Phidippus regius

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Phidippus regius
Weibchen in rötlicher Form

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Phidippus
Art: Phidippus regius
Wissenschaftlicher Name
Phidippus regius
C. L. Koch, 1846

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:035492]

Die Spinnenart Phidippus regius gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Phidippus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Phidippus regius zählt zu den größten Springspinnen und erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 12 Millimeter (von 6 bis 18 Millimeter) und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 15 Millimeter (von 7 bis 22 Millimeter). Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die untersetzte, kurzbeinige Körpergestalt und durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. Das Männchen ist immer schwarz mit abwechselnd schwarzen und weißen Streifen auf dem ersten Beinpaar. Auf dem Opisthosoma zeigt sich ein weißes Band basal und zentral sind dreieckförmige weiße Flecken sowie ein Paar ovale weiße Flecken posterior. Die Cheliceren sind etwas erweitert und schillern grün-blau-violett. Des Weiteren zeigt sich im Gesichtsfeld ein subdistaler Tuberkel. Das erste Beinpaar größerer Männchen ist unverhältnismäßig länger als bei kleineren Männchen, eine Art Allometrie (Proportionsverschiebung). <2> Das Weibchen weist dieselben Farbmuster wie das Männchen auf, aber in der Regel besitzt das Weibchen einen schwarzen dorsalen Bereich mit farbigen Schuppen. Die Schuppen können grau, beige, braun, orange oder in Kombination mit einer oder mit allen der genannten Farben sein. Die Weibchen treten in verschiedenen Farbmorphen auf, orangefarbene Weibchen sind besonders attraktiv. Die meisten der bunt gefärbten Weibchen finden sich im südlichen zwei Drittel von Florida und auf den Großen Antillen. Die Cheliceren des Weibchens schillern entweder grünlich oder rot-violett, diese sind weniger auffällig als bei dem Männchen. In der Regel sind die Cheliceren bei dem Männchen mit dichten langen weißen Borsten besetzt. Auch fehlen dem Weibchen die Cheliceren-Tuberkel. Zusätzlich weist das Weibchen vier Borstenbüschel im Bereich der dorsalen Augen auf, die bei dem Männchen fehlen. Streifenmuster sind an den Beinen des Weibchens vorhanden, aber nicht so ausgeprägt wie bei dem Männchen. <2>

Phidippus regius - Weibchen in grauer Form mit Alydus eurinus Nymphe
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Phidippus regius - Weibchen in grauer Form mit Alydus eurinus Nymphe

Lebensweise

Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen, Überwintern und als Schutz beim Häuten und bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst.

Verbreitung

Phidippus regius kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Bahamas, Bermuda, Chile, Kuba, Dominikanische Republik, Haiti, Hispaniola Island, Jamaika, Puerto Rico, Florida, Georgia, Minnesota, San Domingo und Südkarolina. Die Spinne hält sich meist auf offenen Flächen auf wie zum Beispiel an Waldrändern, aber nicht innerhalb von Laubwäldern. Die kleinen Jungspinnen sind in der Regel in der Stauden-Zone zu beobachten, aber die subadulten und vor allem die adulten Tiere halten sich in semiariden Lebensräumen auf, wo vor allem Palmen wachsen, wie zum Beispiel die Sägepalme (Serenoa repens). Auf den Flächen, wo Palmen fehlen, besiedeln die adulten Tiere dann häufig Sträucher und Bäume. Die adulten Tiere scheinen sich eher auf Substraten mit relativ monoplanarer Oberfläche aufzuhalten und sind auch häufig an Wänden von Gebäuden zu finden. <3>

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Die kleinen Jungspinnen ernähren sich überwiegend von Fliegen (Brachycera) und die etwas älteren Jungspinnen und die adulten Tiere erbeuten hauptsächlich Grillen (Gryllidae), Langfühlerschrecken (Ensifera), Kurzfühlerschrecken (Caelifera), Springschrecken (Orthoptera), Schnabelkerfen (Hemiptera) sowie Schmetterlinge (Lepidoptera) und deren Raupen. Diaprepes abbreviatus aus der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae), ein Schädling der Zitrusfrüchte und des Zuckerrohrs, wird vor allem von den adulten Männchen vertilgt.

Phidippus regius - Weibchen in orangefarbener Form
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Phidippus regius - Weibchen in orangefarbener Form

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben. Die Seidenzelle befindet sich meist unter Rinde von verschiedenen Bäumen, vor allem Eiche und Kiefer werden bevorzugt. Auch Risse und Räume von alten Häusern und Scheunen, die einen geeigneten Schutz für die übergroße Seidenzalle bieten, werden gewählt. Das Weibchen legt bis zu vier Lagen Eier, die erste Lage enthält im Durchschnitt etwa 183 Eier. Die Anzahl der Eier wird mit jeder Lage rückläufig. Wenn ein Weibchen nun vier Lagen Eier produziert, dann beträgt die durchschnittliche Summe aller Lagen 402 Eier, aber die maximale Eiproduktion eines Weibchens kann 715 Eier betragen. Auch diese Summe wird möglicherweise unterschätzt, denn bei einem großen Weibchen wurde in einer einzigen Lage 570 Eier gefunden.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Phidippus regius - Weibchen in grauer Form mit Alydus eurinus Nymphe
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Phidippus regius - Weibchen in grauer Form mit Alydus eurinus Nymphe

Update 13. Juli 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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