Peucetia viridans

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Fortpflanzung
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-Unter natürlichen Bedingungen bringt ''Peucetia viridans'' in Nordamerika eine Generation pro Jahr und konstruiert in der Regel einen Eikokon im September und Oktober, im südlichen Teil der Vereinigten Staaten werden zwei oder mehrere Eikokons angelegt. Das Weibchen bewacht den Eikokon fürsorglich und stürzt sich auf alles, was diesen Eikokon bedrohen könnte. Jeder Kokon enthält etwa 25 bis 600 helle orangefarbene Eier, durchschnittlich sind es etwa 200 Eier. Je nach Lufttemperatur erfolgt der Schlupf aus den Eiern etwa nach 11 bis 16 Tagen. Jedes Ei verwandelt sich zu einem Postembryo (fälschlicherweise wird in mancher Literatur beschrieben, dass die vorhandenen Eier und Embryonen sich im Deutovum entwickeln). Die Postembryos sind ohne tarsale Klauen und Pedipalpen und die Augen sind funktionslos. Des Weiteren bedecken den Körper keine Borsten oder Haare. Die Postembryos verbleiben etwa 10 bis 16 Tage im Eikokon. Die daraus resultierenden Spiderlinge durchlaufen dann die erste Häutung und besitzen funktionale Augen sowie einen Verdauungstrakt und verlassen dann den Eikokon. Das Weibchen hilft den Jungspinnen beim Verlassen des Eikokons, indem sie den Kokon aufbeißt. Im Gegensatz zu den Jungspinnen der [[Wolfspinnen]] (''Lycosidae'') können die Jungspinnen dieser Art im Notfall selbst den Eikokon öffnen. Unter günstigen natürlichen Bedingungen durchlaufen die weiblichen und männlichen Jungspinnen bis zur Geschlechtsreife etwa acht Häutungen. In der Regel häuten sich die Männchen sechs- bis siebenmal und die Weibchen etwa sieben- bis achtmal. {{Kap|Whitcomb}} et al. (1966) stellten fest, dass die Weibchen nach etwa 21 bis 28 Tagen nach der Paarung im Juli und August Eikokons webten. Wenn die Weibchen ihren ersten Eikokon weben, weist er eine leicht grünliche Färbung auf, mit dem Alter ist der Kokon dann strohfarben. Der Eikokon ist ein kugelförmiges Konstrukt mit einer flachen Seite und mißt im Durchmesser etwa 1,5 bis 2,5 Zentimeter. Die dicke äußere Beschichtung besteht aus vielen kleinen zu einem Labyrinth verwobenen Seidenfäden, die verlängert in der Nähe von Blättern und Pflanzenstängeln befestigt werden. Die Jungspinnen verweilen solange im Eikokon bis sie bereit sind für sich selbst zu sorgen. Die meisten Eikokons werden in den oberen Zweigen von Sträuchern oder Büschen angebracht. Die Jungspinnen überwintern bis zur ersten Häutung im Kokon.+Unter natürlichen Bedingungen bringt ''Peucetia viridans'' in Nordamerika eine Generation pro Jahr und konstruiert in der Regel einen Eikokon im September und Oktober, im südlichen Teil der Vereinigten Staaten werden zwei oder mehrere Eikokons angelegt. Das Weibchen bewacht den Eikokon fürsorglich und stürzt sich auf alles, was diesen Eikokon bedrohen könnte. Jeder Kokon enthält etwa 25 bis 600 helle orangefarbene Eier, durchschnittlich sind es etwa 200 Eier. Je nach Lufttemperatur erfolgt der Schlupf aus den Eiern etwa nach 11 bis 16 Tagen. Jedes Ei verwandelt sich zu einem Postembryo (fälschlicherweise wird in mancher Literatur beschrieben, dass die vorhandenen Eier und Embryonen sich im Deutovum entwickeln). Die Postembryos weisen keine tarsalen Klauen, keine Stacheln und keine Pedipalpen auf. Ferner sind die Augen funktionslos. Des Weiteren bedecken den Körper keine Borsten oder feinen Härchen. Die Postembryos verbleiben etwa 10 bis 16 Tage im Eikokon. Die daraus resultierenden Spiderlinge durchlaufen dann die erste Häutung und besitzen funktionale Augen sowie einen Verdauungstrakt und verlassen dann den Eikokon. Das Weibchen hilft den Jungspinnen beim Verlassen des Eikokons, indem sie den Kokon aufbeißt. Im Gegensatz zu den Jungspinnen der [[Wolfspinnen]] (''Lycosidae'') können die Jungspinnen dieser Art im Notfall selbst den Eikokon öffnen. Unter günstigen natürlichen Bedingungen durchlaufen die weiblichen und männlichen Jungspinnen bis zur Geschlechtsreife etwa acht Häutungen. In der Regel häuten sich die Männchen sechs- bis siebenmal und die Weibchen etwa sieben- bis achtmal. {{Kap|Whitcomb}} et al. (1966) stellten fest, dass die Weibchen nach etwa 21 bis 28 Tagen nach der Paarung im Juli und August Eikokons webten. Wenn die Weibchen ihren ersten Eikokon weben, weist er eine leicht grünliche Färbung auf, mit dem Alter ist der Kokon dann strohfarben. Der Eikokon ist ein kugelförmiges Konstrukt mit einer flachen Seite und mißt im Durchmesser etwa 1,5 bis 2,5 Zentimeter. Die dicke äußere Beschichtung besteht aus vielen kleinen zu einem Labyrinth verwobenen Seidenfäden, die verlängert in der Nähe von Blättern und Pflanzenstängeln befestigt werden. Die Jungspinnen verweilen solange im Eikokon bis sie bereit sind für sich selbst zu sorgen. Die meisten Eikokons werden in den oberen Zweigen von Sträuchern oder Büschen angebracht. Die Jungspinnen überwintern bis zur ersten Häutung im Kokon.
==Synonyme und Chresonyme nach {{Kap|Norman I. Platnick}}== ==Synonyme und Chresonyme nach {{Kap|Norman I. Platnick}}==

Aktuelle Version

Peucetia viridans

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Entelegynae
Überfamilie: Lycosoidea
Familie: Luchsspinnen (Oxyopidae)
Gattung: Peucetia
Art: Peucetia viridans
Wissenschaftlicher Name
Peucetia viridans
(Hentz, 1832)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:020215]

Diese Spinnenart Peucetia viridans gehört innerhalb der Familie der Luchsspinnen (Oxyopidae) zur Gattung Peucetia. Im Englischen wird die Spinne Green Lynx Spider genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Peucetia viridans erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 12 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 12 bis 22 Millimeter, die durchschnittliche Größe ist allerdings etwa 16 Millimeter. Das Männchen ist im Gegensatz zum Weibchen mehr schlank, leichter und kleiner. Das Prosoma ist hinter der Augenregion am höchstens und recht breit, in Richtung Hinterkörper wird das Prosoma allerdings schmäler. Besonderes Merkmal ist die auffallend hohe und schmale, nach oben etwas zugespitzte Stirnseite des Vorderkörpers, an der die acht Augen in vier unterschiedlich weit voneinander entfernten Paaren übereinander angeordnet sind. Das unterste, kleinste Paar liegt dicht beieinander, es folgt ein weiter voneinander entferntes größeres Paar. Die übrigen beiden Paare liegen weiter oben am Stirnrand. Der Körper ist transparent und weist eine hellgrüne Färbung auf und ist mit weißen Härchen bedeckt. Ferner zeigen sich auf dem Hinterkörper und auf dem Prosoma in unterschiedlicher Anzahl und Größe rote Flecken. Zwischen den Augen befindet sich in der Regel ebenfalls ein roter Fleck. Die langen, dünnen, schwarz geringelten Beine sind blassgrün bis gelblich getönt und weisen schwarze Stacheln sowie zahlreiche schwarze Flecken auf. Diese Flecken sind vor allem deutlich auf den Femora (Oberschenkelbeine) zu erkennen. Peucetia viridans ähnelt sehr der anderen Spinnenart Peucetia longipalpis, ein sicheres Unterscheidungsmerkmal der Männchen beider Arten sind die deutlich unterschiedlichen Genitalien.

Lebensweise

Peucetia viridans ähnelt in ihrer Lebensweise (Beutefang, Balzverhalten, Sehvermögen) den Springspinnen (Salticidae), Fischerspinnen (Ancylometes) und den Wolfspinnen (Lycosidae). Sie ist tagaktiv, webt keine Fangnetze, sondern erjagt die Beute im Sprung. Gelegentlich wartet sie auch auf das Opfer, um es blitzschnell zu erbeuten. Das Sehvermögen dieser Art ist außerordentlich gut entwickelt. Des Weiteren lebt sie in niederer Vegetation auf warmen, offenem Gelände. Das Weibchen legt die kugelförmigen Eikokons meist an der Spitze und in den äußeren Verzweigungen von Pflanzen. Die Art erreicht die Geschlechtsreife innerhalb von zwei Jahren. Die tagaktive Spinne läuft über niedrige Sträucher und Kräuter mit einer großen Agilität, springt mit einer Genauigkeit von Pflanze zu Pflanze. Ihr relativ gut entwickeltes Sehvermögen ist vergleichbar mit den zuvor genannten Spinnen.

Verbreitung

Es kommen zwei Arten aus der Gattung Peucetia in Nord-Amerika vor. Peucetia viridans tritt zum größten Teil in den südlichen Vereinigten Staaten an der Küste sowie in Mexiko, Zentralamerika und auf den Westindischen Inseln auf. Peucetia longipalpis ist vermehrt in den südwestlichen Vereinigten Staaten bis in den Süden von Belize (ehemals Britisch-Honduras) verbreitet. Peucetia viridans lebt in niedrigen Sträuchern und in krautiger Vegetation auf warmem, offenem Gelände.

Peucetia viridans mit Eikokon
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Peucetia viridans mit Eikokon

Ernährung

Peucetia viridans gehört zu den gefürchteten Räubern der Insekten (Insecta), vor allem vertilgt sie zahlreiche Insektenschädlinge, die sich in Arkansas auf Baumwollfeldern aufhalten. In diesem Gebiet wurde beobachtet, welche Insekten (Insecta) die Spinne vertilgt. Dies sind vor allem viele Motten-Arten aus der Familie Eulenfalter (Noctuidae), Spanner (Geometridae) und Zünsler (Pyralidae), darunter auch einige wichtige Pflanzen-Schädlinge. Ferner werden die Larven von Heliothis zea, Alabama argillacea und von Trichoplusia ni von der Spinne erbeutet. Die tagaktive Spinne jagt vorwiegend in niedrigen Sträuchern und in krautiger Vegetation.

Allerdings jagt die Spinne außer schädliche Insekten (Insecta) auch nützliche Insekten (Insecta) wie zum Beispiel die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) und verschiedene Arten aus der Familie der Faltenwespen (Vespidae), die ebenfalls pflanzliche Insektenschädlinge erbeuten. Auch mehrere Arten von Zweiflügler (Diptera), einschließlich Schwebfliegen (Syrphidae), die wichtige Bestäuber von verschiedenen Pflanzenarten sind und die Raupenfliegen (Tachinidae), die zahlreiche Parasiten vertilgen, werden von der Spinne gejagt. Peucetia viridans wird in Florida in der Landwirtschaft kontrolliert eingesetzt, um schädliche Insekten (Insecta), die vor allem Sojabohnen und Erdnüsse befallen, zu vertilgen.

Fortpflanzung

Peucetia viridans - Spiderlinge
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Peucetia viridans - Spiderlinge

Unter natürlichen Bedingungen bringt Peucetia viridans in Nordamerika eine Generation pro Jahr und konstruiert in der Regel einen Eikokon im September und Oktober, im südlichen Teil der Vereinigten Staaten werden zwei oder mehrere Eikokons angelegt. Das Weibchen bewacht den Eikokon fürsorglich und stürzt sich auf alles, was diesen Eikokon bedrohen könnte. Jeder Kokon enthält etwa 25 bis 600 helle orangefarbene Eier, durchschnittlich sind es etwa 200 Eier. Je nach Lufttemperatur erfolgt der Schlupf aus den Eiern etwa nach 11 bis 16 Tagen. Jedes Ei verwandelt sich zu einem Postembryo (fälschlicherweise wird in mancher Literatur beschrieben, dass die vorhandenen Eier und Embryonen sich im Deutovum entwickeln). Die Postembryos weisen keine tarsalen Klauen, keine Stacheln und keine Pedipalpen auf. Ferner sind die Augen funktionslos. Des Weiteren bedecken den Körper keine Borsten oder feinen Härchen. Die Postembryos verbleiben etwa 10 bis 16 Tage im Eikokon. Die daraus resultierenden Spiderlinge durchlaufen dann die erste Häutung und besitzen funktionale Augen sowie einen Verdauungstrakt und verlassen dann den Eikokon. Das Weibchen hilft den Jungspinnen beim Verlassen des Eikokons, indem sie den Kokon aufbeißt. Im Gegensatz zu den Jungspinnen der Wolfspinnen (Lycosidae) können die Jungspinnen dieser Art im Notfall selbst den Eikokon öffnen. Unter günstigen natürlichen Bedingungen durchlaufen die weiblichen und männlichen Jungspinnen bis zur Geschlechtsreife etwa acht Häutungen. In der Regel häuten sich die Männchen sechs- bis siebenmal und die Weibchen etwa sieben- bis achtmal. Whitcomb et al. (1966) stellten fest, dass die Weibchen nach etwa 21 bis 28 Tagen nach der Paarung im Juli und August Eikokons webten. Wenn die Weibchen ihren ersten Eikokon weben, weist er eine leicht grünliche Färbung auf, mit dem Alter ist der Kokon dann strohfarben. Der Eikokon ist ein kugelförmiges Konstrukt mit einer flachen Seite und mißt im Durchmesser etwa 1,5 bis 2,5 Zentimeter. Die dicke äußere Beschichtung besteht aus vielen kleinen zu einem Labyrinth verwobenen Seidenfäden, die verlängert in der Nähe von Blättern und Pflanzenstängeln befestigt werden. Die Jungspinnen verweilen solange im Eikokon bis sie bereit sind für sich selbst zu sorgen. Die meisten Eikokons werden in den oberen Zweigen von Sträuchern oder Büschen angebracht. Die Jungspinnen überwintern bis zur ersten Häutung im Kokon.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

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Update 5. Juni 2008 <1>


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Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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