Pantherschildkröte

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Pantherschildkröte

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schildkröten (Testudinata)
Unterordnung: Halsberger-Schildkröten (Cryptodira)
Familie: Landschildkröten (Testudinidae)
Gattung: Geochelone
Art: Pantherschildkröte
Wissenschaftlicher Name
Geochelone pardalis
(Bell, 1828)

Die Pantherschildkröte (Geochelone pardalis), auch unter dem Synonym Stigmochelys pardalis bekannt, gehört innerhalb der Familie der Landschildkröten (Testudinidae) zur Gattung der Geochelone. Im Englischen wird die Pantherschildkröte leopard tortoise genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Pantherschildkröte erreicht eine Länge von bis zu 70 cm sowie ein Gewicht von bis zu 48 kg. Weibchen werden bei der Nominalform Geochelone pardalis pardalis deutlich größer als Männchen. Die Pantherschildkröte ist die 2. größte kontinantale Schildkrötenart, und die 4. größte Landschildkrötenart überhaupt. In der Regel erreichen Pantherschildkröten bei einer Länge von 50 cm lediglich ein Gewicht von 30 Kg. Der Panzer adulter Tiere ist starkt gewölbt, und weist eine gelbliche Färbung auf, die mit dunkelbraunen und schwarzen Flecken durchzogen ist. Die einzelnen Rückenschilde sind kegelförmig erhöht. Im Gegensatz zu vielen Landschildkrötenarten fehlt ihnen der Nackenschild, an Stelle dessen ist hier eine Aussparung zu sehen, die mit einem leicht gezacktem Rand versehen ist. Die Haut der Beine, des Halses und des Kopfes variiert zwischen gelblich und bräunlich. Die Oberschenkel der Hinterbeine weisen jeweils einen kegelförmigen Sporn auf. Die massigen Beine enden in kräftigen Krallen, mit denen sie sehr gut graben können. Neben dem Größenunterschied kann man die Geschlechter anhand der Schwanzgröße gut unterscheiden. Der Schwanz des Männchens ist an der Wurzel deutlich breiter und ist insgesamt länger als beim Weibchen. Der Bauchpanzer ist beim Männchen zudem stärker nach innen gewölbt. Aufgrund der Fleckenzeichnung erhielt diese Schildkrötenart den deutschen Namen Pantherschildkröte, da die Zeichnung an die Fellzeichnung eines Leoparden erinnert. Die Tiere werden im Washingtoner Artenschutzabkommen im Anhang II als bedrohte Art geführt. Sie haben unter günstigen Umständen eine Lebenserwartung von 50 bis 60 Jahren.

Unterarten

Nachzuchten aus drei aufeinander folgenden Jahren
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Nachzuchten aus drei aufeinander folgenden Jahren

Verbreitung

Die Pantherschildkröte findet ihre Verbreitung in ganz Süd- und Ostafrika. Die Nominalform ist in Südafrika beheimatet, die kleinere Art p. babcocki in weiten Teilen Ostafrikas. Die Tiere bevorzugen trockenes und sandiges Buschland sowie Halbwüsten und Savannen mit mäßiger Vegetation. Auf Hochebenen sind sie in Höhen von bis zu 2.900 Meter anzutreffen.

Ernährung

Die Tiere ernähren sich von Gras und vertrockneten Pflanzenteilen wie Heu und Laub. Wasser nehmen sie mit ihrer Nahrung auf. In Zeiten knapper Nahrung, insbesondere in Dürrezeiten, kommt es bei den Pantherschildkröten oft zu einer Sommerruhe.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit ist an keine feste Jahreszeit gebunden, jedoch ist ein besonders aktives Paarungsverhalten im Frühjahr bis Sommer zu beobachten. In den Monaten August bis Januar, kurz vor der Eiablage, graben Weibchen eine Grube an geschützter Stelle. Sie legen zwischen 10 und 20 Eier in diese Grube, die nach erfolgter Eiablage sorgsam verschlossen wird. In Abhängigkeit der Inkubationstemperatur und der Feuchtigkeit schlüpfen die Jungtiere nach rund 110 bis 450 Tagen. Die Regel sind etwa 120 bis 150 Tage. Die Jungtiere verfügen über einen halbkugelförmigen Panzer, der deutlich heller gefärbt ist als bei adulten Tieren.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Fritz J. Obst: Die Welt der Schildkröten. Müller Rüschlikon, Auflage 2, (1988). ISBN 3275008552
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