Pellenes brevis

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Pellenes brevis
Weibchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Pellenes
Art: Pellenes brevis
Wissenschaftlicher Name
Pellenes brevis
(Simon, 1868)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:035260]

Die Spinnenart Pellenes brevis gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Pellenes.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Pellenes brevis erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 3 bis 4 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 4 bis 5 Millimeter. Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. <2>

Das Prosoma des Männchens ist rotbraun und weist einen weiß behaarten schwarzen Rand sowie schwarze Augenumrandungen auf. Die Kopfplatte ist bräunlich beborstet. Der anteriore und der thorakale Bereich des Prosoma sind lang dünn und gelbbraun behaart. Der Bereich hinter den hinteren lateralen Augen ist weiß beschuppt. Die Unterkante am Clypeus ist weiß und das Gesicht ist gelbbraun behaart. Die Cheliceren weisen eine rostbraune Färbung auf und sind mit je drei Längsbanden aus weißen Haaren besetzt. Das Labium ist von dunkelbrauner Farbe, während die Maxillen orangebraun und distal weiß getönt sind. Das Sternum ist hell gelbbraun und abstehend transluzent weiß behaart. Das Opisthosoma ist dunkelbraun und mit einer orangefarbenen feinen Punkt- und Linienmusterung besetzt, die im vorderen Drittel zwei kreisrunde Flecken und ab der zweiten Hälfte Winkelmuster erkennen läßt. Das gesamte Abdomen ist dicht mit gelbbraunen Hächen bedeckt, median zeigt sich eine Längsbande aus weißen Schuppenhärchen, lateral erkennt man ein braun-beigefarbenes Linienmuster und je zwei schrägverlaufende weiße Haarbanden. Der Hinterleib ist ventral beigebraun, der mit zwei medianen weißen Längsbanden versehen ist. Die Spinndüsen weisen eine gelbbraune Färbung auf. Die Beine sind hell gelbbraun gemustert und bei dem ersten Beinpaar sind die Femoren, die Metatarsi und die distale Hälfte der Tibiae rostbraun getönt, die Patellae und die Tarsi sind von hell orangebrauner Färbung. Alle Beine sind abstehend weiß behaart und Tibia I ist ventral schwarz beborstet. Die Pedipalpen sind mit braunem Femur und mit weiß behaarter gelber Patella versehen. Tibiae und Cymbium sind orangebraun und distal aufgehellt. Die Apophyse ist gerade und spitz und zeigt distal eine schwarze Färbung. Eine Bestachelung ist an den Femoren, Patellae, Tibiae und Metatarsi vorhanden. <2>

Pellenes brevis - Wohngespinst
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Pellenes brevis - Wohngespinst

Bei dem Weibchen weist das Prosoma wie bei dem Männchen dieselbe Färbung auf, zusätzlich sind aber die Flanken weiß behaart. Der Clypeus ist dicht mit weißen Härchen bedeckt, GAB braun und der Bereich zwischen den vorderen Mittelaugen zeigt eine weiße Färbung. Das Opisthosoma weist dorsal ebenfalls wie bei dem Männchen dieselbe Tönung auf, jedoch ist das Opisthosoma ventral etwas heller gefärbt. Des Weiteren sind die Beine wie bei dem Männchen von gleicher Färbung, aber das erste Beinpaar ist bis auf die hell orangebraunen Taster-Spitzen gleichmäßig braun getönt und weist keine schwarze Behaarung an der Tibia auf. Die Tarsi sind gelb und basal an den Seiten dunkelbraun gefärbt, insgesamt abstehend weiß behaart. Eine Bestachelung ist ebenso an den Femoren, Patellae, Tibiae sowie an den Metatarsi vorhanden. <2>

Lebensweise

Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen, Überwintern und als Schutz beim Häuten und bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst.

Verbreitung

Pellenes brevis kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Bulgarien, Frankreich, Deutschland, Griechenland (Rhodos, Peloponnes), Iran, Italien, Mazedonien, Sizilien, Spanien und Ukraine (Krim). Die Spinne findet man auf Schotterflächen mit wenig Vegetation, auf Hügeln, auf salzhaltigem Gelände im Gras, in trockenem Volltrockenrasen (Xerobrometum) sowie an Hängen in südlicher Lage. Wie fast alle Springspinnen so hält sich auch diese Art gerne auf sonnenbeschienenen Plätzen auf. Gelegentlich sucht die Spinne auch Zuflucht unter den Steinen. Das Wohngespinst wird meist auf oder zwischen den Schotterflächen angelegt. <3>

Pellenes brevis - Weibchen
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Pellenes brevis - Weibchen

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta), bevorzugte Beute sind verschiedene Ameisen (Formicoidea). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Gelegentlich werden dabei Fliegen (Brachycera) und Grillen (Gryllidae) sowie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) erbeutet.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Dezember 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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