Phidippus otiosus

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Phidippus otiosus
Männchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Phidippus
Art: Phidippus otiosus
Wissenschaftlicher Name
Phidippus otiosus
(Hentz, 1846)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:035485]

Die Spinnenart Phidippus otiosus gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Phidippus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Phidippus otiosus erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 11 bis 12 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 16 Millimeter. Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die untersetzte, kurzbeinige Körpergestalt und durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. Beide Geschlechter weisen in Größe und Färbung einen deutlichen Dimorphismus auf. Das Männchen ist weitaus prächtiger gefärbt als das Weibchen. Die Kopf- und Stirnplatte sowie das Prosoma und das Opisthosoma des Männchens erscheinen in einer orange-schwarzen Färbung, während das Weibchen im Gegensatz zum Männchen grau getönt ist. Allerdings ist das Opisthosoma des Weibchens mehr hellrotbraun bis graubraun gefärbt und zeigt eine dunkelbraune Blattzeichnung auf dem Hinterkörper. Die Stirn- und Kopfplatte des Weibchens weisen neben der grauen Grundfärbung jeweils ein schwarzes Band auf. Beide Geschlechter besitzen grünlich bis violett schimmernde Cheliceren, besonders auffällig sind die rötlich gefärbten Giftklauen bei dem Weibchen. Zusätzlich weist das Weibchen vier schwarze Borstenbüschel im Bereich der dorsalen Augen auf, die bei dem Männchen fehlen. Auch bei diesem Männchen ist das erste Beinpaar unverhältnismäßig länger als die übrigen Beinpaare, man spricht hier von einer Art Allometrie (Proportionsverschiebung). <2>

Lebensweise

Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum anderen, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen, Überwintern und als Schutz beim Häuten und bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst. Die adulten Tiere findet man in Südkarolina von Dezember bis Februar und in Florida von Januar bis Juni.

Verbreitung

Phidippus otiosus kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Alabama, Florida, Georgia und Südkarolina. Allerdings wird diese Art manchmal mit Pflanzen wie Tillandsien (Tillandsia) aus der Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae) exportiert und gelegentlich findet man die Spinne in den Ländern wie Schweden und Deutschland wieder. Sie hält sich überwiegend in gemischten Laubwäldern auf und zeigt eine Vorliebe für Fallaub, wo sie sich in ihr angelegtes Wohngespinst zurückziehen kann. Gelegentlich sucht die Spinne auch Zuflucht unter den Steinen oder in den Büschen. Wie fast alle Springspinnen so hält sich auch diese Art gerne auf sonnenbeschienenen Plätzen auf. <3>

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) und Grillen (Gryllidae), Langfühlerschrecken (Ensifera), Kurzfühlerschrecken (Caelifera) sowie Schmetterlinge (Lepidoptera) und deren Raupen erbeutet.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Die Geschlechtsreife erreichen die Tiere im Herbst. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt das Weibchen still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben. Die Seidenzelle befindet sich meist unter Rinde von verschiedenen Bäumen, vor allem Eiche und Kiefer werden bevorzugt.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 13. Juli 2008 <1>

Phidippus otiosus - Weibchen
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Phidippus otiosus - Weibchen

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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