Pangasius

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Pangasius

Systematik
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Zwischenklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Überordnung: Ostariophysi
Ordnung: Welse (Siluriformes)
Familie: Haiwelse (Pangasiidae)
Gattung: Pangasianodon
Art: Pangasius
Wissenschaftlicher Name
Pangasianodon hypophthalmus
(Sauvage, 1878)

Der Pangasius (Pangasianodon hypophthalmus), auch unter dem Synonym Pangasius hypophthalmus bekannt, zählt innerhalb der Familie der Haiwelse (Pangasiidae) zur Gattung Pangasianodon. Im Englischen wird der Pangasius iridescent shark oder sutchi catfish genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Pangasius erreicht eine Körperlänge von etwa 130,0 bis 150,0 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 44,0 Kilogramm. Barben in der Regel zwei Paare, ein Paar Barteln am Kinn. Keine Nasen-Barteln. Rückenflosse nahe der Kopfregion, 1 oder 2 Stacheln, 5 bis 7 weiche Strahlen, Afterflosse 26 bis 46 Strahlen. Wirbel 39 bis 52. Der Körper erscheint ziemlich komprimiert. Die Flossen sind dunkelgrau oder schwarz gefärbt. Des Weiteren zeigen sich sechs verzweigte Rückenflossenstrahlen. Die Jugendlichen weisen einen schwarzen Streifen entlang der Seitenlinie und einen zweiten schwarzen Streifen unterhalb der Seitenlinie auf. Der Bauch und das Maul sind silberfarben. Mit zunehmendem Alter verschwinden die Streifen und die Färbung dunkelt nach. Alle Flossen der Jungfische sind lichtgrau, fast durchsichtig. Die Erwachsenen sind einheitlich bläulich-grau und mit einem silbernen Glanz versehen. Der Rücken und der Kopf sind oben dunkel punktiert. Die Iris weist eine graue Tönung auf. Die Barben erscheinen ziemlich blass. Auf der Seitenlinie zeigt sich ein dunkelgrauer abgerundeter Fleck. Die Brustflossen sind blass bis weißlich. In der Mitte der Afterflosse ist ein dunkles Band zu erkennen. Die kleinen Kiemenplatten sind regelmäßig mit größeren Kiemenplatten durchsetzt. Die Kiemenlamellen sind schlank und bestehen aus 5 + 13 Strahlen. Die Oberseite des Kopfes ist mit einer dünnen Haut bedeckt. Die Occipital-Erweiterung ist nicht mit der knöchernden Wirbelsäule kontinuierlich. Die Seitenlinie ist vollständig und axial an der Seite des Körpers.
Pangasius - Fischfarm
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Pangasius - Fischfarm
Die Wirbelsäule ist schlank und gerade geformt. Die kleine Fettflosse besteht aus 6 bis 8 Strahlen und ist von der Schwanzflosse getrennt. Die Schwanzflosse ist tief gegabelt und der hintere Rand ist schwärzlich gefärbt. Zwischen den Geschlechtern besteht in der Größe und in der Färbung ein deutlicher Dimorphismus. Das Weibchen ist größer als das Männchen und ist blasser gefärbt.

Lebensweise

Der Pangasius ist in Asien im Mekong, im Chao Phraya und in seinen Nebenflüssen verbreitet. Er bewohnt das Süßwasser von großen Flüssen und unterliegt saisonalen Migrationen, insbesondere in der Laichzeit, die in der Monsunzeit von Mai bis Juli fällt. In dieser Zeit haben die Flüsse Hochwasser und die Gebiete von Thailand, Vietnam und Kambodscha sind zum Teil überschwemmt. Der Pangasius ist ein sich ständig bewegender, sehr scheuer und schreckhafter Süßwasserfisch. Seine Nahrung nimmt der Pangasius von der Wasseroberfläche und auch vom Boden auf, dies aber nur selten. Der Pangasius kann im brackigen Wasser und im Frischwasser leben. Der Pangasius wird als sehr junger Fisch im Mekong gefangen und als Aquariumfisch verkauft. In Wirklichkeit ist der Pangasius ein großer Fisch, der große Freiflächen zum Schwimmen braucht. Des Weiteren ist er ein Wanderfisch, der auch in Gruppen von mindestens fünf Individuen auftritt. In Gefangenschaft wird der Pangasius oft einzeln gehalten. Ferner leidet der Pangasius unter dem Mangel an alternativen tropischen Jahreszeiten. Nativ lebt der Pangasius in einem tropischen Klima und bevorzugt Wasser mit einem 6,5 bis 7,5 pH-Wert, einer Wasserhärte von 2,0 bis 29,0 dGH und einem Temperaturbereich von 22° C bis 26° C. Er bevorzugt die großen Gewässer ähnlich den tiefen Gewässern seiner Heimt im Mekong-Becken.

Verbreitung

Pangasius - kleine Gruppe
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Pangasius - kleine Gruppe

Der Pangasius ist in den Flüssen Mekong und Chao Phraya (Thailand) und vielleicht im Mekong-Becken beheimatet. Eingeführt wurde er zusätzlich in den Einzugsgebieten für die Aquakultur. Des Weiteren wurde er in Bangladesh, auf den Philippinen, in Singapur sowie in Taiwan eingeführt. Diese Art wandert stromaufwärts von Oktober bis Februar und erreicht im November/Dezember bis April die Provinzen Kandal und Stung Treng (Kambodscha). Die Migration beginnt bei Vollmond in Kratie und Kompong Cham. Ferner migriert der Pangasius stromabwärts in den Monaten von Mai bis August von Stung Treng bis Kandal und weiter bis in das Mekong-Delta in Vietnam. Diese Abwanderung ist sowohl eine Laich- als auch eine trophische Migration während der Hochwasser-Saison. Die wandernde Art findet man auch in der Volksrepublik Laos, etwa in Pak Beng der Mekongfälle. Des Weiteren in Ban Hang Khone und Don Khone, 3 Kilometer unterhalb der Falllinie der Großen Wasserfälle des Mekong-Beckens in Lee Pee. Während der Regenzeit migriert der Pangasius stromaufwärts im Mai/Juni durch Hoo SomYai an der Großen Falllinie im Mekong der Provinz Champasak. In Thailand trifft man den Pangasius in Chao Phraya und im Mekong-Becken an. Ferner migriert er von Mai bis Juli stromaufwärts vom Sungkom District (Provinz Nong Khai) bis nach Chiang Kong. Am häufigsten tritt er im mittleren Teil und in großer Zahl im oberen Teil des Flusses Ping auf. In Vietnam migriert der Pangasius stromabwärts von Mai bis August von Stung Treng bis Kandal in Kambodscha und weiter bis in das Mekong-Delta in Vietnam. Diese Abwanderung ist sowohl eine Laich- als auch eine trophische Migration während der Hochwasser-Saison. In den Provinzen An Gian und Dong Thap wandern die Larven jedes Jahr im Juni/Juli vom Laichplatz stromaufwärts nach Kambodscha. Diese Larven werden regelmäßig südlich der kambodschanischen-vietnamesischen Grenze mit Netzen abgefischt und in Fischfarmen eingesetzt. Die Fischlarven haben von Mai bis Juli eine Körperlänge von etwa 2,0 Zentimeter erreicht. Im Allgemeinen weisen die Fische aus dem Mekong-Delta etwa 50,0 Zentimeter Körperlänge auf.

Ernährung

Pangasius - Fischfarm
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Pangasius - Fischfarm

Das Nahrungsspektrum ist ziemlich vielseitig, darunter zählen unter anderem Knochenfische, Flossenfische, benthische Algen, Wasserpflanzen, Mikroorganismen, Zoobenthos wie Krustentiere und Insekten.

Fortpflanzung

Die Reproduktionszeit erfolgt zwischen März und August. Nach dem Ablaichen wandern die Erwachsenen während des Monsuns flussaufwärts und wenn der Wasserstand am niedrigsten ist, wandern sie wieder flussabwärts. Die Eier verteilen sich im Wasser und sind ohne elterliche Fürsorge. In den Provinzen An Gian und Dong Thap wandern die Larven jedes Jahr im Juni/Juli vom Laichplatz stromaufwärts nach Kambodscha. Diese Larven werden regelmäßig südlich der kambodschanischen-vietnamesischen Grenze mit Netzen abgefischt und in Fischfarmen eingesetzt. Die Fischlarven haben von Mai bis Juli eine Körperlänge von etwa 2,0 Zentimeter erreicht. Im Allgemeinen weisen die Fische aus dem Mekong-Delta etwa 50,0 Zentimeter Körperlänge auf.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Der Pangasius wird in den Gewässern des Mekong-Becken, vor allem in Vietnam und in Thailand kommerziell gehalten und gezüchtet. Das Produktionsvolumen im Jahr 2005 erreichte rund 527.548 Tonnen. Nach Angaben der vietnamesischen Regierung plant man in den kommenden Jahren eine Produktionssteigerung von nahezu 1 Million Tonnen. Die Fische werden unter künstlichen und katastrophalen Bedingungen gehalten und gezüchtet und mit humane Choriongonadotropin (kurz hCG, ist ein Gonadotropin, welches während einer Schwangerschaft in der menschlichen Plazenta unter Einfluss des Chorions gebildet wird) behandelt. Dies hat auch die Tierschützer auf den Plan gerufen und haben auch Schritte gegen die herrschenden Mißstände in den Fischfarmen unternommen. Des Weiteren werden spezielle Techniken wie Einspritzung von Polysacchariden angewendet. Wissenschaftler äußern Bedenken über die Zuchtmethoden in der Produktion wie zum Beispiel hohe Dichte von Fischen in kontaminierten Gewässern, Einsatz von Antibiotika, Mikrobizide, Hormone, etc. Das Fleisch weist einen geringen Gehalt an essentiellen Fettsäuren und an Vitamin E auf. Die Summe der Eicosapentaensäure (EPA) und der Docosahexaensäure (DHA) (mehrfach ungesättigte Fettsäuren) (omega-3) in 100,0 Gramm Fleisch dieses Fisches beträgt 0,05 g und etwa 0,11 mg Vitamin E. Diese Art wird in alle Welt exportiert, unter anderem auch nach Europa und landet delikat verpackt in die Regale der Supermärkte.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Wally Kahl, Burkard Kahl, Dieter Vogt: Kosmos - Atlas Aquarienfische. Sonderausgabe. Kosmos 2003. ISBN 3440094766
  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 1. Vierter Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
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