Papuaweih

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Papuaweih

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie: Habichtartige (Accipitridae)
Unterfamilie: Wespenbussarde (Perninae)
Gattung: Schopfbussarde (Aviceda)
Art: Papuaweih
Wissenschaftlicher Name
Aviceda subcristata
(Gould, 1838)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Papuaweih (Aviceda subcristata) zählt innerhalb der Familie der Habichtartigen (Accipitridae) zur Gattung der Schopfbussarde (Aviceda). Im Englischen wird der Papuaweih pacific baza genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Der Papuaweih ist ein mittelgroßer Greifvogel und erreicht eine Körperlänge von etwa 38,0 bis 43,0 Zentimeter und eine Spannweite von etwa 85,0 bis 95,0 Zentimeter, wobei das Weibchen größer und schwerer ist als das Männchen. Im Gegensatz zum kräftigen, muskulösen Erscheinungsbild der meisten Greifvögel weist der Papuaweih eher einen kleinen rundlichen Körperbau auf. Der Kopf, der Hals sowie die Brust sind hauptsächlich grau mit einer kleinen, schwärzlichen Federhaube auf der Rückseite des Kopfes und einem schmalen kastanienbraunen Fleck am Nacken. Das übrige Obergefieder ist hauptäschlich schwarz-braun mit kurzen schwarzen Schwanzfedern, die mit drei grauen Streifen und einer grau-weißen Spitze gekennzeichnet sind. Die auffälligsten Merkmale dieser Art ist die Iris. Bei dem Weibchen ist die Iris gelblich und bei dem Männchen ist die Iris orange-rot getönt. Auch die weiße Unterseite weist ein charakteristisches Muster mit einer Reihe von dunklen Binden auf. Es gibt 16 Unterarten, die verschiedene Standorte und Lebensräume bewohnen. Die 16 Unterarten unterscheiden sich in der Gefiederfärbung und in den Markierungen des Gefieders. Die Jugendlichen haben vor allem ein braunes Obergefieder. Des Weiteren verläuft ein weißer Streifen über das Auge und an den Flanken sowie auf der Brust zeigt sich eine unregelmäßige Musterung von dunklen Flecken.

Lebensweise

Papuaweih
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Papuaweih

Der Papuaweih ist teilweise ein Migrant und ein Migrant in einigen Bereichen der höher gelegenen Regionen. Die Erwachsenen sind sesshaft, nur die Jugendlichen verlassen mit Erreichen ihrer Geschlechtsreife die Brutgebiete. Die Vögel im südöstlichen Australien migrieren im Winter entweder in die Niederungen oder in den Norden. Der Papuaweih bewohnt die Waldränder, Lichtungen, Sekundärwälder, das Flachland, die Vorgebirge und auch das Buschland. In Australien kommt der Papuaweih in tropischen und gemäßigten Wäldern und in Waldgebieten vor, wo sich auch Wasser befindet. Ferner ist der Papuaweih in bewaldeten städtischen Gebieten sowie in Vorstadtgärten zu finden, vor allem im Winter hält er sich in diesen Lebensräumen auf. Der Papuaweih verweilt oft auf Bäumen mit wenig oder gar keinem Laub. Er ist weniger dämmerungsaktiv und tritt für gewöhnlich einzeln, paarweise oder in Familiengruppen auf, selten bis zu 20 Vögel. Aber in Australien bilden sich große Trupps im September und im Oktober, die sich auf den Weg von den Winterquartieren in die Brutgebiete machen. Oft findet man den Papuaweih auf Wiesen und am Rande von Auwäldern und auch in Bergwäldern. Ferner fliegt er einzeln oder paarweise über dem Wald oder thront in Baumwipfeln, kreist im Tiefflug über Lichtungen wie eine Rohrweihe (Circus aeruginosus) oder hocht auf toten Baumstämmen. Oft sucht er Schutz in der Mitte von Zweigen eines Baumes am Rande der Lichtungen. Seine Gewohnheiten ähneln auch sehr einem Kuckuckswürger (Campephaga flava).

Unterarten

Wandelnde Geige (Gongylus gongylodes)
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Wandelnde Geige (Gongylus gongylodes)

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Papuaweih in folgenden Verbreitungsgebieten heimisch: Australien, Indonesien, Papua-Neuguinea, Salomonen und Timor-Leste. Der Papuaweih bewohnt folgende Lebensräume: Subtropische und tropische Trockenwälder, subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder, subtropische und tropische Mangrovenwälder in höher gelgenen Regionen, subtropische und tropische feuchte Montanwälder, Trockensavannen und Feuchtgebiete (Inland) wie Flüsse, Bäche und schmale Buchten mit Wasserfall.

Ernährung

Australische Gespenstschrecke (Extatosoma tiaratum tiaratum)
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Australische Gespenstschrecke (Extatosoma tiaratum tiaratum)

Der Papuaweih ist im Grunde genommen ein Allesfresser. Zu seinem Nahrungsspektrum zählen unter anderen Insekten wie Stabheuschrecken und deren Raupen, Frösche, Schlangen, Eidechsen, kleine Vögel und deren Küken sowie kleine Früchte wie zum Beispiel Feigen. Auf den Salomonen Inseln fängt er häufig Heuschrecken, Raupen, große Käfer und Frösche. Auf New Britain ernährt er sich ebenfalls von Insekten, aber auch kleine Früchte nimmt der Papuaweih zu sich. Auf Neuguinea erbeutet er Insekten wie Heuschrecken und Raupen. Des Weiteren ernährt er sich von Fröschen, Eidechsen, Schlangen und von Früchten. Selten werden auch kleine Vögel gejagt. In Australien ist sein Jagdverhalten ziemlich auffälig, indem er mit ausgestreckten Klauen seine Beute im Laub greift oder fliegende Insekten in der Luft verfolgt und gelegentlich auch Heuschrecken zu Fuß jagt. Bevorzugt werden von ihm große Gottesanbeterinnen und Frösche. Die Brutzeit ist zeitlich so abgestimmt, dass die Küken reichlich mit Nahrung versorgt werden können. In Gefangenschaft gehaltene Individuen verspeisen auch Salat, Feigen und andere fleischige Früchte. Insgesamt besteht jedoch die Ernährung aus Insekten wie Gespenstschrecken (Phasmatodea), Fangschrecken (Mantodea), Käfer, Grashüpfer, Ameisen und Raupen. Auch Frösche, kleine Schlangen und Eidechsen werden erbeutet, selten Säugetiere und Nestlinge. Gelegentlich verzehrt der Papuaweih Feigen und vielleicht auch andere pflanzliche Stoffe. Der Papuaweih vollführt bei der Nahrungssuche akrobatische Kunststücke, indem er sich hängend mit schlagenden Flügeln unter den Zweigen bewegt oder sich kletternd bewegt.

Fortpflanzung

Papuaweih
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Papuaweih

In Indonesien ist Brutzeit während der Trockenzeit zwischen den Monaten Mai und November. Auf Neuguinea erfolgt die Brut ebenfalls während der Trockenzeit, aber auch während der frühen und späten Regenzeit. In der Regel erfolgen die Paarungs- und die Brutzeit von Febrauar bis Dezember und in Australien ist die Saison von September bis Januar, in der Regel aber von Oktober bis Dezember. Der Horst wird meist in Laubbäumen angelegt, aber auf New Britain findet man auch Horste auf einer hoch gewachsenen Kokospalme. Der Horst ist eine kleine Plattform, besteht aus lebenden und toten Zweigen. Das Innere des Horstes ist meist mit grünen Blättern ausgekleidet. Der Horst befindet etwa 6 bis 35 Meter über dem Boden und ist an einer gut versteckten Stelle in einer Baumkrone platziert. Allerdings befindet sich der Horst auch manchmal auf Bäumen in der Nähe von menschlichen Siedlungen oder an Straßenrändern. Das Gelege besteht in der Regel aus zwei bis 4, gelegentlich auch aus fünf Eiern. Sie sind oval abgerundet und weisen eine weiße Färbung auf, nur selten zeigen sich einige braune Flecken. Die Größe Eier liegt bei etwa 42 x 34 Millimeter. Die Inkubation dauert etwa 29 Tage. Beide Geschlechter beteiligen sich an der Inkubation. Die Nestlingszeit beträgt etwa 32 bis 35 Tage. Auch die Versorgung wird von beiden Geschlechtern gewährleistet. Solange die Küken noch sehr klein sind bleibt jedoch ein Altvogel zum Schutz am Nest, während der andere für Nahrung sorgt.

Bedrohung, Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Papuaweih heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Papuaweih selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Papuaweih als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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