Pferdeantilope

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Pferdeantilope

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Pferdeböcke (Hippotraginae)
Gattung: Hippotragus
Art: Pferdeantilope
Wissenschaftlicher Name
Hippotragus equinus
Desmarest, 1804

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Pferdeantilope (Hippotragus equinus) zählt innerhalb der Familie der Hornträger (Bovidae) zur Gattung Hippotragus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Pferdeantilope erreicht eine Schulterhöhe von 140 bis 160 Zentimeter sowie ein Gewicht von 230 bis 300 Kilogramm. Männchen werden dabei größer und schwerer als Weibchen. Das kurzhaarige Fell weist überwiegend eine graubraune Färbung auf. Nicht selten kann sich dabei ein rötlicher Touch einstellen. Das Gesicht ist durch eine dunkle Gesichtsmaske geprägt. Von den Augen verlaufen auf jeder Seite ein hellbrauner bis zur Mitte des Nasenrückens. Der Bereich um die Schnauze ist weißlich. Eine dorsale rotbraune Mähne zieht sich vom Nacken bis in die Mitte des Rückens. Beide Geschlechter verfügen über Hörner. Sie sind geringelt und sind leicht nach hinten gebogen.

Pferdeantilopen sind gesellige Tiere und leben in kleinen Herden von meist zehn bis fünfzehn, selten auch bis dreißig Individuen. Eine Herde wird von einem dominanten Männchen angeführt. Darüber hinaus leben in der Gruppe mehrere Weibchen und deren Nachwuchs. Ein weibliches Leittier kümmert sich dabei um Schlaf- und Weideplätze. Nach Erreichen der Geschlechtsreife müssen junge Männchen die Herde verlassen, sie schließen sich sogenannten Junggesellenherden an. Geschlechtsreife Weibchen verbleiben in ihrer Geburtsgruppe. Sind Pferdeantilopen auf der Flucht vor Fressfeinden, so können sie über 55 km/h schnell rennen. Sie beanspruchen ein Kernrevier von bis zu 400 Hektar, die übers Jahr verteilten Streifreviere können sogar bis 10.000 Hektar groß sein. Zu den natürlichen Feinden gehört der Löwe, der Leopard, die Streifenhyäne und der Afrikanische Wildhund. Die Art ist heute noch nicht akut vom Aussterben bedroht. Dennoch sieht der IUCN die Pferdeantilopen in der Roten Liste als gefährdet an (LR - lower risk).

Unterarten

Verbreitung

Die Pferdeantilope ist sehr weit verbreitet. Ihr matürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich südlich der Sahara über ganz West-, Ost- und Südafrika. Im Süden reicht ihr Verbreitungsgebiet bis nach Botswana. Pferdeantilopen bevorzugen offenes oder halboffenes Steppen- und Savannenland. Geschlossene Waldgebiete werden strikt gemieden.

Nahrung

Pferdeantilopen ernähren sich von Gräsern, Kräutern und Laub. Selten auch von Rinde. Auf Nahrungssuche gehen sie entweder in den frühen Morgen- oder den Abendstunden. Dabei bleibt die Herde immer relativ dicht beieinander.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreichen Pferdeantilopen mit rund drei Jahren. Männchen kommen zu ihrer ersten Paarung aber meist erst nach fünf oder sechs Jahren, da sie erst dann kräftig genug sind, die Kämpfe um die Weibchen zu bestehen. Pferdeantilopen leben polygam. Das dominante Männchen einer Herde paart sich mit mehreren Weibchen. Während der Paarungszeit kommt es oft zu heftigen Kämpfen zwischen dem Männchen einer Gruppe und rivalisierenden Böcken, die aber selten mit schweren Verletzungen enden. Kurz vor der Geburt sondert sich das Weibchen von der Herde ab. Nach einer Tragezeit von 260 bis 280 Tagen bringt sie ein Jungtier zur Welt. Das Jungtier bleibt nach der Geburt bis zu vier Wochen im hohen Gras verborgen, da es mit der Herde nicht mithalten könnte. Seine Mutter kommt mit Einbruch der Dunkelheit und säugt es. Zwischen den Hinterbeinen des Weibchens befinden sich zwei Paar Zitzen. Nachts bleibt die Mutter bei ihrem Jungen und begibt sich mit Anbruch des nächsten Tages zu ihrer Herde. Wenn das Jungtier nach rund vier Wochen kräftig genug ist, schließt es sich der Herde an. Hier wird es von allen Mitgliedern der Gruppe beschützt. Pferdeantilopen können in Freiheit ein Alter von 15 bis 17 Jahren erreichen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

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