Parmawallaby

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Parmawallaby

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Ordnung: Diprotodontia
Familie: Kängurus (Macropodidae)
Gattung: Macropus
Art: Parmawallaby
Wissenschaftlicher Name
Macropus parma
Waterhouse, 1846

Das Parmawallaby (Macropus parma) zählt innerhalb der Familie der Kängurus (Macropodidae) zur Gattung Macropus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Parmawallabys erreichen eine Körperlänge von 45 bis 53 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 45 bis 55 Zentimeter sowie ein Gewicht von 3.300 bis 5.800 Gramm. Weibchen bleiben deutlich kleiner und leichter als Männchen. Das lange und grobborstige Fell weist eine braune bis graubraune bis rostbraune Färbung auf, die zur Bauchseite in ein weiß bis cremefarben übergeht. Auf dem kleinen Kopf wirken die länglichen und abgerundeten Ohren sehr groß. Wie bei allen Kängurus, so sind auch die Hinterbeine des Parmawallabys sehr kräftig ausgeprägt und für lange und ausdauernde Sprünge geeignet. Die zweite und dritte Zehe ist im Laufe der Evolution charakteristisch zu einer Putzkralle umgewandelt worden. Mit dieser Putzkralle pflegen Parmawallabys ihr Fell. Das Weibchen verfügt über einen Brutbeutel, in dem sie ihr Junges großzieht. Die Tiere sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber halten sie sich in der schattigen Vegetation verborgen. In der Regel leben Parmawallabys einzelgängerisch. Sie beanspruchen zwar ein Revier, das eine Größe von fünf bis zehn Hektar aufweist, sie sind dabei aber keineswegs als territorial einzustufen. Dennoch kann es auch zu einer Bildung von Kleingruppen kommen.

Verbreitung

Das Parmawallaby kommt heute nur noch im östlichen Australien und auf der Insel Kawau vor. Im Osten Australiens leben die Populationen im Südosten von Queensland und im Nordosten von New South Wales. Auch auf einigen vorgelagerten Inseln gibt es ebenfalls kleinere Populationen. Sie bevorzugen Küstenwälder mit dichter Strauchvegetationen, offene Eukalyptuswälder und Savannen sowie Heidelandschaften und Küstengebiete. In Höhenlagen werden Habitate bis in Höhen von 900 Metern besiedelt. In Neuseeland wurde die Art vor einigen Jahren eingeführt.

Bedrohung und Schutz

Das Parmawallaby galt lange Zeit aus ausgestorben. Erst in den 1960er Jahren wurde die Art durch Zufall in einem isoliertem Gebiet wiederentdeckt. Auch wenn die Art in Australien streng geschützt wird, so erholen sich die Bestände nur langsam. Auch die anhaltende Vernichtung der natürlichen Lebensräume trägt zu der weiter bestehenden Gefährdung bei. In der Roten Liste des IUCN wird die Art als stark gefährdet geführt.

Prädatoren

Das Parmawallaby hat nur wenige Feinde. In der Vergangenheit wurden die Tiere von den Ureinwohnern, den Aborigines, gejagt. Die Tiere waren für die Aborigines Nahrungsgrundlage. Später wurden die Tiere auch von den europäischen Siedlern gejagt. In der Tierwelt kann allenfalls der Dingo oder der Fuchs dem Parmawallaby gefährlich werden. Aber auch meist nur dann, wenn es sich um alte und kranke Tiere handelt. Demzufolge sind die Verluste durch Dingos und Füchse nicht nennenswert. Nur selten erbeuten größere Greifvögel oder Würgeschlangen ein Parmawallaby.

Ernährung

Parmawallabys fressen ausschließlich Gräser und Kräuter. Gelegentlich fressen sie auch die Rinde von Bäumen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass rund 20 Pflanzenarten als Nahrung dienen. Als überwiegend nachtaktive Tiere gehen sie dabei erst mit Einbruch der Dämmerung auf Nahrungssuche. Bei der Nahrungssuche bewegen sie sich auf allen Vieren fort. In ihrem Lebensraum sind sie auch auf das Vorkommen von Trinkwasser angewiesen.

Fortpflanzung

Die Geschlechter der Parmawallabys erreichen die Geschlechtsreife zu unterschiedlichen Zeiten. Weibchen erreichen die Geschlechtsreife bereits mit 16 Monaten, Männchen hingegen erst mit 24 Monaten. Die Paarungszeit erstreckt sich für gewöhnlich über die Monate März bis Juli. Nach einer Tragezeit von rund 35 Tagen kommt ein Jungtier zur Welt und weist weniger als ein Gramm an Gewicht auf. Es ist in dieser Form noch nicht lebensfähig, da es sich in einer embryonalen Phase befindet. Das Embryo ist in der Lage, mit Hilfe seines Geruchssinnes den Beutel der Mutter zu finden. Der Weg von der Kloake bis zum Beutel kann einige Stunden dauern. Im Beutel angekommen, saugt sich das Jungtier an einer Zitze fest und verbleibt für etwa acht bis neun Monate im Beutel, bevor es ihn als jugendliches Parmawallaby verlässt. Die Sterblichkeit unter den Jungtieren ist sehr hoch und beträgt im ersten Lebensjahr gut 40 Prozent. Von der Muttermilch wird das Jungtier mit etwa 44 Wochen abgesetzt. Ist ein Weibchen schwanger, und die Umweltbedingungen (Nahrungsangebot etc.) sind nicht die besten, oder es befindet sich noch ein Jungtier im Beutel, so kommt es zu einer "verzögerten Geburt". Hierbei kommt die Entwicklung des Embryos für eine gewisse Zeit zum Stillstand, bis bessere Bedingungen herrschen. Parmawallabys können in Gefangenschaft ein Alter von elf bis vierzehn Jahren erreichen. In Freiheit erreicht kein Tier das achte Lebensjahr.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

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