Phlegra bresnieri

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Phlegra bresnieri
Weibchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Phlegra
Art: Phlegra bresnieri
Wissenschaftlicher Name
Phlegra bresnieri
(Lucas, 1846)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:035566]

Die Spinnenart Phlegra bresnieri gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Phlegra. Diese Art ist im mediterranen Gebiet weit verbreitet und fällt durch die dünnen weißen orangegerandeten Längsstreifen auf und kann aufgrund dessen leicht mit der Spinne Phlegra lineata verwechselt werden.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Phlegra bresnieri erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 6 bis 8 Millimeter. Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die untersetzte, kurzbeinige Körpergestalt und durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. <2>

Das Prosoma des Männchens ist dorsal bei einer gelborangen Grundfärbung dicht schwarz behaart. Des Weiteren zeigen sich zwei mediane und zwei laterale davon gelegene behaarte Längsbanden. Die Flanken sind im vorderen Drittel abstehend weiß behaart. Die Kopfplatte weist eine schwarze Färbung auf und die Behaarung ist lateral orangebraun und median schwarz getönt sowie überall schwarz beborstet. Median zeigen sich weiße Haarbanden, ebenso auf der Kopfplatte, jedoch nicht so deutlich hervortretend. Der Clypeus sowie die Cheliceren-Basen sind dicht lang abstehend weiß behaart. GAB dorsal orangebraun und ventral weiß gefärbt. Das Sternum ist von einer orangebraunen Färbung und das Labium sowie die Maxillen zeigen sich etwas dunkler, distal erscheint die Färbung etwas heller. Sternum, Labium und Maxillen sind abstehend dünn weiß-schwarz behaart. Das Opisthosoma ist dorsal dicht schwarz behaart und weist einen medianen und zwei lateral davon gelegene schmale weiß behaarte sowie braun gerandete Längsstreifen auf. Ventral zeigt sich eine beigefarbene Tönung mit drei braunen Längsbanden und mit einem lateralen netzartigen Muster. Die Beine weisen eine gelbe Färbung auf, die mit einer schwarzen schleierartigen Zeichnung versehen ist. Metatarsus und Tarsus sind rotbraun und dicht schwarz behaart. Die Pedipalpen weisen dieselbe Färbung wie die Beine auf. Die Femurspitze sowie die Palpen sind vollständig dorsal dicht weiß behaart. Die Embolus-Spitze ist von lateral her betrachtet distal gebogen. Eine Bestachelung an Femur, Patella, Tibia sowie Metatarsus ist vorhanden. <2>

Bei dem Weibchen ist die Grundfärbung des Prosoma hellgelb und dicht schwarz behaart, das mit zwei medianen und zwei lateralen weiß behaarten Längsbanden besetzt ist. Die Kopfplatte weist eine schwarze Färbung auf und die Behaarung ist lateral orangebraun und median grau getönt. Überall zweigt sich eine schwarze Beborstung. Der Clypeus weist wie bei dem Männchen dieselbe Färbung auf. GAB hellgrau und lateral hell orangebraun getönt. Das Sternum ist von einer hellgelben Färbung und das Labium, die Maxillen sowie die Cheliceren erscheinen etwas dunkler. Sternum, Labium, Maxillen und Cheliceren sind abstehend dünn weiß-schwarz behaart. Das Opisthosoma ist dorsal braun gefärbt und ist mit einem medianen und zwei lateralen weißen Längsstreifen versehen, die hell orangebraun und schwarzbraun gerandet sind. Ventral ist das Opisthosoma beigefarben, das mit drei braunen Längsbanden und mit einem lateralen netzartigen Muster besetzt ist. Die Epigyne ist mit zwei deutlich voneinander getrennten Gruben versehen und lateral kaum sklerotisiert. Die dicht schwarz behaarten Beine weisen eine hellgelbe Färbung auf und sind mit einem leichten schwarzen Schleier bedeckt. Eine Bestachelung bei dem Weibchen ist ebenfalls an Femur, Patella, Tibia sowie Metatarsus vorhanden. <2>

Lebensweise

Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen, Überwintern und als Schutz beim Häuten und bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst.

Unterarten

Verbreitung

Phlegra bresnieri kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Ägypten, Algerien, Österreich, Aserbaidschan, Kroatien, Tschechien, Äthiopien, Frankreich (Korsika), Deutschland, Griechenland, Ungarn, Iran, Italien (Elba, Sardinien, Sizilien), Elfenbeinküste, Mazedonien, Malta, Marokko, Portugal, Rumänien, Serbien und Montenegro, Slowakai, Slowenien, Spanien (Kanarische Inseln), Syrien, Tansania, Tunesien, Türkei, Usbekistan, Jemen und ehemaliges Jugoslawien. Die Lebensräume dieser Art können sehr vielseitig sein. So kann die Spinne in Küstenregionen vorkommen, wo sie sich meist in Ufernähe aufhält. Weiteren findet man die Spinne auch auf Geröll, unter Steinen, im Sumpf oder am Strand. Ebenso kann sich die Spinne auch in Höhen zwischen 600 und 1.600 Metern in Kiefern-Bergwäldern aufhalten, allerdings wird von der Spinne in bergigen Regionen mehr die südliche Hanglage bevorzugt. <3>

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) und Grillen (Gryllidae) sowie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) erbeutet.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Dezember 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge