Papageienechse

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Papageienechse
Zeitraum
Untere Kreide
120 bis 97 Mio. Jahre
Fossilfundorte
  • China
Systematik
Klasse: Sauropsida
Unterklasse: Diapside Reptilien (Diapsida)
Infraklasse: Archosauromorpha
Überordnung: Herrscherreptilien (Archosauria)
Ordnung: Vogelbeckensaurier (Ornithischia)
Unterordnung: Marginocephalia
Infraordnung: Horndinosaurier (Ceratopia)
Familie: Papageien-Dinosaurier (Psittacosauridae)
Gattung: Papageienechsen (Psittacosaurus)
Art: Papageienechse
Wissenschaftlicher Name
Psittacosaurus mongoliensis
Osborn, 1923

Die Papageienechse (Psittacosaurus mongoliensis) war eine pflanzenfressende Dinosaurier-Art und gehört zur Gruppe der Vogelbeckensaurier (Ornithischia).


Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Psittacosaurus mongoliensis lebte vor rund 120 bis 97 Millionen Jahren in der Unteren Kreidezeit während des Maastrichtium, zeitlich dem ältesten Abschnitt der Kreidezeit. Über die Ursachen des Aussterben kann nur spekuliert werden. Nach einhelliger Meinung brach zu dieser Zeit der Superkontinent Pangäa auseinander. Wahrscheinlich kippte im Laufe von Tausenden oder gar Millionen Jahren das Klima aufgrund der Plattentektonik um, und Psittacosaurus mongoliensis konnte sich nicht anpassen. Zudem brachen in diesem Zeitraum sogenannte Supervulkane aus und vergifteten das Klima. An der fehlenden Nahrung kann es kaum gelegen haben, da die in dieser Zeit vorherrschenden Pflanzen wie Baumfarne, Farne, Ginkgos und Nadelbäume üppig wuchsen.

Systematik

Die Schädelform des Psittacosaurus mongoliensis läßt auf eine der ältesten Vertreter bzw. Vorfahren der Horndinosaurier (Ceratopia) schließen. Vermutlich hat sich der Psittacosaurus mongoliensis aus den Hypsilophodontiden (Hypsilophodontidae) entwickelt, mit denen er zumindest nahe verwandt ist. Er wird den Vogelbeckensaurier (Ornithischia) zugeordnet. Hier ist er den Papageien-Dinosauriern (Psittacosauridae) zugeordnet, die zur Horndinosauriern (Ceratopia). Nahe Verwandte sind unter anderem der deutlich größere Triceratops elatus, Styracosaurus und Protoceratops.

Fossile Funde

Die meisten fossilen Funde des Psittacosaurus mongoliensis stammen aus der Mongolei, dem südlichen Sibirien, aus China und aus Thailand. Das erste Fossil wurde 1922 in der Wüste Gobi, Mongolei gefunden. Es wurde im Jahre 1923 von dem Paläontologen Henry Fairfield Osborn beschrieben. Bis heute hat man über 100 Exemplare von dieser Art gefunden.

Beschreibung

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Aussehen, Maße

Psittacosaurus mongoliensis erreichte eine Gesamtlänge von 160 bis 200 Zentimeter, eine Höhe von gut 60 bis 80 Zentimeter sowie ein Gewicht von 20 bis 40 Kilogramm. Markantes Merkmal war der papageienähnliche Schnabel, der ausgesprochen kräftig ausgeprägt war. Die Kiefer waren mit sehr gut ausgebildeten Zahnreihen versehen, mit denen er die stark faserhaltige Nahrung zerkleinern und kauen konnte. Als sehr frühe Form der Horndinosaurier (Ceratopia) besaß er noch keine für diese Infraordnung so typische verknöcherte Halskrause. Der Vorläufer dieser Halskrause bildete ein verdickter Knochenkamm auf dem Schädel. An diesem Knochenkamm waren die Muskeln der kräftigen Kiefer befestigt. Im Laufe der Evolution wandelte sich dieser Knochenkamm zu dem typischen Nackenschild um. An Wangen waren deutlich hornartige Fortsätze, die sogenannten Wangenstacheln sichtbar, die sich auf Höhe des Maules befanden. Auch markant waren die langen Borsten an der Oberseite des Schwanzes. Wahrscheinlich dienten die Borsten dem Werberitual. Der Schwanz war an der Wurzel ausgesprochen dick und erreichte in etwa die Länge des Körpers. Die hinteren Beine waren deutlich größer und muskulöser als die Vorderbeine. Daraus kann geschlossen werden, dass Psittacosaurus mongoliensis hauptsächlich auf zwei Beinen ging.

Verhalten

Psittacosaurus mongoliensis lief vornehmlich auf zwei Beinen. Bei der Nahrungsaufnahme kann er sich aber auch auf vier Beinen bewegt haben. Für eine dauerhafte Bewegung auf vier Beinen waren die Vorderbeine zu kurz. Die Vorderbeine endeten in vier kräftige Finger, mit denen er wahrscheinlich Pflanzenteile gegriffen hat. Auf der Flucht vor Fressfeinden wird er ausschließlich auf zwei Beinen gelaufen sein. Die Beinstellung sowie der lange Schwanz, der als Ruder- oder Balancierorgan gedient hatte, lassen darauf schließen. Anhand der Gehirngröße konnte man feststellen, dass es sich bei Psittacosaurus mongoliensis um einen nur mäßig intelligenten Saurier handelte. Er lebte in größeren Herden und war ausgesprochen sozial eingestellt. Auch eine aufopfernde Brutpflege wurde betrieben. Ein Leben in Herden ist für alle Horndinosaurier (Ceratopia) typisch. Jungtiere wuchsen im Schutz der Gruppe auf.

Verbreitung

Das natürlichen Verbreitungsgebiet des Psittacosaurus mongoliensis erstreckte sich über das heutige Gebiet der Mongolei und Chinas. Er lebte in lichten und trockenen Wäldern mit entsprechender Vegetation entlang von Seen und großen Flussläufen.

Nahrung

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Psittacosaurus mongoliensis war ein reiner Pflanzenfresser, der sich von Farnen, Laub und anderer Vegetation ernährte. Er zupfte Blätter und ähnliches mit seinem papageienartigen Schnabel von den Ästen. Inwieweit er dazu seine Vorderbeine nutzte ist nicht bekannt. Es ist aber anzunehmen, dass er sich auf die Hinterbeine stellte und mit seinen Vorderbeinen nach Nahrung griff. Er war wahrscheinlich am Tage in größeren Herden unterwegs.

Fortpflanzung

Der Psittacosaurus mongoliensis war eine eierlegende Dinosaurierart. Die Nester wurden wahrscheinlich an geschützter Stelle angelegt und hatten einen kreisrunden Querschnitt. Die Eier wiesen eine ovale Form und eine Länge von sieben bis zwölf Zentimeter auf. Aufgrund von Funden geht man davon aus, dass die Eierschale relativ dick war. Man hat frisch geschlüpfte Jungtiere gefunden, bei denen sich die Mutter in unmittelbarer Umgebung befunden hat. Es ist also davon auszugehen, dass das Muttertier oder die Eltern im allgemeinen eine aufopfernde Brutpflege betrieben haben. Die Schlupfgröße betrug wahrscheinlich zwischen 20 und 25 Zentimeter. Die Anzahl der Schlüpflinge kann nur geschätzt werden, aber in einem gefundenen Nest wurden 34 versteinerte Schlüpflinge ausgemacht. Aufgrund der Analyse von einzelnen Knochen kann man von einer Lebenserwartung von zwölf bis fünfzehn Jahren ausgehen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Hazel Richardson: Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit. Aussehen, Merkmale, Biologie, Verbreitung. Blv Buchverlag; Auflage: 1 (August 2004) ISBN 3405167655

Links

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