Perognathus inornatus

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Perognathus inornatus
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Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Familie: Taschenratten (Geomyidae)
Unterfamilie: Heteromyinae
Tribus: Perognathini
Gattung: Seiden-Taschenmäuse (Perognathus)
Art: Perognathus inornatus
Wissenschaftlicher Name
Perognathus inornatus
Merriam, 1889

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Perognathus inornatus zählt innerhalb der Familie der Taschenratten (Geomyidae) zur Gattung der Seiden-Taschenmäuse (Perognathus). Im Englischen wird die Art Salinas Pocket Mouse oder San Joaquin Pocket Mouse genannt. Perognathus inornatus ist auch unter dem nicht anerkannten Synonym sillimani (von Bloeker, 1937) bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Perognathus inornatus ähnelt im Wesentlichen Perognathus amplus. Unterschiede zeigen sich in der Schädelmorphologie und der Haut. Perognathus amplus ist größer und der Schwanz ist länger als bei Perognathus inornatus. Man geht bei beiden Arten von einer allopatrischen Artbildung aus (Best, 1993).

Fossile Funde

Die ältesten Funde von Vertretern der Seiden-Taschenmäuse (Perognathus) stammen aus dem Miozän. Funde von Perognathus inornatus stammen aus dem Pleistozän und wurden in Mc-Kittrick, Kern County, Kalifornien, gefunden (Best 1993).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Perognathus inornatus ist eine mittelgroße Art der Seidentaschenmäuse mit einem langen, dünnen Schwanz. Der Schwanz ist länger als die Körperlänge. Die Ohren sind eher klein, die Sohlen der Hinterfüße sind behaart. Das Fell ist ausgesprochen weich, die Vibrissen sind eher kurz. Das Fell ist dorsal orangebraun gefärbt. Durchsetzt ist das Fell mit schwärzlichen Haarspitzen. Ventral zeigt sich eine weißliche Färbung, der Schwanz ist zweifarbig. Der Schädel ist deutlich abgeflacht und die Interorbitalregion (Bereich zwischen den Augen) ist schmal. Perognathus inornatus erreicht eine Körperlänge von 70 bis 75 mm, eine Schwanzlänge von 75 bis 80 mm, eine Interorbitalbreite von 4,8 bis 5,7 mm mit einem Mittelwert von 4,9 bis 5,1 mm. Zwischen den Geschlechtern zeigen sich Unterschiede, die im Folgenden aufgeführt werden. Männchen erreichen eine durchschnittliche Gesamtlänge von 148,8 mm, eine Körperlänge von 72,1 mm, eine Schwanzlänge von 76,2 mm, eine Hinterfußlänge von 19,6 mm, eine Ohrlänge von 7,8 mm, eine Schädellänge von 23,6 mm, eine basale Schädellänge von 14,2 mm, eine Interorbitalbreite von 5,2 mm, eine Schädeltiefe von 7,7 mm, eine Schädelbreite von 13,1 mm, eine Jochbeinbreite von 12,1 mm sowie ein Gewicht von 7 bis 12 g. Weibchen erreichen eine durchschnittliche Gesamtlänge von 146,6 mm, eine Körperlänge von 72,6 mm, eine Schwanzlänge von 74,5 mm, eine Hinterfußlänge von 19,4 mm, eine Ohrlänge von 7,4 mm, eine Schädellänge von 23,0 mm, eine basale Schädellänge von 14,5 mm, eine Interorbitalbreite von 5,2 mm, eine Schädeltiefe von 7,8 mm, eine Schädelbreite von 13,0 mm, eine Jochbeinbreite von 11,8 mm sowie ein Gewicht von 7 bis 12 g. In Gefangenschaft erreichen die Tiere ein Gewicht von 13,0 bis 17,4 g. Das Gebiss besteht aus 20 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c0/0, p1/1, m3/3. Die Haare des Felles erreichen eine Länge von bis zu 3 mm. Der Schaft weist eine Breite von 45 bis 47 µm auf (Best, 1993).

Lebensweise

Perognathus inornatus ist strikt nachtaktiv und hält sich am Tage in einfachen Erdbauten auf. Die Nahrungssuche und -aufnahme erfolgen demzufolge nur in der Nacht. Während der kalten Monate hält die Art eine Winterruhe, also einen physiologischen Schlafzustand. Dies ist im Wesentlichen von Oktober bis März der Fall. Die Fellpflege erfolgt durch Baden in feinem Sand.

Unterarten

Unterarten nach Wilson & Reeder, 2005.

Verbreitung und Lebensraum

Perognathus inornatus ist im mittleren Westen von Kalifornien, USA, mit 3 Unterarten endemisch. Die Vorkommen erstrecken sich von Sacramento Valley, über Tehama County, südlich bis zum San Joaquin und Salinas valley sowie in den angrenzenden Gebieten der Mojave-Wüste. Die Art besiedelt die Ebene und ist in Höhenlagen bis in Höhen von 600 m über NN anzutreffen. Die Siedlungsdichte liegt je nach Lebensraumqualität zwischen 0,4 und 7,3 Individuen je ha. Die Reviergröße beträgt nur wenige 100 qm. Perognathus inornatus besiedelt hauptsächlich offene, trockene Graslandschaften und Trockenwiesen. Lokal werden auch Strauchlandschaften, Savannen und ähnliche Lebensräume bewohnt. Der Boden ist typischerweise sandig und fein strukturiert. Zu den typischen Gewächsen im Lebensraum der Tiere zählen beispielsweise Korbblütler (Asteraceae) wie Artemisia, Lippenblütler (Lamiaceae) wie Salbei (Salvia), Storchschnabelgewächse (Geraniaceae) wie Reiherschnäbel (Erodium), Süßgräser (Poaceae) wie Hafer (Avena) und Trespen (Bromus), Rosengewächse (Rosaceae) wie Adenostoma, Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae) wie Säckelblumen (Ceanothus) sowie Meerträubelgewächse (Ephedraceae) wie Meerträubel (Ephedra) (IUCN 2013; Best 1993).

Biozönose

Sympatrie

Perognathus inornatus lebt sympatrisch beispielsweise mit Eselhasen (Lepus californicus), Audubon-Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus audubonii), Kalifornischen Zieseln (Spermophilus beecheyi), Hirschmäusen (Peromyscus maniculatus), Heermanns Kängururatten (Dipodomys heermanni), Fresno-Kängururatten (Dipodomys nitratoides), Riesen-Kängururatten (Dipodomys ingens), Grashüpfermäuse (Onychomys) wie Onychomys torridus, Nelson-Antilopenziesel (Ammospermophilus nelsoni), Gebirgs-Taschenratten (Thomomys bottae), Amerikanische Buschratten (Neotoma) sowie Amerikanische Erntemäuse (Reithrodontomys) (Best, 1993).

Den Lebensraum teilt sich die Art auch mit zahlreichen Reptilien wie dem San-Joaquin-Leopardleguan (Gambelia sila), dem Gemeinen Seitenfleckleguan (Uta stansburiana), der Texas-Krötenechse (Phrynosoma cornutum), der Prärieklapperschlange (Crotalus viridis), der Westlichen Rennechse (Cnemidophorus tigris), dem Westlichen Stachelleguan (Sceloporus occidentalis) und der Yucca-Nachtechse (Xantusia vigilis) (Best, 1993).

Außerdem ist Perognathus inornatus sympatrisch zu Perognathus alticolus und Perognathus parvus. Eine Allopatrie besteht zu Perognathus fasciatus, Perognathus flavescens, Perognathus flavus und Perognathus merriami (Best, 1993).

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden von Perognathus inornatus zählen insbesondere die Schleiereule (Tyto alba), die Kaninchen-Eule (Athene cunicularia), der Großohr-Kitfuchs (Vulpes macrotis), der Kojote (Canis latrans) und zuweilen auch der Silberdachs (Taxidea taxus).

Ernährung

Perognathus inornatus ernährt sich überwiegend von Grassamen, Sträuchern und Blättern. Zu einem kleinen Teil stehen auch Insekten (Insecta) auf der Speisekarte. Hierbei handelt es sich meist um weiche Insekten wie Schmetterlingsraupen (Best, 1993).

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungsverhalten in freier Wildbahn ist nur wenig bekannt. Die Fortpflanzungszeit erstreckt sich in den natürlichen Lebensräumen von März bis in den Juli hinein. Ein Wurf besteht aus 4 bis 6 Jungtieren. In einer Saison kommt es zu 1 bis 2 (2) Würfen. Der Zyklus der Weibchen erstreckt sich über 5 bis 6 Tage (Best, 1993).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Art heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Perognathus inornatus ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie LC, least concern (nicht gefährdet) geführt (IUCN, 2013).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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