Pittscharbe

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Pittscharbe

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Ruderfüßer (Pelecaniformes)
Familie: Kormorane (Phalacrocoracidae)
Gattung: Kormorane (Phalacrocorax)
Art: Pittscharbe
Wissenschaftlicher Name
Phalacrocorax featherstoni
Buller, 1873

IUCN-Status
Endangered (EN)

Die Pittscharbe (Phalacrocorax featherstoni), auch unter dem Synonym Stictocarbo featherstoni bekannt, zählt innerhalb der Familie der Kormorane (Phalacrocoracidae) zur Gattung der Kormorane (Phalacrocorax). Im Englischen wird die Pittscharbe pitt shag, pitt island shag oder featherstone's shag genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt. Dieser Taxon wird von einigen Autoren als Subspezies von Phalacrocorax punctatus im weiteren Sinne (sensu-lato) betrachtet.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Die Pittscharbe ist ein mittelgroßer Kormoran und erreicht eine Körperlänge von etwa 63,0 Zentimeter. Vor der Paarungszeit weist die Pittscharbe ein leicht grau-schwarzes Gefieder auf. In der Brutzeit sind der Kopf, Rumpf sowie der Schwanz und die Schenkel schwarz gefärbt. Das Obergefieder ist von einer dunkelgrauen Färbung und auf den Flügeln sowie auf dem Rücken zeigen sich kleine schwarze Flecken. Die Unterseite weist eine graue Färbung auf. Die nackte Haut im Bereich der Augen, am Schnabelansatz und im Bereich der Wangen ist von einer apfelgrünen Tönung. Des Weiteren zeigt sich ein doppelter Kamm in der Nähe der Stirn und am Hinterkopf. Außerhalb der Brutzeit fehlt dieser Kamm in den genannten Bereichen. Ferner ist die Gesichtshaut außerhalb der Brutzeit von einer gelben Färbung und die Unterseite erscheint in einer hellen Tönung. Das Männchen hört man in der Balz rufen, während das Weibchen schweigsam ist. Markantes Merkmal ist der bis zu fünf Zentimeter lange Schnabel, der über eine hakenförmige Spitze verfügt. Der Hals ist insgesamt lang und sehr dünn. Zwischen den Zehen hat die Pittscharbe Schwimmhäute, die sie zu einer hervorragenden Taucherin machen. Schwimmt die Pittscharbe an der Wasseroberfläche, so ist in der Regel nur ihr Hals zu sehen. Der Körper befindet sich knapp unter der Wasseroberfläche. Das Gefieder saugt sich bei Kontakt mit Wasser voll und hält den Körper unter Wasser. Die Pittscharbe verfügt über keine Bürzeldrüse, mit der andere Wasservögel ihr Gefieder einfetten und mehr oder weniger wasserdicht machen. Nach einem Tauchgang kann man die Pittscharben an Land mit ausgebreiteten Flügeln beobachten. Meist wedeln sie dabei mit ihren Flügeln, um den Trocknungsprozess zu beschleunigen.

Lebensweise

Pitt Island
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Pitt Island

Die Pittscharbe ist auf Chatham, Pitt, Mangere, Little Mangere, South East (= Rangatira), Star Keys, the Pyramid, Big and Middle Sister, Murumurus, the Castle and Rabbit Islands zu finden. Pitt war auch für die Art namensgebend. Die Pittscharbe ist ein Kolonienbrüter. Die Nester werden aus organischem Material und aus Guano errichtet. Die Brutkolonien werden von Jahr zu Jahr aufgesucht. Die Pittscharbe fischt in küstennahen Gewässern, selten, wenn überhaupt, fischt sie weit draußen auf dem Meer.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt die Pittscharbe nur auf Neuseeland vor. Die Fanggebiete befinden sich im südwestlichen Pazifik. In den Jahren von 2003 bis 2004 ergab die zweite vollständige Zählung über die Brutzeit 547 Paare (= 1.094 geschlechtsreife Individuen; geschätzte 1.400 Gesamt-Individuen) (Bester und Charteris 2005). Die Populations-Entwicklung ist weiterhin sinkend. Die Pittscharbe nistet in kleinen Kolonien zwischen 5 und 20 Paaren auf felsigen Küsten und Inseln, Landzungen und Klippen. Die Brutverteilung ist durch geeignete Nistplätze begrenzt. Die Pittscharbe ernährt sich vorwiegend von kleinen Fischen, ergänzt durch wirbellose Meerestiere. Die Pittscharbe bewohnt pelagische Flachseezonen, intertidale felsige Küsten, Gezeitenzonen, supratidale Klippen und felsige Inseln sowie supratidale an den Küsten vorgelagerte Süßwasserseen.

Ernährung

Laut der Roten Liste der IUCN ernähren sich Pittscharben vorwiegend von kleinen Fischen, ergänzt durch wirbellose Meerestiere. Die Fische weisen dabei eine Länge von rund zehn Zentimeter auf. Längere Fische könnten Pittscharben nicht fressen, da ein Fisch immer im Ganzen verschlungen wird. Pro Tag brauchen diese großen Vögel etwa 250 bis 300 Gramm an Nahrung. Auf Beutezug gehen sie unter Wasser. Sie sind ausgezeichnete Taucher, die durchschnittlich in Tiefen von zehn Metern jagen. Es wurden aber auch schon Tauchtiefen von deutlich unter 20 Metern registriert.
Mangere Island
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Mangere Island
Dabei können sie über eine Minute unter Wasser verbleiben. Die durchschnittliche Tauchzeit liegt bei rund 30 bis 45 Sekunden. Bei ihren Tauchgängen setzen sie ihre kräftigen Füße als Antrieb ein und nutzen ihren Schwanz zum Steuern.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird mit rund zwei Jahren erreicht. Das Brutgeschäft beginnt meist im Frühjahr. In der Regel ziehen sich die Pittscharben in Kolonien an Binnengewässern zurück, um ihre Paarung zu vollziehen. Die Pittscharbe nistet meist an exponierten Felsen, hoch oben auf Landzungen und auf kleinen Inseln, Klippen oder auf Felsvorsprüngen. Häufig wird die Pittscharbe von Raubmöwen (Stercorariidae) bedroht, insbesondere werden dabei die Nester geplündert. Die Kolonien sind ziemlich dicht mit Nestern belegt. Bevor es zur Paarung zwischen den Partnern kommt, vollführt das Männchen einen Balztanz mit gelegentlichen Ruf-Einlagen. Dabei bewegt das Männchen mehrmals den Kopf nach hinten und zur Seite. Der Schwanz wird nach oben oder nach vorne oder nach unten gefächert, die Flügel hängen herab, der Kamm ist abgeflacht und der Schnabel ist weit aufgesperrt. Während der Kopf-Hals-Senkung stehen sich die Partner gegenüber. Nach erfolgreicher Paarung bauen die Partner ein Nest, das ein flaches Gebilde darstellt, aus organischem Material besteht und mit Guano stabilisiert ist. Das Weibchen legt zwischen drei und fünf Eier, die von beiden Elternteilen über einen Zeitraum von 30 bis 35 Tagen ausgebrütet werden. Bei Gelegeverlust sind Nachgelege durchaus möglich. Die Küken weisen nach dem Schlupf eine schwarze Haut mit einem rosafarbenen Hals auf und sind mit einem grauen Flaum bedeckt. Als Nesthocker verbleiben die Küken für 47 bis 50 Tage im Nest und werden von den Eltern gefüttert. Die Jungvögel erhalten ihre Nahrung aus dem Schlund der Altvögel. Im Alter von sechs Wochen verlassen die Jungvögel zum ersten Mal das Nest, mit rund drei Monaten sind sie selbständig und verlassen die Familie.

Gefährdung und Schutz

South East (Rangatira) Island
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South East (Rangatira) Island

Laut der Roten Liste der IUCN wird die Art als stark gefährdet eingestuft, weil es eine sehr kleine Population ist, die sich nur mäßig in den letzten zwei Generationen (18 Jahre) entwickelt hat, was einen weiterhin stetigen Rückgang prognostiziert angesicht der aktuellen Bedrohungen. Die Pittscharbe ist auf Chatham, Pitt, Mangere, Little Mangere, South East (= Rangatira), Star Keys, the Pyramid, Big and Middle Sister, Murumurus, the Castle and Rabbit Islands zu finden. Die Population wurde in den Jahren von 1997 bis 1998 verschiedentlich auf etwa 500 Paare weniger als 1.000 Paare geschätzt und 729 Paare im Anschluss an eine Vollerhebung über das gesamte Brutgebiet. Jedoch neue Informationen ergaben, dass die Population um 25 Prozent über sechs Jahre von 1997 bis 2003 zurückgegangen ist. Die zweite vollständige Zählung, die in den Jahren von 2003 bis 2004 über die Brutzeit durchgeführt wurde, ergab dann nur noch 547 Paare. In den Jahren von 1961 bis 1968 wurden auf South East Island und Mangere Island Schafe und Rinder entfernt. Um die Art zu erhalten, sind folgende Maßnahmen erforderlich: Die Zählung der Gesamtpopulation sollte in 10-Jahres-Abständen durchgeführt werden. Überwachung von zwei zugänglichen Kolonien, um die jährliche Entwicklung zu ermitteln. Ferner eine Bewertung der Fangmethoden von Langusten und welche Auswirkungen die Fangmethoden auf die Art haben. Des Weiteren die Entfernung von verwilderten Hauskatzen und Wekarallen (Gallirallus australis) auf Pitt Island, wenn eine Einigung mit den Bewohnern erreicht ist. Eine weitere Bedrohung für die Brutkolonien sind Schafe, Rinder und Schweine und sollten aus diesen Gebieten von Pitt und Chatham Islands ebenfalls entfernt werden. Eine wirksame Maßnahme wäre die Einfriedung der Brutkolonien, um die Brutpaare vor menschlichen Einflüssen, vor allem vor Störungen durch den Ökotourismus zu schützen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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