Paarungsaktivitäten kommt. Die Tragezeit beträgt rund 100 bis 105 Tage. Das Weibchen bringt zwischen 2 und 4 (3) Jungtiere im Wohnkessel ihres Baues zur Welt. Die Jungen sind bei der Geburt nackt und blind. Im Alter von einem Monat öffnen sie ihre Augen. Die Jungen werden etwa für 60 bis 90 Tage gesäugt. Die Jungtiere, insbesondere die Männchen, verlassen meist im Alter von etwa 8 bis 10 Monaten den Familienverband. Die Lebenserwartung in Freiheit ist nicht bekannt (Hwang & Larivifère, 2004).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Der Palawan-Stinkdachs gehört heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Bei endemisch vorkommenden Tierarten kann sich dieser Zustand jedoch schnell ändern. Bereits kleinere Einschränkungen im Lebensraum und der Ökologie kann fatale Folgen nach sich ziehen. Zu den größten Gefahren, die grundsätzlich vom Menschen ausgehen, gehören der Raubbau an der Natur. Gejagt werden die Tiere von der einheimischen Bevölkerung eher selten. Der Grund dürften die übelriechenden Sekrete sein. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt (IUCN, 2008; Hwang & Larivifère, 2004).

Anhang

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge