Pisaurina mira

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Pisaurina mira

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Entelegynae
Familie: Raubspinnen (Pisauridae)
Gattung: Pisaurina
Art: Pisaurina mira
Wissenschaftlicher Name
Pisaurina mira
(Walckenaer, 1837)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:019773]

Die Spinnenart Pisaurina mira gehört innerhalb der Familie der Raubspinnen (Pisauridae) zur Gattung Pisaurina. Diese große Spinne sieht einer Wolfspinne (Lycosidae) sehr ähnlich und wird in Regel fälschlicherweise auch für solch eine gehalten.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Pisaurina mira erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 10 bis 12 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 11 bis 15 Millimeter. Durch die vergleichsweise schlanke, langbeinige Körperform erinnert die Spinne eher an eine Trichterspinne (Agelenidae) als eine Wolfspinne (Lycosidae). Die Grundfärbung variiert von gelbbraun bis dunkelbraun und ist beim Männchen in der Regel dunkler als beim Weibchen. Oben auf dem Vorderkörper findet sich ein dunkelbraunes, seitlich unscharf begrenztes Längsband, das in der Mitte deutlich aufgehellt ist. Der Hinterleib trägt oben in der Mitte ebenfalls ein dunkles Band, das seitlich mit einer feinen weißen gezackten Linie begrenzt ist. Die Seiten sind mit hellen Härchen besetzt. Ferner weist der Hinterleib eine längliche ovale Form auf. Die vier größeren Augen der hinteren Reihe bilden ein Trapez, die vier kleinen vorderen bilden eine Querreihe. Das hintere Augentrapez ist etwas breiter als lang und der Größenunterschied zwischen den vorderen und hinteren Augen ist weniger deutlich. Die Beine sind langgestreckt und in den oberen Gliedern dicht behaart.

Lebensweise

An sonnigen Tagen hält sich die Spinne gerne auf großflächigen Blättern auf und preßt den Körper flach auf die Unterlage. Die Beine werden seitlich ausgebreitet und oft jeweils paarweise (die beiden vorderen und hinteren jeder Seite) eng aneinandergelegt.
Pisaurina mira
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Pisaurina mira
Hierdurch entsteht dann eine regelmäßig kreuzförmige Figur. Im Unterschied zur in Europa lebenden Verwandten, der Brautgeschenkspinne oder Listspinne Pisaura mirabilis,"fesseln" die Männchen bei dieser Art die Weibchen zu Beginn der Paarung durch Überspinnen der Beine.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet dieser Art befindet sich in Nordamerika: in Ontario, Quebec sowie in Nova Scotia ist die Spinne anzutreffen. Des Weiteren ist die Art von Florida bis zum Westen von Texas und nach Norden bis Kansas und Minnesota verbreitet. Pisaurina mira bewohnt Felder, Wiesen und Wälder. Auch hält sich die Spinne gerne in hohem Gras, an oder zwischen Sträuchern und Büschen auf. Man findet die Spinne auch häufig in der Ufervegetation der Gewässer, wo sie auf Beute lauert. In tropischen Regionen ist sie gelegentlich sogar in Gebäuden anzutreffen.

Pisaurina mira mit Beute
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Pisaurina mira mit Beute

Ernährung

Pisaurina mira ist tagaktiv und macht als Anschleich- oder Lauerjäger von der Wasseroberfläche aus oder auch an Land Jagd auf Insekten (Insecta) und deren Larven, Spinnentieren (Arachnida), Kaulquappen und sogar kleinen Fischen (Pisces) oder Lurchen (Amphibia), indem sie das Beutetier mit ihren kräftigen Cheliceren blitzschnell ergreift und mittels einem Giftbiss binnen weniger Sekunden tötet. Man findet die Spinne auch häufig in der Ufervegetation der Gewässer, wo sie auf Beute lauert. Dort erfühlt sie mit ihren Beinen nach Wellen im Gewässer, wobei sie die von Wind und die von Beutetieren sehr fein unterscheiden kann. Allerdings ist die Erfolgsquote beim Fang von Beute sehr gering, sie beträgt etwa nur 9 Prozent. Bevor das Weibchen in der Fortpflanzungsphase ihre Eier in den Kokon legt, macht es extra große Beute, um während des Reifeprozesses davon zu zehren. Vor dem Verzehr zieht Pisaurina mira die Beute an Land, denn sie frißt nicht auf dem Wasser. Meistens braucht sie mehrere Stunden, um die Beute während des Zerkauens mit dem Verdauungssekret vorzuverdauen und diesen Brei mithilfe ihres Saugmagens einzusaugen.

Prädatoren

Die häufigsten natürlichen Feinde der Pisaurina mira sind einige Arten aus der Familie der Wegwespen (Pompilidae). Es gibt noch einige andere Arten von parasitären Wespen (Vespinae), die speziell auf die Embryonen oder verschiedenen Larvenstadien von Pisaurina mira abgesehen haben. Ferner zählen zu den natürlichen Feinden der Spinne kleine Säugetiere (Mammalia), Vögel (Aves) sowie Lurche (Amphibia).

Pisaurina mira mit Eikokon
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Pisaurina mira mit Eikokon

Fortpflanzung

Kurz nach der Paarung spinnt das Weibchen einen kugeligen, weiß bis hellgrau gefärbten Eikokon von etwa 1 Zentimeter Durchmesser. Diesen trägt das Weibchen etwa zwei Wochen lang mit seinen Cheliceren. Dann webt das Weibchen meist dicht über dem Boden in der Vegetation ein kuppelförmiges, etwa 10 Zentimeter großes Gespinst und befestigt darin den Kokon. Die wenige Tage später schlüpfenden Jungspinnen versammeln sich in diesem Gespinst zu einer dichten Traube, zerstreuen sich bei Störungen aber schnell über das ganze Gewebe. Das Weibchen sitzt meist außen auf der Gespinstkuppel und scheint die Jungen zu bewachen, flüchtet aber in der Regel bei stärkerer Beunruhigung durch einen Störenfried. Nach einigen Tagen häuten sich die Jungspinnen und zerstreuen sich wenig später.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 7. Mai 2008 <1>

Pisaurina mira
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Pisaurina mira

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • J. A. Bruce, Carico, J. C. Silk use during mating in Pisaurina mira Walckenaer (Araneae: Pisauridae). J. Arachnol. 16 (1): 1-4


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