Parkinson-Sturmvogel

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Parkinson-Sturmvogel

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Röhrennasen (Procellariiformes)
Familie: Sturmvögel (Procellariidae)
Gattung: Procellaria
Art: Parkinson-Sturmvogel
Wissenschaftlicher Name
Procellaria parkinsoni
Gray, 1862

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Der Parkinson-Sturmvogel (Procellaria parkinsoni) zählt innerhalb der Familie der Sturmvögel (Procellariidae) zur Gattung Procellaria. Im Englischen wird der Parkinson-Sturmvogel parkinson's petrel oder black petrel genannt. Dieses Taxon wurde in mehrere Spezies gesplittet: Procellaria parkinsoni, Procellaria aequinoctialis, Procellaria conspicillata und Procellaria westlandica. Jedoch wird dieses Taxon von einigen Autoren als Subspezies von Procellaria aequinoctialis im weiteren Sinne (sensu-lato) betrachtet. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Parkinson-Sturmvogel wirkt weniger gedrungen und erreicht eine Körperlänge von etwa 46,0 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 680,0 bis 720,0 Gramm. Beide Geschlechter weisen die gleiche Gefiederfärbung auf. Das Gefieder weist komplett eine dunkelbraune Färbung auf, die fast schon schwarz wirkt. Der Kopf ist relativ klein und rund. Die Flügel sind länger und schmäler. In Ruhe projizieren sich die Flügel weiter über die Schwanzspitze. Die Iris der Augen zeigt eine tiebraune Färbung. Der Schnabel ist von einer schmutzig horngelben Tönung, während die Spitze schwarz erscheint. Die Beine und Füße sind glänzend beinschwarz geschönt und die Krallen weisen eine braune Färbung auf.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Parkinson-Sturmvogel ein Kolonien- und Jahresbrüter, der seine Nester in Höhlen anlegt. Er ist etwa mit sechs Jahren geschlechtsreif und beginnt mit seiner ersten Brut. Die meisten Eier werden im Dezember gelegt, im Februar schlüpfen die Küken und im Mai sind die Jungvögel im Alter von etwa drei Monaten flügge. Jedoch wird der Jugendliche noch bis Juni von seinen Eltern weiterhin mit Nahrung versorgt. Im Alter von drei Jahren kehren die Vögel in die Kolonie zurück, aber erst im Alter von fünf Jahren beginnen sie mit dem Brüten. Die Parkinson-Sturmvögel tauchen in Gruppen von bis zu 300 Individuen im flachen Wasser nach Nahrung und werden häufig in Assoziation mit Schiffen und Walen gesehen. Seine bevorzugten Nahrungsplätze befinden sich auf dem Kontinentalschelf oder auf Seamounts (submarine Vulkane, die sich vom Meeresboden in etwa 1.000 bis 4.000 m Tiefe erheben, aber den Meeresspiegel nicht erreichen). Die Nahrungssuche dauert etwa 15 Tage. Die Nahrungsgebiete sind sehr variabel und hauptsächlich wandern die Vögel westlich und östlich des nördlichen Neuseeland. Der Parkinson-Sturmvogel nistet in nativen Steineiben-Wäldern und in gemischten Laubwäldern oberhalb von 500 Metern über dem Meeresspiegel. Auf dem Festland brütet der Parkinson-Sturmvogel angeblich in einer Höhe von 1.200 Metern, meist in hohen Wäldern, aber auch im alpinen Tussock-Grasland. Die Ernährung wird von Tintenfischen dominiert und wird durch Manteltiere, Krebstiere und durch Rundmäuler ergänzt.

Verbreitung

Totara (Podocarpus totara) endemisch in Neuseeland
vergrößern
Totara (Podocarpus totara) endemisch in Neuseeland

Laut der Roten Liste der IUCN brütet die Art auf Great und Little Barrier Islands, Neuseeland, wo die Gesamtpopulation auf Great Barrier Island etwa 1.300 Brutpaare und auf Little Barrier Islands 100 Brutpaare zählt bzw. einer Gesamtpopulation von etwa 5.000 Individuen entspricht. Die Schätzung von 1.300 Paaren auf Great Barrier Island ist niedriger als bisher angenommen und spiegelt wahrscheinlich eine bessere Information als ein Rückgang wider. Aber es ist keine vollständige Erhebung und obwohl es einen Großteil der Population der Insel deckt, sind weitere Forschungen notwendig, um die wahre Größe der Population bewerten zu können. Der Parkinson-Sturmvogel brütet in den Bergen der Nord- und Südinsel und verschwand seit den 1960er Jahren auf dem Festland völlig. In den späten 1800er Jahren kam die Art auf Little Barrier Islands häufig vor. Sie wurde aber durch verwilderte Hauskatzen dezimiert. Im Jahre 1980 wurden die verwilderten Hauskatzen von der Insel entfernt und seitdem steigt die Anzahl der Population langsam an. Auf Great Barrier Island ist die Population stabil. Der Parkinson-Sturmvogel wandert in den östlichen Pazifik in das Gebiet zwischen Galapagos Inseln, Südmexiko und Nordperu.

Ernährung

Die Ernährung wird von Tintenfischen dominiert und wird durch Manteltiere, Krebstiere und durch Rundmäuler ergänzt. Die Beute wird meist schimmend im Meer von der Wasseroberfläche gefangen. Manchmal folgen die Parkinson-Sturmvögel den Fangschiffen, um die Fischabfälle zu erhaschen, die über Bord geworfen werden. Die Parkinson-Sturmvögel tauchen in Gruppen von bis zu 300 Individuen im flachen Wasser nach Nahrung und werden häufig in Assoziation mit Walen (Cetacea) gesehen.

Fortpflanzung

Tussock Gras - Neuseeland
vergrößern
Tussock Gras - Neuseeland

Der Parkinson-Sturmvogel ist ein Kolonien- und Jahresbrüter, der seine Nester in Höhlen anlegt. Dabei gräbt er eine lange Röhre, die in eine Nestkammer mündet. Die Nestkammer wird meist mit Tussock-Gras ausgekleidet. Das Gelege besteht nur aus einem einzelnen Ei. Die meisten Eier werden im Dezember gelegt, im Februar schlüpfen die Küken und im Mai sind die Jugendlichen flügge, etwa im Alter von drei Monaten. Jedoch wird der Jungvogel noch bis Juni von seinen Eltern mit Nahrung versorgt. Im Alter von drei Jahren kehren die Vögel erstmals in die Kolonie zurück. Allerdings ist der Jugendliche erst mit fünf oder sechs Jahren geschlechtsreif und brütet erstmals.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gilt die Art als gefährdet ( vulnerable ), da sie nur auf zwei sehr kleinen Inseln lebt, wo eingeführte Prädatoren eine potentielle Bedrohung für die Art sind. Es wird davon ausgegagen, dass die Population jetzt einigermaßen stabil ist. Im Falle eines Rückgangs der Population sollte die Art als stark gefährdet ( endangered ) gelistet werden. Die Gesamtpopulation besteht aus etwa 1.300 Paaren auf Great Barrier Island und etwa 100 Brutpaaren auf Little Barrier Island (Bell et al. 2009). Die Gesamtzahl wird auf etwa 5.000 Individuen geschätzt, darunter auch Nichtbrüter. Die Art wird ebenfalls in CMS Anhang II und in ACAP Anhang 1 geführt. Bis 1980 wurden die verwilderten Hauskatzen auf Little Barrier Island entfernt. Zwischen den Jahren 1986 und 1990 wurden 249 Jungvögel in einem Versuch von Great Barrier Island nach Little Barrier Island verbracht, um die Populationszahl auf Little Barrier Island zu erhöhen. Die Follow-up-Überwachung zeigt gemischte Ergebnisse. Die Kolonie auf Little Barrier Island wird in jeder Brutsaison überwacht, um den Bruterfolg abzuschätzen. Eine langfristige Populations-Studie wurde im Jahre 1996 auf Great Barrier Island initiiert, um den jährlichen Populations-Trend zu ermitteln und den Bruterfolg zu bewerten. Um die Art zu erhalten, sind folgende Maßnahmen erforderlich: Eine genaue Zählung auf beiden Inseln. Des Weiteren eine Überwachung auf Great Barrier Island, um die Trends der Population und die Bruterfolge zu ermitteln. Ferner Follow-up-Berichte der Brutplätze auf dem Festland anfertigen. Entwicklung einer besseren Gerätetechnik für die Fischerei, um den Beifang zu minimieren. Fortsetzung und Ausweitung der Kontrollen auf Great Barrier Island, um rechtzeitig eingreifen zu können, wenn Prädatoren die Nester plündern und so einen Rückgang der Population verursachen. Beseitigung der Pazifischen Ratte (Rattus exulans) auf Little Barrier Island.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge