Paradieskranich

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Paradieskranich

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Kranichvögel (Gruiformes)
Familie: Kraniche (Gruidae)
Unterfamilie: Echte Kraniche (Gruinae)
Gattung: Anthropoides
Art: Paradieskranich
Wissenschaftlicher Name
Anthropoides paradisea
Lichtenstein, 1793

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Der Paradieskranich (Anthropoides paradisea), auch unter dem Synonym Grus paradisea bekannt, zählt innerhalb der Familie der Kraniche (Gruidae) zur Gattung Anthropoides. Im Englischen wird der Paradieskranich blue crane oder stanley crane genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Paradieskranich gehört zu den mittelgroßen Kranicharten und erreicht eine Standhöhe von 110 bis 120 cm sowie ein Gewicht von rund 5.000 Gramm. Das Gefieder ist einfarbig blaugrau gefärbt. Die Federschopfe auf dem Oberkopf und dem Nacken sind dabei deutlich heller, fast weiß. Der Bereich um die Wangen und des Bereiches um die Ohren ist überwiegend aschgrau. Der ausgesprochen kurze Schnabel weist eine rosafarbene Färbung auf. Die Beine sind durchweg schwarz. Insgesamt weisen die Geschlechter keinen Geschlechtsdismorphismus auf.

Lebensweise

Der Paradieskranich gehört zu den stark gefährdeten Kranicharten. In Südafrika ist die Population in den letzten Jahrzehnten auf rund 20.000 Tiere gesunken. In der Etosha-Pfanne, in Namibia, leben nur noch rund 60 Vögel. In allen anderen ursprünglichen Verbreitugsgebieten sind sie heute ausgestorben. Hauptgründe sind die Vernichtung der Lebensräume, Vergiftung durch ausgebrachte Pestizide und Stromleitungen, an denen die Kraniche sich sehr oft verletzen.

Verbreitung

Der Paradieskranich ist in Südafrika edemisch. Dabei bewohnt er heute nur noch kleinere Gebiete im Süden und Südosten des Landes. Eine kleinere Population von 30 bis 40 Brutpaaren ist noch in der Etosha-Pfanne im Norden Namibias beheimatet. Die Vögel bewohnen Grassteppen und Wiesen im Hochland sowie Sumpfgebiete.

Ernährung

Der Paradieskranich ist ein Allesfresser, der sich von Sämereien (insbesondere Samem der Segge und anderen Gräser), Insekten, Amphibien und kleineren Wirbeltieren ernährt. Auf Nahrungssuche geht er am Tage und bevorzugt feuchte Wiesen oder Sumpfgebiete, die er schreitend begeht und nach Beute Ausschau hält.

Fortpflanzung

vergrößern

Die Geschlechtsreife wird beim Paradieskranich mit rund vier Jahren erreicht. Die Kranichpaare leben in monogamer Einehe. Die Brutzeit beginnt in Südafrika mit dem Sommer, meist schon im September und kann sich durchaus bis Februar hinziehen. Der Paarung geht eine ausgedehnte Balz voraus. Die Balztänze bestehen aus Verbeugungen, kleinen Luftsprüngen, kreisrunden Läufen mit gespreizten Federn und flattern mit den Flügeln. Auch Steinchen und Gras werden aufgenommen und in die Luft geworfen.

Der bevorzugste Nistplatz wird in abgelegenen Wiesen oder Sumpfgebieten gesucht. Das Weibchen legt ihre zwei Eier in eine einfache Erdmulde, die nur spärlich oder gar nicht ausgepolstert ist. Die beiden Eier werden vom Weibchen über einen Zeitraum von 30 bis 33 Tagen ausgebrütet. Männchen bewachen während dieser Zeit ihr Partnerin und das Gelege. Die Küken sind Nestflüchter und haben nach dem Schlupf einen bräunlichen Flaum. Mit vier bis fünf Monaten sind die Jungvögel flügge. Ein Paradieskranich hat eine Lebenserwartung von gut 30 Jahren.

Gefährdung und Schutz

In der Roten Liste des IUCN wird der Paradieskranich als gefährdete Art geführt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt die Tiere in Angang II unter weltweitem Schutz.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge