Phidippus apacheanus

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Phidippus apacheanus
Männchen und Weibchen mit Beute

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Phidippus
Art: Phidippus apacheanus
Wissenschaftlicher Name
Phidippus apacheanus
Chamberlin & Gertsch, 1929

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:038329]

Die Spinnenart Phidippus apacheanus gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Phidippus. Im Englischen wird die Art Red Velvet Jumping Spider genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Phidippus apacheanus erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 7 bis 11 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 12 Millimeter. Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die untersetzte, kurzbeinige Körpergestalt und durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. Beide Geschlechter weisen in Größe und Färbung einen deutlichen Dimorphismus auf. Das Männchen ist weitaus prächtiger gefärbt als das Weibchen. Es besitzt im Gegensatz zum Weibchen einen auffallend rot gefärbten Rückenschild und roten Hinterkörper mit einem mittleren schwarzen Streifen. Manchmal ist die Grundfärbung auch orange statt rot, sehr alte Spinnen weisen eine gelbe Grundfärbung auf. Die Gliedmaßen sind ebenfalls schwarz gefärbt. Die Cheliceren sind irisierend. Das Weibchen weist eine ähnliche Färbung wie die Jungspinnen auf. Die Spiderlinge haben ein braungraues Prosoma und braungraue Gliedmaßen sowie ein rotes Opisthosoma mit Markierungen auf dem hinteren Teil. Diese bestehen aus einem Paar schwarze Streifen, die jeweils mit zwei auffälligen weißen Punkten versehen sind, getrennt durch eine helle Region. Diese helle Region kann grau, weiß oder sogar goldfarben sein. Das Opisthosoma weist bei sehr jungen Spinnen manchmal eine bronzefarbene Tönung auf, während nach einer späteren Häutung das Opisthosoma ebenfalls rötlich ist. In der fünften und sechsten Häutung zeigt sich eine rote Mütze zwischen der Augenregion, die in einer späteren Häutung gänzlich verschwindet. Die adulten Männchen findet man von Anfang April bis Anfang Juli und die adulten Weibchen trifft man von Anfang Mai bis Mitte Juli. <2>

Lebensweise

Phidippus apacheanus ist eine der Arten von Springspinnen (Salticidae), die die Gestalt von Ameisenwespen (Mutillidae) nachahmen kann. Mehrere Arten dieser Wespen sind in Größe und Färbung ähnlich und die flügellosen Weibchen können schmerzhaft stechen. Aufgrund dieser Merkmale profitiert diese Spinnenart von deren Wehrhaftigkeit. Dabei wird der Kopf durch den mit einer Taille abgegrenzten hinteren Teil des Spinnenhinterleibs nachgebildet. Die Spinnwarzen nehmen wie bei der Ameisenwespe die Form der Fühler und der Mundwerkzeuge an. Die Spinne ahmt selbst die Bewegungen der Ameisenwespe nach.
Ameisenwespe
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Ameisenwespe
Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen, Überwintern und als Schutz beim Häuten und bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Phidippus apacheanus befindet sich in Mexiko, Kuba, Arkansas, Florida, Georgia, Minnesota sowie in Südkarolina. Sie hält sich überwiegend in gemischten Laubwäldern auf und zeigt eine Vorliebe für Fallaub, wo sie sich in ihr angelegtes Wohngespinst zurückziehen kann. Gelegentlich sucht die Spinne auch Zuflucht unter den Steinen oder in den Büschen. <3>

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) und Grillen (Gryllidae) sowie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) erbeutet.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 13. Juli 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge