Pampashuhn

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Pampashuhn

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Urkiefervögel (Palaeognathae)
Ordnung: Steißhuhnartige (Tinamiformes)
Familie: Steißhühner (Tinamidae)
Unterfamilie: Steppensteißhühner (Rhynchotinae)
Gattung: Rhynchotus
Art: Pampashuhn
Wissenschaftlicher Name
Rhynchotus rufescens
(Temminck, 1815)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Pampashuhn (Rhynchotus rufescens) zählt innerhalb der Familie der Steißhühner (Tinamidae) zur Gattung Rhynchotus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das mittelgroße Pampashuhn erreicht eine Körperlänge von 38 bis 40 Zentimeter sowie ein Gewicht von 450 bis 600 Gramm. Das Gefieder weist eine hellbraune Grundfärbung auf. Feine, helle und dunkle Querlinien durchziehen das gesamte Gefieder. Die Bauchseite ist etwas heller als das restliche Gefieder. Wie bei allen Steißhühnern, so fehlt auch dem Pampashuhn der Schwanz, er ist nur rudimentär vorhanden. Die einzelnen Unterarten können sich deutlich voneinander unterscheiden. Der Schnabel ist kräftig ausgeprägt, leicht nach unten gebogen und weist eine bräunliche Färbung auf. Durch die deutlich verkümmerten Steuerfedern und die recht schwach ausgebildete Brustmuskulatur ist das Pampashuhn nur zu kurzen flatterartigen Flügen in der Lage. Es lebt so gut wie ausschließlich auf dem Boden. Wie bei den Laufvögeln, so hat auch das Pampashuhn nur drei Zehen, die nach vorne zeigen. Dies ist ein eindeutiges Indiz für einen Laufvogel. Beine und Zehen weißen einen leicht bräunlichen Farbton auf. Das tagaktive Pampashuhn lebt in geselligen Gruppen, die zumeist aus 10 bis 20 Vögeln bestehen. Sie sind ausgesprochen scheu und verbergen sich in der Regel unauffällig im Unterholz ihres Lebensraumes.

Unterarten

Verbreitung

Das Pampashuhn ist in den Gras- und Buschsteppen im südlichen Südamerika verbreitet. Das Verbreitungsgebiet umfasst Bolivien, das südliche Brasilien, Paraguay, Uruguay und das nördliche Argentinien. Sie sind neben offenen Landschaften auch an Waldrändern und gelegentlich in lichten Wäldern anzutreffen. Auch Baum- und Strauchsteppen werden gerne besiedelt. In Höhenlagen sind Perlsteißhühner bis in Höhen von über 2.000 Metern verbreitet.

Gefährdung, Schutz

Pampashühner sind zwar noch nicht akut vom Aussterben, jedoch setzen auf kurz oder lang die Vernichtung der natürlichen Lebensräume und die starke Bejagung durch den Menschen den Bestand unter Druck. Drei der vier Unterarten unterstehen mittlerweile dem Washingtoner Artenschutzabkommen und werden in Anhang II unter Schutz gestellt. Lediglich die Bestände der Unterart Rhynchotus rufescens catingae gelten als gesichert. In der Roten Liste des IUCN wird die Art als nur wenig gefährdet geführt.

Ernährung

Das Pampashuhn ist wie alle Steißhühner ein Allesfresser. Es werden sowohl Sämereien, Blätter, Beeren und Früchte als auch Insekten gefressen. Gelegentlich werden auch Kleintiere wie kleine Säuger und Reptilien gefressen. Die Jungvögel fressen fast ausschließlich Insekten und deren Larven. Gut zwei Drittel der Nahrung besteht beim Pampashuhn aus pflanzlicher Nahrung. Dies trifft vor allem auf die Winterzeit zu. In der Nähe menschlicher Siedlungen richten die Hühner auf Plantagen gelegentlich größere Schäden an.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzungsaktivitäten gleichen sich mit denen der anderen Steißhühner und sind für die ganze Familie charakteristisch. Das Pampashuhn erreicht die Geschlechtsreife mit einem Jahr. Die Paarungszeit erstreckt sich über den Beginn der Regenzeit. Die Männchen leben polygam und begatten in ihrer Gruppe alle Weibchen. Die Weibchen legen ihre Eier in ein Gemeinschaftsnest. Dieses befindet sich an geschützter Stelle, meist unter einem Busch. Die Eier haben eine dunkelgrüne Färbung und glänzen auffällig. Die Eier werden alleine vom Männchen über einen Zeitraum von 20 oder 21 Tagen bebrütet. Auch die Führung der Küken, die als Nestflüchter gelten, erfolgt nur durch den Vater. Die Jungvögel wachsen aufgrund der proteinhaltigen Nahrung in Form von Insekten und Larven sehr schnell heran. Bereits nach drei Wochen sind sie ausgewachsen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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