Peale-Delfin

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Peale-Delfin

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Wale (Cetacea)
Unterordnung: Zahnwale (Odondoceti)
Familie: Delfine (Delphinidae)
Unterfamilie: Echte Delfine (Delphininae)
Gattung: Kurzschnauzendelfine (Lagenorhynchus)
Art: Peale-Delfin
Wissenschaftlicher Name
Lagenorhynchus australis
(Peale, 1848)

IUCN-Status
Data Deficient (DD)

Der Peale-Delfin (Lagenorhynchus australis) zählt innerhalb der Familie der Delfine (Delphinidae) zur Gattung der Kurzschnauzendelfine (Lagenorhynchus). Im Englischen wird dieser Delfin Peale's Dolphin oder Blackchin Dolphin genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der stämmig gebaute Peale-Delfin erreicht eine Länge von bis zu 218 cm und ein Gewicht von bis zu 115 kg. Männchen bleiben ein wenig kleiner als Weibchen. Die Haut ist dorsal dunkelgrau gefärbt, lateral zeigt sich eine hellere Färbung. Die Bauchseite ist hellgrau bis grau gefärbt. Im Geitalbereich sind dunkle Streifen erkennbar. Jungtiere sind insgesamt heller gefärbt als adulte Tiere (Novak, 1999; Goodall, 2002).

Lebensweise

Über die Lebensweise der Peale-Delfine ist nur wenig bekannt. An der Wasseroberfläche schwimmen die Tiere relativ schnell. Nicht selten kommt es dabei auch zu akrobatischen Sprüngen. Peale-Delfine reiten häufig auf den Bugwellen von Schiffen. Die Art lebt gesellig in kleinen Gruppen von bis zu 30 Tieren. Gelegentlich kommt es in den Schulen auch zur Vergesellschaftung mit Rundkopfdelphinen und Commerson-Delfinen. Über Wanderungen, insbesondere über saisonale Wanderungen liegen keine Erkenntnisse vor (Jefferson, et al., 1993; Novak, 1999).

Verbreitung

Peale-Delfine sind an den Küsten des südlichen Südamerika endemisch. Besiedelt werden die Küsten von Argentinien, Chile und den Falklandinseln. Die Tiere besiedeln den flachen Festlandsockeln und dringen dabei auch in geschützten Buchten, Flussmündungen und Delta ein. Die Wassertemperatur beträgt auch im Sommer kaum mehr als 14°C. Auch wenn Peale-Delfine eher flache Gewässer bevorzugen, so dringen sie gelegentlich auch in Tiefen von bis zu 300 m vor (Goodall, 2002 in IUCN, 2012).

Biozönose

Peale-Delfine teilen sich ihren Lebensraum und Nahrungsgründe mit zahlreichen verwandten Artgenossen, anderen Säugetieren und Vögeln. Hier sind beispielsweise Südkaper (Eubalaena australis), Rundkopfdelfine (Grampus griseus), Mähnenrobben (Otaria flavescens), Blauaugenscharben (Phalacrocorax atriceps) sowie Magellantaucher (Podiceps major), Felsenscharben (Phalacrocorax magellanicus), Magellan-Pinguine (Spheniscus magellanicus) und Dominikanermöwen (Larus dominicanus) zu nennen (Nowak, 1999 et al.).

Ernährung

Die spärlichen Informationen über die Ernährung der Peale-Delfine beruhen auf Magenanalysen. Am häufigsten wurden Muscheln, Krebstiere und Fische nachgewiesen. Peale-Delfine fressen in kleinen Mengen auch Kopffüsser. Beliebte Beutetiere sind Bartmännchen (Ophidiidae) wie Genypterus blacodes, Schleimaale (Myxinoida) wie Myxine australis, (Salibota australis), Dorschartige (Gadiformes) wie Macruronus magellanicus, Krebstiere (Crustacea) wie (Pleoticus muelleri), Kalmare (Teuthida) wie Loligo gahi sowie Kraken (Octopoda) wie etwa Enteroctopus megabocyatizus Die Tauchzeiten liegen bei bis 2,5 (0,5) Minuten Goodall 2002; Novak, 1999).

Fortpflanzung

Der Zeitpunkt der Geschlechtsreife ist nicht bekannt. Nach einer Tragezeit von 10 bis 12 Monaten kommen die Kälber zwischen dem Frühjar und Herbst zur Welt. Ein Wurf besteht aus einem, selten auch zwei Jungtieren. Ein Jungtier weist eine Geburtslänge von 95 bis 125 cm auf. Die Säugezeit erstreckt sich über 18 bis 24 Monate. Männchen spielen bei der Aufzucht des Nachwuchses keine ROlle Goodall 1997; Novak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Auch wenn die Art an sich heute noch nicht vom Aussterben bedroht ist, steht sie doch vielfältigen Gefahren gegenüber. Insbesondere die Bejagung, das Verfangen in Fischernetze, Störungen durch den Menschen und die Überfischung der Lebensräume stellen die größten Gefahren dar. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie Data Deficient (DD) geführt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen listet den Peale-Delfin in Anhang II des Abkommens. Peale-Delfin werden getötet, um das Fleisch der Tiere in Krabbenfallen zu verwenden. Und dies obwohl eine Bejagung der Peale-Delfin bereits seit den 70gern verboten ist. Zahlreiche Tiere kommen auch in den Fischernetzen ums Leben. Die Höhe dieses Beifanges ist jedoch unbekannt. In den letzten Jahrzehnten hat die Verschmutzung der Gewässer, insbesondere die der großen Ozeane und Meere dramatisch zugenommen. Da wird nicht nur Altöl verklappt, sondern über die Flüsse auch Polychlorierte Biphenyle (PCB) und Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT) in die Meere eingeleitet. Insbesondere in den Bereichen mit hoher Siedlungsdichte an den Küsten sieht es besonders schlecht aus. Die Gifte wirken sich zum einen direkt auf die Peale-Delfine aus und zum anderen indirekt über deren Nahrung, denn die Gifte und Schwermetalle werden natürlich auch von Fischen aufgenommen, die die Nahrungsgrundlage für die Peale-Delfine bilden (IUCN, 2012).

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X
  • Karl Müller: Wale und Delfine. Karl Müller Verlag, Kön (2004) ISBN 3833601329

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