Pamphobeteus nigricolor

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Pamphobeteus nigricolor

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Theraphosinae
Gattung: Pamphobeteus
Art: Pamphobeteus nigricolor
Wissenschaftlicher Name
Pamphobeteus nigricolor
(Ausserer, 1875)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:002264]

Die Art Pamphobeteus nigricolor zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Pamphobeteus. Im Englischen wird die Art blue bloom birdeater genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Pamphobeteus nigricolor erreicht eine Körperlänge von etwa 7 bis 8 Zentimetern bei einer Beinspannweite von etwa 25 Zentimetern. Die Jungspinnen und die adulten Tiere unterscheiden sich in der Färbung. Die adulten Tiere sind einheitlich schwarz gefärbt. Die Jungspinnen weisen eine braune Färbung mit einer ziemlich dichten Behaarung an den Beinen auf. Vom jugendlichen Alter bis zum Erwachsenenalter kann sich bei Pamphobeteus nigricolor die Färbung von braun bis schwarz und umgekehrt ändern. Das ausgewachsene adulte Männchen unterscheidet sich in der Farbgebung vom Weibchen. Das Opisthosoma des Männchens ist schwarz gefärbt und der Carapax weist eine lilafarbene bis rosafarbene Tönung auf. Die Jungspinnen sind sehr bunt gefärbt. Der Carapax der Jungspinnen weist eine graue Färbung mit einem sternförmigen Muster auf. Das Opisthosoma ist rötlich und auf dem Opisthosoma zeigt sich zusätzlich noch ein schwarzes Muster in Form eines Tannenbaums. Die Beine weisen eine silberfarbene Tönung auf. Bei beiden Geschlechtern ist der gesamte Körper mit einer langen dichten Behaarung bedeckt und überwiegend sind die Härchen mit Nervenzellen verbunden und dienen somit als Tasthaare, die auf Berührung und Vibrationen empfindlich reagieren. Hauptsächlich weisen die Beine eine starke Behaarung auf. Die übrigen Härchen werden in Brennhaare, Hörhaare, Geschmackshaare und Hafthaare unterschieden. Im Allgemeinen ist das Männchen kleiner als das Weibchen und ist meist an seinen langen Beinen und an seinem schlankeren Körper gut zu erkennen. Das Männchen besitzt an dem vorderen Beinpaar große Tibialhaken für die Paarung. Das Männchen erreicht die Geschlechtsreife mit etwa 2,5 bis 3,0 Jahren, während das Weibchen mit etwa 3,0 bis 3,5 Jahren geschlechtsreif ist.

Lebensweise

Pamphobeteus nigricolor ist eine bodenbewohnende Vogelspinne und lebt wie fast alle Vogelspinnen einzelgängerisch. Sie zählt zu den sogenannten Bombadierspinnen. Bei Gefahr kann sie ihre Brennhaare, die sich auf dem Opisthosoma (Hinterleib) befinden, einsetzen. Die Brennhaare können ein Jucken und Brennen der Haut und der Atemwege verursachen. Allerdings zieht die Spinne es vor zu flüchten, bevor sie ihre Brennhaare abstößt. Ansonsten ist sie eine zurückhaltende und friedliche Vogelspinne und beißt selten zu. Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Giftbiss selbst ist nicht so gefährlich wie die Infektion durch Bakterien.

Verbreitung

Pamphobeteus nigricolor
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Pamphobeteus nigricolor

Das Verbreitungsgebiet von Pamphobeteus nigricolor befindet sich in Bolivien: Grenzgebiet zu Peru, Brasilien: Grenzgebiet zu Peru, Peru: Grenzgebiet zu Brasilien, Ecuador: im Osten des Landes sowie in Kolumbien: Neu Granada. Die Art lebt vorwiegend im tropischen Regenwald, wo es überwiegend feucht ist. Am Tage herrschen Temperaturen von etwa 25 Grad bis 27 Grad Celsius und in der Nacht etwa 21 Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von etwa 70 bis 75 Prozent.

Ernährung

Pamphobeteus nigricolor ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Insekten (Insecta), von Eidechsen (Lacertidae), Mäusen (Mus) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor). Gelegentlich können ein- oder zweimal pro Monat auch Mäuse (Mus) verfüttert werden.

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Pamphobeteus nigricolor mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie etwa 100 bis 150 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

  • Pamphobeteus nigricolor - (Ausserer, 1875)
  • Lasiodora nigricolor - Ausserer, 1875
  • Pamphobeteus nigricolor - Pocock, 1901c
  • Pamphobeteus nigricolor - Schiapelli & Gerschman, 1979
  • Pamphobeteus negricolor - Smith, 1986b
  • Pamphobeteus negricolor - Smith, 1987d
  • Pamphobeteus nigricolor - Schmidt, 1993d
  • Pamphobeteus nigricolor - Pérez-Miles et al., 1996
  • Pamphobeteus nigricolor - Schmidt, 1997g, 1998h
  • Pamphobeteus nigricolor - Peters, 2000b
  • Pamphobeteus nigricolor - Bertani, 2000
  • Pamphobeteus nigricolor - Peters, 2003

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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