Philander frenatus

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Philander frenatus
Foto folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Ordnung: Beutelrattenartige (Didelphimorphia)
Familie: Beutelratten (Didelphidae)
Gattung: Vieraugenbeutelratten (Philander)
Art: Philander frenatus
Wissenschaftlicher Name
Philander frenatus
Olfers, 1818

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Philander frenatus zählt innerhalb der Familie der Beutelratten (Didelphidae) zur Gattung der Vieraugenbeutelratten (Philander). Im Englischen wird die Art Southeastern Four-eyed Opossum genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt (Wilson & Reeder, 2005; IUCN, 2014; Smith, 2008).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung, ähnliche Arten

Philander frenatus kann mit der Nacktschwanzbeutelratte (Metachirus nudicaudatus) verwechselt werden. Die Art kann aufgrund des bräunlichen Felles erkannt werden und die weißen Flecken über den Augen sind kleiner. Der Schwanz von Philander frenatus ist zudem proportional kürzer und der Schwanz der Nacktschwanzbeutelratte ist nackt. Die Weibchen der Nacktschwanzbeutelratte besitzen keinen Beutel. In der Lebensweise unterscheidet sich die Nacktschwanzbeutelratte von Philander frenatus durch die ausschließlich terrestrische Lebensweise, Philander frenatus geht auch in Bäumen auf Nahrungssuche (Smith, 2008).

Beschreibung

Aussehen, Maße

Philander frenatus ist eine große und robust gebaute Beutelratte. Der Schwanz ist etwas länger als die Körperlänge. Zwischen den Geschlechtern zeigt sich ein kleiner Dimorphismus, Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Philander frenatus erreicht eine Körperlänge von 20 bis 33 (26) cm, eine Schwanzlänge von 19,9 bis 35,5 (29) cm, eine Hinterfußlänge von 3,46 cm, eine Fußbreite von 2,9 bis 4,6 (4) cm, eine Länge der Klauen von 0,17 cm, eine Condylobasallänge von 57,1 bis 72,4 mm, eine Jochbeinbreite von 28 bis 43,7 mm und ein Gewicht von 220 bis 680 (400) g. Das Fell ist kurz, glatt und dicht. Der Rücken ist dunkelgrau bis bräunlich gefärbt, lateral hellt die Fellfärbung ein wenig auf. Der Hals, die Wangen und der Bauch sind cremig weiß gefärbt. Markant sind die hellen Flecken über den Augen. Die Ohren sind groß, rundlich geformt und rosa gefärbt, an den Rändern der Ohrmuscheln zeigen sich schwarze Bänder. Die Nase, Oberlippe und Füße sind nackt und leicht rosa gefärbt. Der lange und zylindrische Greifschwanz ist an der Basis gräulich und an der Spitze weiß gefärbt. Weibchen verfügen im Beutel über 5 bis 9 Milchdrüsen. Der Schädel ist schmal und schlank. Das Gebiss besteht aus 50 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i5/4, c1/1, p3/3, m4/4 (Smith, 2008).

Lebensweise

Die Art lebt einzelgängerisch, nachtaktiv und ist überwiegend terrestrisch. Während der Nahrungssuche klettern die Tiere gelegentlich in Bäume. Philander frenatus beansprucht in seinem Lebensraum ein Revier in einer Größe von 0,12 bis 1,0 ha. Die Reviergröße hängt mit den Nahrungsressourcen zusammen. Die Reviere der Männchen und Weibchen sind zur Paarungszeit größer als außerhalb dieser Zeit. Außerhalb der Paarungszeit treffen die Geschlechter selten aufeinander. Die Ruheplätze der Tiere liegen meist zwischen Felsen in unmittelbarer Nähe zu einem Gewässer. Eher selten bewohnt die Art auch Baumnester oder Baumhöhlen (Smith, 2008).

Verbreitung

Philander frenatus ist in Südamerika vom östlichen Brasilen (Bahía bis nach Rio Grande do Sul) südlich bis nach Paraguay und das nördliche Argentinien verbreitet. Besiedelt werden vor allem Tieflandregenwälder, Sumpfgebiete und saisonal überschwemmte Wäldern des Pantanal (Smith, 2008).

Biozönose

Natürliche Feinde sind nicht bekannt. Zu den nachgewiesenen Ekto- und Endoparasiten zählen Flöhe (Siphonaptera) wie Adoratopsylla ronnai, Adortaopsylla quorum, Ctenocephalides felis, Rhopalopsyllus lutzi, Tritopsylla intermedia, Xenopsylla cheopsis, Craneopsylla minerva und Adoratopsylla sinnuata, Schildzecken (Ixodidae) wie Ixodes loricatus und Amblyomma Striatum, Trypanosomen (Trypanosoma) wie Trypanosoma cruzi sowie Fadenwürmer (Nematoda) wie Rhopalia horridus und Viannaia conspicua (Smith, 2008).

Ernährung

Als Allesfresser ernährt sich Philander frenatus hauptsächlich von fleischlicher Kost, ergänzt durch Früchte und Aas. Beliebte Beutetiere sind kleine Säugetiere (Mammalia), Vögel (Aves), Kriechtiere (Reptilia), Lurche (Amphibia), Insekten (Insecta) wie Käfer (Coleoptera), Schaben (Blattaria), Geradflügler (Orthoptera) und Hautflügler (Hymenoptera), Spinnentiere (Arachnida) wie Weberknechte (Opiliones), Krebstiere (Crustacea) wie Zehnfußkrebse (Decapoda), Schnecken (Gastropoda), insbesondere Lungenschnecken (Pulmonata); Doppelfüßer (Diplopoda) und Regenwürmer (Lumbricidae). An pflanzlicher Kost stehen Fensterblätter (Monstera), Flamingoblumen (Anthurium), Aechmaea nudicaulis, Passionsblumen (Passiflora) und Pfeffer (Piper) auf der Speisekarte (Smith, 2008).

Fortpflanzung

Die Paarungszeit ist nicht an eine Jahreszeit gebunden. Die Tiere pflanzen sich demnach ganzjährig fort. In Zeiten mangelnder Nahrung sinkt die Reproduktionsrate. Ein Wurf besteht aus 1 bis 8 (5) Jungtieren. Die Tragezeit erstreckt sich über durchschnittlich 13 bis 14 Tage. Bei der Geburt ist der Nachwuchs nackt, blind und die äußeren Ohren fehlen noch. Die inneren Organe sind zu diesem Zeitpunkt durch die dünne Haut sichtbar. Zum Säugen der Jungen verfügt ein Weibchen in ihrem Beutel über meist 7 Milchdrüsen. Die Ohren öffnen sich nach 52 Tagen, die Augen nach etwa 62 Tagen. Im Alter von 68 bis 75 Tagen wiegt ein Jungtier 50 bis 75 g. Die Geschlechtsreife wird im Alter von 6 bis 7 Monaten erreicht (Smith, 2008).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Philander frenatus gehört heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Größere Gefahren sind nicht bekannt. In der Nähe von landwirtschaftlichen Flächen und Obstgärten sind die Tiere keine gern gesehenen Gäste und werden als Ernteschädling bekämpft. Bekannte Krankheiten der Tiere ist die Chagas-Krankheit (infektiöse Erkrankung und Parasitose), die durch Trypanosoma cruzi hervorgerufen wird (Smith, 2008;; IUCN, 2014).

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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