Papuaadler

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Papuaadler

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse Neukiefervögel (Neornithes)
Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie: Habichtartige (Accipitridae)
Unterfamilie: Harpiinae
Gattung: Papuaadler (Harpyopsis)
Art: Papuaadler
Wissenschaftlicher Name
Harpyopsis novaeguineae
Salvadori, 1875

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Der Papuaadler (Harpyopsis novaeguineae), auch als Harpyienadler, Neuguinea-Würgadler oder Kapul-Adler bekannt, zählt innerhalb der Familie der Habichtartigen (Accipitridae) zur Gattung der Papuaadler (Harpyopsis). Im Englischen wird der Papuaadler new guinea harpy eagle, new guinea eagle, papuan eagle oder kapul eagle genannt. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Art monotypisch.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Papuaadler ist ein großer, mächtiger Greifvogel der Baumkronen und erreicht eine Körperlänge von etwa 75 bis 90 Zentimeter. In Größe wird der Papuaadler nur durch den kurzschwänzigen Weißbauchseeadler (Haliaeetus leucogaster) und durch den durchweg sehr dunkelbraun gefärbten Molukkenadler (Aquila gurneyi) übertroffen. Das Gefieder gleicht dem Gefieder des Langschwanzweih (Henicopernis longicauda) und des Salvadori-Habicht (Megatriorchis doriae), jedoch weist der letztgenannte Greifvogel eine ungestreifte Brust auf. Das Obergefieder einschließlich der aufrichtbaren kurzen Federhaube weist eine grau-braune Färbung auf. Die breiten Flügel und der lange abgerundete Schwanz sind weiß gebändert und der obere Brustbereich ist von einer hellbraunen Tönung und ventral zeigt sich eine blassere Färbung. Des Weiteren weist der Papuaadler lange und starke unbefiederte gelbliche Beine mit mächtigen scharfen Klauen auf. Der starke graue Schnabel ist wie bei allen Arten aus der Unterfamilie Harpiinae extrem gekrümmt und sehr gut zum Zerteilen von Beute geeignet. Die Farbe der Iris ist dunkelbraun. Die Flügel sind recht kurz, dafür aber sehr breit. Die Schwungfedern weisen eine extreme Länge auf. Die Geschlechter ähneln sich im Aussehen, jedoch ist das Weibchen größer und schwerer als das Männchen. Der Ruf klingt tief, schwingend und grunzend und oft hört man den Ruf des Papuaadler in der Nacht, der dann häufig wiederholt wird.

Lebensweise

Der Papuaadler lebt in der Regel als Einzelgänger. Die Geschlechter finden nur während der Paarungszeit zueinander. Im Flug kann der Papuaadler Geschwindigkeiten von 70 bis 80 Kilometer/Stunde erreichen. Insgesamt ist der Papuaadler trotz seiner Größe ein wendiger Flieger, der ausgezeichnet zwischen den Kronen der hohen Bäume in seinem Lebensraum manövrieren kann.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Papuaadler auf Indonesien und Papua-Neuguinea vor. Der Papuaadler bevorzugt ungestörte tropische Regenwälder. Ferner hält sich der Papuaadler auf Waldlichtungen und in Galeriewäldern bis auf 3.700 Meter über dem Meeresspiegel auf. Zu den Lebensräumen des Papuaadler zählen unter anderem subtropisches und tropisches feuchtes Tiefland, subtropische und tropische feuchte Montan-Wälder, trockene Savannen sowie subtropisches und tropisches feuchtes Buschland.

Ernährung

Kopfschmuck der Einheimischen. Die Federn für den Kopfschmuck werden hauptsächlich vom Papuaadler verwendet.
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Kopfschmuck der Einheimischen. Die Federn für den Kopfschmuck werden hauptsächlich vom Papuaadler verwendet.

Laut der Roten Liste der IUCN ernährt sich der Papuaadler hauptsächlich von Säugetieren, zumeist sind es Beuteltiere und Ratten. Aber auch Schweine, Hunde und manchmal auch Vögel und Schlangen verschmäht der Papuaadler nicht. Er jagt nicht nur auf dem Boden, sondern fängt auch arboreale Tiere. Auch verendete Tiere aus Baumhöhlen holt sich der Papuaadler. Tiere, die der Papuaadler auf dem Boden erspäht hat, überwältigt er mit einem Sturzflug, indem er sich förmlich auf die potentielle Beute fallen läßt und sie mit seinen mächtigen scharfen Klauen tötet.

Fortpflanzung

Die Brutzeit des Papuaadler beginnt im Juni. Der Horst wird in der Regel in sehr hohen, alten Bäumen errichtet. 60 bis 70 Meter sind keine Seltenheit. Der Horst besteht hauptsächlich aus Ästen und Reisig und wird mit Pflanzenmaterial ausgepolstert. Er kann eine Höhe von 100 Zentimeter sowie eine Breite von 150 Zentimeter aufweisen und wird in der Regel über mehrere Jahre genutzt. Das Weibchen legt nur ein einziges Ei und möglicherweise kommt es im Jahr nur zu einer Brut. Die reine Brutzeit beträgt rund 8 Wochen. Nach dem Schlupf kümmert sich hauptsächlich das Männchen um die Beschaffung von Nahrung. Erst im Alter von 5 Monaten beschaffen beide Elternteile die Nahrung für das Jungtier. Der Jungvogel ist zwar nach sechs Monaten flügge, er wird aber noch einige Zeit von den Eltern gefüttert und unterrichtet. Die Tiere erreichen erst mit 8 bis 10 Jahren ihre Geschlechtsreife.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Papuaadler aufgrund der kleinen Population als gefährdet einzustufen. Ferner wird der Papuaadler im Anhang II der CITES geführt. Der Papuaadler hält sich in mehreren Schutzgebieten wie zum Beispiel im Crater Mountain Wildlife Management Area, Papua-Neuguinea, auf. Die Art ist durch das Gesetz in Papua-Neuguinea vollständig geschützt, jedoch werden diese Gesetze nur selten durchgesetzt. Des Weiteren ist die Art durch Verlust von Lebensraum und durch die Bejagung lokal rückläufig. Jedoch ist sehr wenig über die Populationsgröße bekannt. Der Papuaadler ist weithin auf Neuguinea (Papua, vormals Irian Jaya, Indonesien und Papua-Neuguinea) verteilt. Er weist eine sehr niedrige Populationsdichte auf. Es gibt keine Hinweise auf Gebiete oder Größe der Gesamtpopulation, jedoch ist der Papuaadler in dicht besiedelten Regionen deutlich weniger verbreitet oder sogar ausgestorben. Ferner sind nur drei Aufzeichnungen in vier Jahren aus dem stark bejagten Ok Tedi Gebiet vorhanden, jedoch kommt der Papuaadler relativ häufig im Kikori-Becken vor, da der Jagddruck ziemlich gering ist. Der Papuaadler wird in Neuguinea viel gejagt, vor allem im Hochland. Seine Schwanz- und Schwungfedern werden für zeremonielle Kopfbedeckungen verwendet. In dicht besiedelten Gebieten (die meisten Menschen leben in mittleren montanen Höhenlagen) steht der Papuaadler sehr unter Jagddruck. Lokal zunehmender Jagddruck und Forststraßen eröffnen auch bisher unzugängliche Gebiete für die Jagd.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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