Runzelnashornvogel

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Runzelnashornvogel

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neornithes)
Überordnung: Bucerotimorphae
Ordnung: Hornvögel (Bucerotiformes)
Familie: Nashornvögel (Bucerotidae)
Gattung: Asiatische Kehlsack-Hornvögel (Aceros)
Art: Runzelnashornvogel
Wissenschaftlicher Name
Aceros waldeni
Hodgson, 1844

IUCN-Status
Critically Endangered (CR)

Der Runzelnashornvogel (Aceros waldeni), auch unter den Bezeichnungen Panayhornvogel und Korallenschnabel-Hornvogel bekannt, zählt innerhalb der Familie Nashornvögel (Bucerotidae) zur Gattung der Asiatischen Kehlsack-Hornvögel (Aceros). Im Englischen wird der Runzelnashornvogel rufous-headed hornbill, walden's hornbill oder writhed-billed hornbill genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Runzelnashornvogel erreicht eine Körperlänge von 60 bis 65 Zentimeter. Markantes Merkmal ist der sehr große Schnabel. Das Oberteil des Schnabels ist innen hohl und somit relativ leicht. Auf dem Oberschnabel befindet sich ein kleiner Helm, der eine rötliche bis orangene Färbung aufweist. Der Schnabel an sich weist eine gelblich bis schmutzig orangene Färbung auf. Beim Männchen sind der Kopf, der Hals und der obere Teil der Brust rostrot gefärbt. Die nackte Haut um die Augen ist bläulich-grün, stellenweise auch orange gefärbt. Flügel und Rücken sind beim Männchen überwiegend schwarz und schimmert je nach Lichteinfall metallisch-blaugrün. Das Weibchen ähnelt dem Männchen, jedoch ist ihr Kopf überwiegend schwarz. Auch der Helm auf dem Schnabel ist deutlich kleiner (siehe Bild).

Lebensweise

Der Runzelnashornvogel ist ein standorttreuer Vogel, der selten längere Wanderungen unternimmt. Er lebt in kleinen Familiengruppen oder gelegentlich auch einzelgängerisch. Auf Nahrungssuche sind sie meist in kleinen Trupps unterwegs.

Verbreitung

Der Runzelnashornvogel ist auf den Philippinen edemisch. Einst weit verbreitet, so lebt er heute nur noch auf vier kleinen Inseln. Er bewohnt typischerweise tropische Regenwälder. Zu den Inseln, auf denen er noch lebt, gehören Guimaras, Panay, Negros und Panay. Es sollten nur noch um die 60 Brutpaare existieren. Aufgrund der sehr geringen Reproduktionsrate ist ein weiteres Absinken der Population unausweichlich. Die Vögel halten sich in den oberen Bereichen der Baumkronen auf. In Höhenlagen, insbesondere auf Panay, sind sie bis in Höhen von 1.200 Meter anzutreffen.

Ernährung

Runzelnashornvögel ernähren sich überwiegend vom Fruchtfleisch, insbesondere das von Feigen. Bei der Nahrungssuche bilden Helmhornvögel zum Teil größere Schwärme. Des weiteren nehmen sie auch Insekten und kleine Wirbeltiere zu sich. Dazu gehören auch Mäuse und nestjunge Vögel. Aufgrund des hohen Wassergehaltes ihrer Nahrung brauchen Runzelnashornvögel nie zu trinken.

Fortpflanzung

Der Runzelnashornvogel erreicht die Geschlechtsreife mit etwa vier Jahren. Die Paarungszeit beginnt in den natürlichen Verbreitungsgebieten meist im zeitigen März. Hat sich ein Paar gebildet, so bleibt es ein Leben lang zusammen. Baumhöhlen in großen Höhen von 15-20 Meter dienen ihnen als Bruthöhle. Das Weibchen legt zwischen zwei und drei Eier, wovon nach dem Schlupf in der Regel aber nur ein Jungtier überlebt. Hat das Weibchen seine Eier gelegt, so geschieht etwas einmaliges in der Vogelwelt. Das Weibchen mauert aus einer Mischung aus Nahrung, Holzteilen und Kot, das zu einem Brei verarbeitet wird, die komplette Bruthöhle nach außen hin zu. Das Männchen bringt seinem Weibchen zusätzlich Schlamm, der auch verarbeitet wird. Lediglich ein schmaler Spalt bleibt offen. Durch diese Öffnung wird die Brut und das Weibchen vom Männchen mit Nahrung versorgt. Dieses Verhalten ist nur bei Nashornvögeln zu beobachten. Nachdem die Jungvögel nach etwa zwölf Wochen flügge geworden sind, öffnet das Weibchen die Bruthöhle. Sie hämmert dabei das Mauerwerk mit ihrem Schnabel auf. Die Lebenserwartung der Runzelnashornvögel liegt bei etwa 20 Jahren.

Gefährdung, Schutz

Hauptgrund für den starken Rückgang der Populationen ist die anhaltende Fortschreitung der Vernichtung ihrer Lebensräume. Es leben heute nur noch wenige Brutpaare. Auch die Bejagung und der Wildfang für den Handel trägt kurzfristig zur Ausrottung der Art in Freiheit bei.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Dieter Poley, Kolibris. Trochilidae, Westarp Wissenschaften; Auflage: 3., erw. Aufl. (Januar 1994) - ISBN 3894324090
  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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