Panama-Stummelfußfrosch

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Panama-Stummelfußfrosch

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Nacktlurche (Lissamphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Überfamilie: Laubfrösche, Echte Kröten und Verwandte (Hyloidea)
Familie: Kröten (Bufonidae)
Gattung: Stummelfußfrösche (Atelopus)
Art: Panama-Stummelfußfrosch
Wissenschaftlicher Name
Atelopus zeteki
Dunn, 1933

IUCN-Status
Critically Endangered (CR)

Der Panama-Stummelfußfrosch (Atelopus zeteki), auch Goldener Frosch genannt, zählt innerhalb der Familie der Kröten (Bufonidae) zur Gattung der Stummelfußfrösche (Atelopus). Im Englischen wird diese Kröte panamanian golden toad oder golden frog genannt. Der wissenschaftliche Name wurde zu Ehren des amerikanischen Naturforschers James Zetek vergeben.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Panama-Stummelfußfrosch erreicht eine Körperlänge von gut 35 bis 40 Millimeter. Männchen bleiben dabei kleiner und leichter als Weibchen. Der Körper wirkt ausgesprochen filigran und zerbrechlich. Die Haut weist eine gelbliche bis orangegelbe Färbung auf und ist durch variable Flecken und Muster gekennzeichnet. Der Kopf ist zur Schnauze hin leicht spitz zulaufend. Die Schnauze selbst ist als eher kurz zu bezeichnen. Die großen Augen sitzen seitlich, weit vorne am Kopf und verfügen über elliptische Pupillen. Die Ohren sind nicht sichtbar. Das Trommelfell ist durch Haut verdeckt. Hinter den Augen liegen große Parotoiddrüsen, über die ein alkaloidhaltiges Sekret abgegeben werden kann. Das Sekret dient sowohl der Abwehr von Fleischfressern als auch dem Schutz gegen Hautparasiten.

Panama-Stummelfußfrösche gehören zu den tagaktiven Krötenarten. Während der Nacht ruhen sie in der Vegetation oder an ähnlich geschützten Stellen. Sie sind sehr gute Kletterer und regelmäßig auch hoch oben in den Baumkronen zu finden. Die Zuordnung zu den Kröten erschließt sich nicht auf den ersten Blick, denn die Panama-Stummelfußfrösche ähneln eher den Vertretern der Familie der Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae). Die Männchen verfügen jedoch wie alle Kröten über zurückgebildete Eierstöcke, dem sogenannten Bidderschen Organ. Dieses Organ ist bei Fröschen nicht vorhanden, daher die Zuordnung zur Familie der Kröten (Bufonidae). Das Biddersche Organ wurde nach dem deutschen Mediziner Friedrich Heinrich von Bidder benannt.

Verbreitung

Panama-Stummelfußfrösche kommen in Mittelamerika ausschließlich in Panama vor. Sie sind hier also endemisch. Die letzten Populationen sind dabei nur noch im zentralen Panama in den Provinzen Coclé und Panamá anzutreffen. Die Tiere bewohnen den feuchtwarmen tropischen Regenwald. Sie besiedeln sowohl die Vegetation am Waldboden als auch in den Bäumen.

Ernährung

Die Larven ernähren sich von Mikroorganismen und organischem Material. Nach der Metamorphose zur adulten Kröte ernähren sich die Tiere von kleinen Insekten (Insecta), Spinnentiere (Arachnida) und kleinen wirbellosen Tieren wie Tausendfüßer (Myriapoda). Auf Nahrungssuche gehen Panama-Stummelfußfrösche am Tage im Bereich des Waldbodens und im Geäst der Bäume. Beutetiere werden mit einer schnellen Bewegung der Zunge gefangen.

Fortpflanzung

Der Panama-Stummelfußfrosch erreicht die Geschlechtsreife wahrscheinlich gegen Ende des ersten Lebensjahres. Die Paarungszeit konzentriert sich auf die Regenzeit im Sommer. Als Fortpflanzungsgewässer dienen Kleinstgewässer wie mit Wasser gefüllte Baumhöhlen oder größere Astlöcher sowie am Boden befindliche temporäre Wasserlachen. Wasser ist während der Regenzeit derart reichlich vorhanden, dass dauerhafte Gewässer wie Seen, Teiche oder Bäche nicht benötigt werden. Die Balz ist von charakteristisch quakenden Rufen seitens des Männchens geprägt. Hat sich ein Paar gefunden, so kommt es zu der für Kröten typischen Umklammerung. Das Paar bildet ein sogenanntes Amplexuspaar. Das Weibchen und das Männchen geben Eier und Samen zeitgleich frei, so dass es zu einer äußeren Befruchtung kommt. Ein Gelege besteht meist aus bis zu 100 Eiern. In der Regel werden jedoch nur 70 bis 90 Prozent befruchtet. Interessant ist auch die Brutpflege. Diese wird nicht vom Weibchen, sondern vom Männchen gewährleistet. Das Männchen schützt das Gelege bis zum Schlupf der Larven. Sie schlüpfen bereits nach wenigen Tagen. Auch nach dem Schlupf wird die Brut durch das Männchen betreut. Droht das Kleinstgewässer auszutrocknen, so trägt das Männchen die Larven in ein anderes Gewässer. Die larvale Entwicklungszeit erstreckt sich über etwa vier Wochen, an deren Ende die Metamorphose zur Jungkröte steht. Die Larven ernähren sich von Mikroorganismen und organischem Material. Bei Nahrungsmangel kann es auch durchaus zum Kannibalismus unter den Larven kommen. Die Lebenserwartung der Panama-Stummelfußfrösche ist nicht bekannt.

Gefährdung und Schutz

Der Panama-Stummelfußfrosch gehört heute zu den vom Aussterben bedrohten Amphibienarten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als kritisch gefährdet (critically endangered, CR) geführt. Das Washingtoner Artschutzabkommen stellt den Panama-Stummelfußfrosch in Anhang I unter Schutz. Zu den Hauptgründen gehört zweifelsohne auch die Vernichtung der natürlichen Lebensräume. Jedoch sind auch in völlig unberührten Lebensräumen teils dramatische Populationsrückgänge zu verzeichnen. Forscher haben festgestellt, dass diese Rückgänge auf eine Pilzerkrankung zurückzuführen ist. Man hat hier einen Töpfchenpilz (Chytridiomycota) aus der Gattung Batrachochytrium ausgemacht. Es handelt sich dabei um den Chytridpilz (Batrachochytrium dendrobatidis), der insbesondere Amphibien befällt. Die ausgelöste Krankheit, die sogenannte Chytridiomykose, verläuft in der Regel tödlich. Während die Rote Liste der IUCN die Art noch als kritisch gefährdet listet, könnte sie jedoch in der Wildnis seit 2007 schon ausgestorben sein.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3

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