Palmer-Chipmunk

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Palmer-Chipmunk
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Teilordnung: Sciurida
Überfamilie: Hörnchenartige (Sciuroidea)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Erd- und Baumhörnchen (Sciurinae)
Tribus: Streifenhörnchen (Tamiini)
Gattung: Chipmunks (Tamias)
Species: Palmer-Chipmunk
Wissenschaftlicher Name
Tamias palmeri
(Merriam, 1897)

IUCN-Status
Endangered (EN)

Der Palmer-Chipmunk (Tamias palmeri) zählt innerhalb der Familie der Hörnchen (Sciuridae) zur Gattung der Chipmunks (Tamias) und hier zur Untergattung Neotamias. Im Englischen wird dieses Hörnchen Palmer's Chipmunk genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (Best, 1993).

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Die Arten der Gattung Chipmunks (Tamias) entwickelten sich im frühen Miozän. In der letzten großen Eiszeit kam es zum Kontakt mit verwandten Arten wie Tamias umbrinus und dem Langohr-Chipmunk (Tamias quadrimaculatus). Nach einhelliger Meinung hat sich der Palmer-Chipmunk von Tamias umbrinus während dieser Zeit abgespalten. Durch diese Isolation erfolgte die Artbildung. Fossile Funde der Palmer-Chipmunk sind nicht bekannt (Best, 1993).

Erkennung und Unterschiede

Von der einzigen sympatrischen Art Panamint-Chipmunk (Tamias panamintinus) ist der Palmer-Chipmunk aufgrund der größeren Abmessungen, der gräulicheren Schultern, dem flacheren Hinrschädel und den markanteren Streifen auf dem Rücken zu unterscheiden. Von Tamias umbrinus unterscheidet sich die Art durch die dorsale Streifung, eines kürzeren Rostrums und einer leicht abweichenden Zahnmorphologie (Best, 1993).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Palmer-Chipmunk erreicht eine Gesamtlänge von 210 bis 223 (220) mm, eine Schwanzlänge von 86,5 bis 100 (94,6) mm, eine Hinterfußlänge von 32,5 bis 34 (33,1) mm, eine Ohrlänge von 13,5 bis 15,5 (14,6) mm, eine Schädellänge von 34,9 bis 36,5 (35,9) mm, eine Schädelbreite von 15,1 bis 15,8 (15,4) mm, eine Jochbeinbreite von 19,1 bis 19,9 (19,6) mm sowie ein Gewicht von 50 bis 69,4 g. Zwischen den Geschlechtern zeigt sich kaum ein signifikanter Unterschied in Größe und Gewicht. Dorsal zeigen sich mehrere helle und dunkle Streifen. Das Fell ist gräulichbraun bis rotbraun gefärbt, lateral zeigt sich eine hellgraue Färbung. Die Seiten des Gesichtes sind gräulich, ober- und unterhalb der Augen verläuft jeweils ein heller Streifen. Der Nasenrücken und Oberkopf sind dunkel gefärbt. Das Winterfell ist mehr gräulicher als das Sommerfell. Das Gebiss besteht aus 22 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet 1/1, 0/0, 2/1, 3/3 (Best, 1993).

Lebensweise

Palmer-Chipmunks sind tagaktiv und legen eine heimliche Lebensweise an den Tag. Die Ruhephasen verbringen die Tiere in ihren Nestern. Dies gilt vor allem für Weibchen mit ihrem Nachwuchs. Die aktive Zeit wird hauptsächlich für die Nahrungssuche und die Fellpflege genutzt. Während der kalten Jahreszeit halten Palmer-Chipmunks eine Winterruhe. Die aktive Zeit erstreckt sich von März bis in den Oktober hinein. Palmer-Chipmunks leben außerhalb der Paarungszeit einzelgängerisch, die Geschlechter treffen sich in Grunde nur während der Paarungszeit. Die Reviere der Männchen sind etwas größer und decken sich mit Revieren mehrerer Weibchen (Best, 1993).

Verbreitung und Lebensraum

Palmer-Chipmunks sind in den Spring Mountains rund um den Mount Charleston im südlichen Nevada, USA, endemisch. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über nur 2.126 km. Die Art lebt in Höhen von 2.100 bis 3.100 müber NN (IUCN, 2013). Palmer-Chipmunk leben in Höhenlagen bis an die Waldgrenze, die sich in einer Höhe von 3.600 m befindet. Zu den typischen Pflanzen im Lebensraum der Tiere gehören Grannen-Kiefern (Pinus aristata), Grautannen (Abies concolor), Gelb-Kiefern (Pinus ponderosa), Einblättrige Kiefern (Pinus monophylla), Utah-Wacholder (Juniperus osteosperma), Bärentrauben (Arctostaphylos), Kahler Ahorn (Acer glabrum), Felsenbirnen (Amelanchier), Wüsten-Schaumspiere] (Holodiscus dumosus), Heide-Wacholder (Juniperus communis), Biegsame Kiefern (Pinus flexilis), Johannisbeeren (Ribes), Rosen (Rosa woodsii) und Holunder (Sambucus) (Best, 1993).

Biozönose

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden der Palmer-Chipmunks zählen Kojoten (Canis latrans), Nordamerikanische Waschbären (Procyon lotor), Graufüchse (Urocyon cinereoargenteus), Marder (Mustelidae) der Gattung Mustela, Klapperschlangen (Crotalus) sowie verschiedene Greifvögel (Falconiformes) (Best, 1993).

Sympatrie

Zu den sympatrisc vorkommenden Arten des Palmer-Chipmunks zählen der Weißschwanz-Antilopenziesel (Ammospermophilus leucurus), der Goldmantelziesel (Spermophilus lateralis), Seiden-Taschenmäuse (Perognathus) wie Perognathus parvus, Amerikanische Erntemäuse (Reithrodontomys) wie Reithrodontomys megalotis, Weißfußmäuse (Peromyscus) wie Peromyscus boylii, die Hirschmaus (Peromyscus maniculatus) und die Canyonmaus (Peromyscus crinitus), Amerikanische Buschratten (Neotoma) wie die Buschschwanzratte (Neotoma cinerea) und Neotoma lepida (Best, 1993).

Ernährung

Palmer-Chipmunks ernähren sich von Sämereien, Früchten, fleischigen Pilzen, grüner Vegetation und Insekten (Insecta). Dies haben Magenanalysen ergeben (Best, 1993).

Fortpflanzung

Der Palmer-Chipmunk erreicht die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres im Alter von 10 Monaten. Die Paarungszeit erstreckt sich in den natürlichen Lebensräumen im Kern von April bis Juli. Während dieser Zeit kommt es nur zu einem Wurf. Die Weibchen bringen nach einer Tragezeit von rund 33 Tagen durchschnittlich 3 bis 5 (4,7) Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere sind bei der Geburt noch nackt und blind. Die Haut ist pinkfarben und wirkt leicht transparent. Das Fell beginnt schnell zu wachsen, zu Beginn der 3. Lebenswoche, im Alter von gut 30 Tagen ist das Fell vollständig ausgebildet. Die Augen öffnen sich zwischen dem 25. und 26. Lebenstag. Im Alter von 2 Monaten erfolgt bei den Jungtieren der erste Fellwechsel. Die gesamte Säugezeit erstreckt sich über etwa 6 Wochen. Danach nehmen die Jungtiere ausschließlich feste Nahrung zu sich. Die Lebenserwartung liegt unter günstigen Umständen bei 1 bis 4 Jahren. Die Mortalität ist jedoch im ersten Lebensjahr aufgrund der zahlreichen natürlichen Feinde sehr hoch (Best, 1993).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Palmer-Chipmunks gehören heute zu den stark gefährdeten Arten und werden daher in der Roten Liste der IUCN in der Kategorie EN, Endangered geführt. Die größte Gefahr geht von der Vernichtung der natürlichen Lebensräume aus. Insbesondere die Umleitung von Wasserressourcen nach Las Vegas, Campingplätze und Holzschnitt reduzieren den verfügbaren Lebensraum. Hinzu kommt eine erhöhte Mortalität durch verwilderte Haushunde und Hauskatzen (Felis catus) (IUCN, 2013).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge