Passalus punctiger

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Passalus punctiger
Männchen

Systematik
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Polyphaga
Teilordnung: Scarabeiformia
Überfamilie: Blatthornkäfer (Scarabaeoidea)
Familie: Zuckerkäfer (Passalidae)
Unterfamilie: Passalinae
Gattung: Passalus
Art: Passalus punctiger
Wissenschaftlicher Name
Passalus punctiger
Lepeletier & Serville, 1825

Verbreitungsgebiet
Karte: Mexiko Sinaloa und Tamaulipas braun hervorgehoben

Passalus punctiger ist ein Blatthornkäfer (Scarabaeoidea) aus der Familie der Zuckerkäfer (Passalidae).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Passalus punctiger kann eine Körperlänge von bis zu 90 Millimeter erreichen. Das Weibchen wirkt etwas kleiner als das Männchen. Der Körper ist länglich zylinderförmig und weist eine schwarze Färbung auf. Die ventrale Oberfläche ist mit aufgerichteten, gemäßigt dichten, feinen gelben Härchen bedeckt. Der Kopf ist schmaler als der Thorax und mit einem dorsomedianen Horn ausgestattet. Das Labrum ist fast gerade, etwas konkav und projiziert sich über die Spitze der Frontseite des Kopfes hinaus. Die Stirnplatte ist frontal durch eine Naht getrennt. Der Unterkiefer ist äußerst kräftig. Trotz des starken Unterkiefers beißt der Käfer nicht. Wenn er gestört wird, zeigt er seinen Verdruss durch ein hörbares Quietschen. Der Oberkiefer weist vierfach segmentierte Taster auf, die dicht mit Härchen besetzt sind. Es folgt die Galea, die mit Apical-Haken versehen ist. Der basale Mittelteil der Unterlippe ist groß und vorstehend und die Spitze ist gekerbt. Am Labium befinden sich dreifach segmentierte Taster.

Die spärlich behaarten Antennen sind zehnfach segmentiert und an der Spitze der Antennen zeigen sich dreifach segmentierte, leicht eingerollte Lamellen, die etwas aufgefächert und ebenfalls behaart sind. Die Augenhöhlenkanten sind stark erhöht. Die Augen selbst sind durch die Lidwinkel zur Hälfte geteilt. Das Pronotum ist quadratisch und breiter als der Kopf. Die Elytren weisen deutlich eine Reihe längsgestreifter Furchen auf. Des weiteren sind die Spitzen der Elytren abgerundet. Das Scutellum ist dreieckig geformt, klein und nur in der Nut zwischen Pronotum und Elytren sichtbar. Das letzte Segment am Hinterleib ist durch die Elytren völlig verdeckt. Besonders auffällig ist die Einschnürung zwischen Halsschild und den Deckflügeln (Elytren).

Auf der Unterseite der behaarten Extremitäten befinden sich dornenartige Auswüchse. An der Spitze der Tibiae (Schienen, zwischen Schenkel und Fuß) zeigen sich insgesamt drei Sporne. Die Greifer oder Krallen sind gleich groß und einfach strukturiert. Zwischen den Krallen ist das Empodium vorhanden. Es ragt aber nicht über das fünfte Tarsenglied hinaus. Die Krallen sind ebenfalls leicht behaart. Das Abdomen (Hinterleib) ist zehngliedrig und besteht aus fünf sichtbaren, abgegrenzten, sklerotisierten (erhärteten) Bauchplatten (Sternite). Passalus punctiger ist wie fast alle Käfer seiner Familie ein dämmerungs- und nachtaktiver Käfer.

Verbreitung

Passalus punctiger ist ein typischer Tropenbewohner. Er kommt in Sinaloa (Bundesstaat im Westen Mexikos, der langgezogen am Golf von Kalifornien liegt) und in Tamaulipas (Bundesstaat in Nordostmexiko südlich der Mündung des Rio Grande in den Golf von Mexiko) vor. Er hält sich gerne im tropisch trockenen Wald mit viel Totholz auf.

Ernährung

Passalus punctiger ernährt sich von Baumsäften. Er nimmt den Baumsaft aus Wunden in der Rinde auf. Die Larven leben von vermodertem Totholz, das von den Imagines mundgerecht zubereitet wird. Das Totholz ist meist von Pilzen befallen, so dass selbst Holz einen Nährwert aufweist.

Fortpflanzung

Passalus punctiger erreicht die Geschlechtsreife mit Beendigung des Puppenstadiums. Das lautstarke Liebeswerben des Männchens kann über zwölf Stunden und länger anhalten. Dabei bedient sich das Männchen wie das Weibchen eines komplizierten Repertoires von vierzehn verschiedenen Signalen. Die Kopulation selbst ist lautlos und dauert nur zehn bis dreißig Minuten. Das Männchen und das Weibchen erzeugen die Geräusche durch Reibung mit den Deckflügeln und dem Hinterleib.

Beschreibung und Bestimmung der Laufbeine und des Körpers eines Käfers
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Beschreibung und Bestimmung der Laufbeine und des Körpers eines Käfers

Beide Geschlechter graben mehrere Röhren und Gänge im verfallenden Totholz oder in Baumstümpfen. Das Weibchen legt die Eier in ein Nest, das aus morschen Holzspänen sowie Holzmehl besteht und mit Speichel stabilisiert ist. Beide Geschlechter leben mit ihren Larven in einer kleinen Kolonie. Die Imagines und die Larven stehen ständig in Verbindung, indem sie stridulieren und dabei vierzehn unterschiedliche Lautäußerungen produzieren. Die Imagines versorgen die Larven mit Nahrung. Die Nahrung wird von den Imagines mundgerecht zerkleinert und mit Speichel vermischt. Die Larven nehmen auch Exkremente der Imagines zu sich, die durch Mikroflora zersetzt sind. Es kommt auch vor, dass die Larven verendete Larven verspeisen.

Die engerlingsartigen Larven weisen eine längliche, zylindrische, leicht behaarte Körperform auf und erreichen eine Körperlänge von acht bis zwölf Millimeter. Die Larven sind weißlich gefärbt, ausgenommen das Schwanzende, das durch angesammelte Rückstände etwas dunkel erscheint. Der Schädel ist leicht sklerosiert. Die Schädelnaht ist eindeutig. Die Antennen sind zweifach segmentiert mit hervorstehender fleischiger Unterseite. Es zeigen sich seitliche Punktaugen. Das Labrum ist abgerundet. Der Unterkiefer mit Außenlade und Innenlade ist deutlich unterschiedlich. Der Stridulations-Bereich ist vorhanden. Die Taster sind zweifach segmentiert. Die Abdominal-Segmente sind ohne Ringe. Die Beine am Prothorax (Vorderbrust) und am Mesothorax (Mittelbrust) sind vierfach segmentiert mit langem, gebogenem Greifer. Die Beine am Metathorax (Hinterbrust) sind nicht segmentiert und weisen einige Apical-Zähnchen auf. Auch die Larven sind in der Lage durch das Reiben der Metothorax-Beine gegen die Mesothorax-Beine akustische Signale zu erzeugen.

Die Entwicklung der Larven beträgt etwa ein Jahr. Nach dem letzten der drei bis vier Larvenstadien verpuppen sie sich und aus der Puppe schlüpft der fertige Käfer, die Imago.
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