Phintella vittata

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Phintella vittata

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Phintella
Art: Phintella vittata
Wissenschaftlicher Name
Phintella vittata
(C. L. Koch, 1846)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:035558]

Die Spinnenart Phintella vittata gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Phintella.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Phintella vittata erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 3 bis 4 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Millimeter. Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. Das Prosoma ist recht hoch und ist mit einem flachen Kopf versehen. Der Thorax ist mäßig abgeflacht und zum hinteren Rand etwas steilstehend. Die Seiten sind mehr oder weniger senkrecht. Das Opisthosoma ist oval geformt, anterior etwas breiter und posterior verengt und abgerundet. Die moderaten bestachelten Beine sind lang und schlank und weisen alle dieselbe Länge auf. Allerdings sind bei dem Männchen die Vorderbeine geringfügig länger und kräftiger als die übrigen Beinpaare. Die Musterung und Färbung kann je nach Verbreitungsgebiet unterschiedlich sein. Im Allgemeinen weist die Spinne eine schillernd bunte Färbung auf. Die Farbe des Panzers der männlichen Phintella ist braun. Der Kopf, zusammen mit einem breiten Band direkt unterhalb der seitlichen Augen, ist mit dichten, bläulich-weißen, irisierenden Schuppenhärchen bedeckt. Direkt unter der Sehgrube befindet sich ein großer rautenförmiger Bereich verbunden mit zwei breiten Marginalbanden, die ebenfalls mit ähnlichen Härchen besetzt sind. Die zugrundeliegende Färbung des Opisthosoma ist weißlich-grau und etwa in der Mitte sind zwei breite, längliche schwarze Querbänder entlang der Seiten vorhanden. Diese Bänder sind durch ihre eigenen Breite getrennt. In der Nähe der Spinndüsen befindet sich eine halbrunde, schwarze Region. Angrenzend an diesem Bereich sowie auch zwischen den schwarzen Streifen und an den Seiten zeigen sich dichte, bläulich weiße Härchen, ähnlich wie auf dem Panzer. Die elektro-blaue und schwarze Färbung verleihen dieser Spinne in ihrem Verbreitungsgebiet ein sehr auffälliges Aussehen. Alle Beine sowie die Pedipalpen sind im Gegensatz zur dunklen Grundfärbung des Körpers hellgelb getönt und wirken fast transparent. Ferner weisen die Beine eine leichte Bestachelung auf. <2>

Lebensweise

Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen, Überwintern und als Schutz beim Häuten und bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst.

Verbreitung

Phintella vittata kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Annam, China, Indien, Indonesien, Malaysia, Nikobaren (Indien), Philippinen, Penang Insel (Malaysia), Singapur, Sumatra und Vietnam. Im Allgemeinen sind die Lebensräume der Spinne Sträucher und Bäume, die in den Regenwäldern wachsen. Die Spinne hält sich in Sträuchern und Pflanzen auf, vor allem findet man sie oft auf breitblättrigen Pflanzen. In den Verbreitungsgebieten, wo die Spinne vorkommt, lebt sie vorwiegend auf Pflanzen mit großen, grünen Blättern, wie zum Beispiel Ingwer (Zingiber). Oft kann man die Spinne auch umherlaufend oder sonnenbadend auf der Oberfläche der Blätter beobachten und manchmal hält sich die Spinne ruhend in einer Blattzelle auf. Gelegentlich sucht die Spinne auch Zuflucht zwischen und an zwei überlappenden Blättern. Dort befindet sich meist ihr angelegtes Wohngespinst. Wie fast alle Springspinnen so hält sich auch diese Art gerne auf sonnenbeschienenen Plätzen auf. <3>

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) und Grillen (Gryllidae) sowie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) erbeutet.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 13. Juli 2008 <1>

Phintella vittata
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Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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